Mit Hilfe von Planen wird Deutschlands höchster Berg sommerfest gemacht (Foto: ddp)
Die Eismasse auf dem Zugspitzgletscher schmilzt immer weiter. Schuld daran ist die Sonneneinstrahlung und der Regen. Die Experten des Umweltministeriums prognostizieren dem Gletscher daher nur noch eine Lebensdauer von zirka 15 Jahren. Neben dem Umweltaspekt, wäre dies auch für den Tourismus fatal, schließlich kommen alljährlich zahlreiche Touristen, um Deutschlands höchsten Berg samt Gletscher zu besichtigen und Skizufahren. Aus genau diesem Grund wird seit nunmehr 16 Jahren am Erhalt der Eisdicke gearbeitet. Ab dem 12. Mai ist es wieder soweit: Planen werden ausgerollt und der Gletscher eingepackt, damit er vor Temperaturen in der warmen Jahreszeit geschützt bleibt. Im Vergleich zu den Vorjahren, in denen punktuell vorgegangen wurde, wird dieses Mal verstärkt flächendeckend gearbeitet - damit so das Gelände in seinem natürlichen Erscheinungsbild erhalten bleibt.
Positiv: die diesjährigen massiven Schneeverwehungen
In der Wintersaison 2007/2008 ist auf der Zugspitze viel Schnee gefallen, insbesondere auch noch mal im April. Derzeit liegen vier Meter der weißen Pracht im Skigebiet. Auf Grund der Menge konnte im Saisonverlauf ein großes Schneedepot angelegt werden, um den Gletscher zusätzlich aufzubauen. Auch nach Saisonende werden diese Arbeiten noch einmal verstärkt. Das Ergebnis bewog die Verantwortlichen, Mitte Mai weniger Planen auszulegen als in den Jahren zuvor. "Dann wird der Schnee schützend über den Gletscher verteilt", erklärt Manfred Haas, Betriebsleiter des Skigebiets Zugspitze. "Diese Maßnahmen sowie die massiven Schneeverwehungen machen sich dieses Jahr positiv bemerkbar. Je dicker die Schneedecke auf dem Gletscher, umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich durch den Druck eine weitere Eisschicht bildet. Zudem kann durch die natürlichen Schmelzprozesse das Gelände möglichst ursprünglich erhalten werden". Zur Unterstützung legen die Spezialisten bis zu 6000 Quadratmeter Planen aus. Das entspricht beinahe der Größe eines Fußballfeldes.
Mitte Mai gehen damit wieder knapp 20 Helfer an die Arbeit, die Matten werden per Hand verlegt. "Eine Plane ist fünf Meter breit, 30 Meter lang und wiegt ungefähr 130 Kilogramm", erklärt Haas, der seit 1993 verantwortlich zeichnet für die Organisation und Durchführung der Abdeckung des Gletschers auf Deutschlands höchstem Berg. Im Normalfall sind die Arbeiter knapp zwei Wochen damit beschäftigt, den Schutz über den ausgesuchten Gletscherabschnitt zu legen, durch Ösen miteinander zu verknüpfen und mit Holzbalken zu beschweren. Der Einsatz kann auch länger dauern, wenn das Wetter und insbesondere starker Wind auf der Zugspitze die Arbeiten immer wieder unterbrechen.
Die Abdeckung dient zum Schutz und Erhalt
Die vergangenen Jahre wurde der Gletscher punktuell abgedeckt. "Dieses Mal ist eine einheitliche Eis- und Schneedecke im gesamten Areal das Ziel, um das natürliche Erscheinungsbild möglichst zu erhalten", so Eva-Maria Greimel, Pressesprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG. "Wir sehen den Gletscher als wichtigen Bestandteil unserer Umwelt und bemühen uns, ihn so lange wie möglich zu schützen und zu erhalten. Daher freuen wir uns noch mehr über die Unterstützung von Frau Holle in diesem Winter“, so Greimel.
Seit 1993 kommt der Gletscher unter die Planen
Um zu verhindern, dass der Zugspitz-Gletscher an neuralgischen Stellen immer weiter schmilzt, kaufte die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG bereits 1993 die ersten Matten und LKW-Planen und legte diese aus. Solche Materialien aus Kunststoff zur Sicherung des Gletschers klingt zunächst ungewöhnlich, jedoch versichert Manfred Haas: "Die Abdeckung isoliert und leitet das Regenwasser sowie die Sonneneinstrahlung ab. Dadurch bleibt der Schnee auf dem Gletscher liegen und schützt das darunter liegende Eis". In der letzten Sommersaison konnten so fast 30.000 Kubikmeter Schnee auf der Zugspitze gerettet werden, das entspricht der Höhe eines einstöckigen Hauses auf der Fläche eines Fußballfeldes.
Deutschlands höchster Gipfel
Mit 2962 Metern Höhe ist die Zugspitze der höchste Berg Deutschlands. Zirka 500.000 Touristen im Jahr erliegen der Faszination des unverwechselbaren Bergpanoramas. Am besten lässt sich der Gipfel mit der Zugspitzbahn erreichen, die von Garmisch-Partenkirchen aus hinauf auf die Zugspitze führt. 300 Meter unterhalb davon befindet sich der Zugspitzgletscher, der sich mit der Gletscherseilbahn bequem erreichen lässt. Wer etwas verweilen möchte, macht es sich am besten im Gletscherrestaurant SonnAlpin mit Sonnenterrasse, Liegestühlen und Gletscherbar bequem.