
07.07.2011, 10:15 Uhr | Nora Gantenbrink
Der Schnarcher ist des Schläfers Feind - und wer will schon im Urlaub um seine Nachtruhe gebracht werden? Eine Hotelkette versucht, des Problems mit einem speziell eingerichteten Zimmer Herr zu werden. Doch Anti-Schnarch-Utensilien wie Magnetfeld-Kissen sind umstritten. Schauen Sie sich das Hotel auch in unserer Foto-Show an.
Das Geräusch, welches Silke Krüger und ihre Hotelkette ausmerzen wollen, ist ein nervtötendes Sägen - und wie nervtötend es sein kann, das kann Krüger sogar empirisch belegen. Laut einer repräsentativen Umfrage, die die Hotelgruppe Intercontinental in Auftrag gab, haben knapp 70 Prozent der 1000 befragten Deutschen einen Partner, der jede oder fast jede Nacht schnarcht. Jeder Fünfte schläft deswegen sogar in einem anderen Zimmer, und 20 Prozent der Paare standen wegen des Schlafmangels, laut der Umfrage, schon kurz vor der Trennung. Vier von zehn Betroffenen beschweren sich, dass das Schnarchen des Partners den Urlaub massiv störe. Die Auswertung der Hotelstudie zeigt, dass der Feind des Schläfers der Schnarcher ist. Silke Krüger ist Marketing-Manager der Hotelgruppe, und sie sagt, dass der Service nicht am Abendbuffet aufhören dürfe, sondern bis ins Bett gehen müsse. Die Zeiten werden immer stressiger, dann solle zumindest der Schlafkomfort steigen.
Darum fand Krüger es gut, dass die Zentrale in London nach der Auswertung der Schlafstudie die Einrichtung eines "Anti-Schnarch-Raums" vorschlug. Es sollte ein Versuch sein. In Deutschland ist ein solcher Raum im Crowne Plaza Hotel in Hamburg zu besuchen und buchen. "Vier Sterne plus", sagt Frau Krüger über das Hotel, also gehobene Preiskategorie. "Und hier ist es, das Anti-Schnarch-Zimmer!" Etwas düster ist es, denn an den Wänden klebt Dämmmaterial in Schwarz-Grau. Es hat ein bisschen was von einem Doppelbett im Tonstudio. Oder einer Gummizelle. "Na ja, an der Optik müsste man feilen", gibt Krüger zu. Aber es sei ja alles noch in der Pilotphase. Außer den Dämmplatten gibt es noch ein Keilkissen, welches verhindern soll, dass Schnarchgefährdete in Rückenlage nächtigen. Denn das fördert das Sägen des Schnarchers.
Dann gibt es noch ein viereckiges Magnetfeld-Kissen, welches eher aussieht wie ein Tuch. Das soll sich der Hotelgast unter oder über den Kopf legen. "Seltene Neodymium-Magnete öffnen die Atemwege und fixieren den Gaumen", sagt Krüger und erklärt: Das Schnarchgeräusch entstehe meistens durch flatternde Bewegungen des Gaumens und des Zäpfchens. Je älter und dicker man werde, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit schnarchen zu müssen. Generell treffe es mehr Männer als Frauen. Der Clou des Raumes ist ein unscheinbares, beige-farbenes Ding, welches aussieht wie ein Brandschutzmelder. "Das ist ein Gerät, das 'weißes Rauschen' erzeugt, um das Schnarchen zu übertönen", sagt Krüger. Das Geräusch besteht aus der Mischung aller für das Ohr wahrnehmbarer Frequenzen. Es wird auch bei Tinnituserkrankungen eingesetzt. Das "weiße Rauschen" klingt ein bisschen wie Meer bei Wind.
Thomas Penzel, wissenschaftlicher Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Charité in Berlin, findet die Anti-Schnarch-Zimmer-Idee gut. Allerdings sei die Wirksamkeit von manchen Mitteln wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Die vom "weißen Rauschen" zum Beispiel. Und das Magnetkissen findet er "obskur". Das Anti-Schnarch-Zimmer wird nicht nur im Hamburger Haus, sondern auch in acht weiteren Crowne Plaza Hotels in Europa und dem Mittleren Osten getestet. Denn das Schnarchproblem ist international. Wenn die Gäste das Zimmer verstärkt nachfragen und die Resonanz gut ist, dann soll es dauerhaft eingerichtet bleiben.
Jeder Mensch, sagt Thomas Penzel, schnarche mal. Zum Beispiel wenn er erkältet sei oder zu viel Alkohol getrunken habe. "Wenn Sie nicht mal mehr geradeaus laufen können, ist es wahrscheinlich, dass auch Ihre Halsmuskulatur beeinträchtigt ist", sagt Penzel. Woher aber dauerhaftes Schnarchen kommen kann, das ist eine Wissenschaft für sich. Bislang ist die Resonanz auf die "Anti-Schnarch-Räume" gut. In Hamburg ist das Zimmer erst einmal ausgebucht. Krügers Vater, der auch schnarcht, hat einen anderen Weg gewählt: Er ging zum Arzt und der riet ihm abzuspecken. 14 Kilogramm Fett sind bereits weg. Das Schnarchen auch.
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Quelle: Spiegel Online
Sie nannten ihn Mücke schrieb:
am 15. Juli 2011 um 18:26:37
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Schlaflos im Magnetfeld
Magnetfeld-Kissen? Das hilft vielleicht gegen das Scharchen, dafür produziert das Ding aber wieder
Magnetfeldstörungen, die einen erst recht nicht schlafen lassen... Wer nicht schläft, schnarcht auch nicht! Hm, vielleicht nicht ganz im Sinne des Erfinders. Das Kissen müsste meines Erachtens noch mit einem AlphaPrevent-Sticker ausgestattet werden bzw. das Bett, um die elektromagnetischen Störungen zu stabilisieren. Ohne einen solchen Stabilisator ist die Anwendung kontraproduktiv!
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michel schrieb:
am 13. Juli 2011 um 12:25:33
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Lebenszeichen
So lange er schnarcht, lebt er - sagt mene Frau. Sie verzieht sich in den Nebenraum und dann ist für sie das Schnarchgeräusch
ein leises Ständchen zu Einschlafen.
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