23.09.2010, 14:01 Uhr | Armin Herb/srt
Eigentlich schade um die vielen schönen Bahnstrecken quer durch Deutschland, die vor allem im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegt wurden. Vor allem um die vielen Nebenstrecken, die sich oftmals abenteuerlich über unzählige Brücken und mit Tunnels durch das Mittelgebirge und die Alpen hindurch winden. Aber die Konkurrenz durch Auto und Bus ließen die Verbindungen, die aus politisch-geografischen Gründen nicht immer den einfachsten oder direkten Weg beschritten, unrentabel werden. Aber zum Glück ergriffen findige Verkehrsplaner die Chance und machten aus den ehemaligen Bahntrassen Freizeitrouten für die ganze Familie. Bewundern Sie die Radwege auch in unserer Foto-Serie.
Fast 500 Freizeitrouten auf ehemaligen Bahnstrecken gibt es mittlerweile in Deutschland, einige davon nur wenige hundert Meter lang, andere messen mehr als 50 Kilometer. Viele Trassen wurden mit bestehenden Radwegen zu ausgedehnten Routen verlängert. Der Vorteil des Bahntrassen-Radwegs: Die Steigungen überschreiten selten drei Prozent, weil die Züge keine stärkeren Anstiege schafften, die Fahrbahnen sind mindestens 2,50 Meter breit und sie verlaufen über weite Strecken verkehrsfrei. Zudem werden die meisten Bahnradwege heute asphaltiert, was sie zu idealen Freizeitrouten für Familien und Genussradler macht.
Zu den schönsten Routen in Deutschland zählt der Sauerland-Radring, mit rund 80 Kilometern einer der längsten Bahntrassen-Radwege in Deutschland. Die Route folgt den Flüsschen Fretterbach, Leiße und Lenne und passiert dabei auch den legendären "Fledermaustunnel", der im Winter zum Schutz der fliegenden Bewohner geschlossen bleibt. Auf Deutschlands größter Insel fuhr einst die Rügensche Kleinbahn. Fast 40 Kilometer der ursprünglichen Bahntrasse bilden einen zum Teil recht idyllischen Radweg, der Putbus mit Altefähr bei Stralsund verbindet. Glatten Asphalt auf der Fahrbahn darf man dort nicht erwarten, sondern hauptsächlich festen Kies und Schotter, der sich jedoch gut befahren lässt. Für Fans historischer Bahnstrecken ist der Maare-Mosel-Radweg ein Muss wegen seiner langen Tunnels und zahlreichen Viadukte. Von den Eifelmaaren führt er über 55 Kilometer hinunter ins Tal der Mosel zum berühmten Fachwerk- und Wein-Städtchen Bernkastel-Kues. Den Rücktransport übernimmt der Radshuttle-Bus.
Vor der Kulisse der Berge des Bayerischen Walds verläuft der Donau-Ilz-Radweg. Die 55-Kilometer-Strecke von Hengersberg ins romantische Ilztal zählt zu den jüngsten, aber schon sehr beliebten Bahntrassenradwegen. Radwege auf ehemaligen Bahntrassen gibt es nicht nur in Deutschland. Seit gut zehn Jahren bemühen sich auch andere Staaten um die so genannten "grünen Routen". Die landschaftlich spektakulärste Route folgt in Italien der Trasse der ehemaligen Dolomitenbahn von Cimabanche unweit von Toblach über Cortina d'Ampezzo nach Calalzo di Cadore. Radler "erfahren" sich dabei eine Alpendurchquerung auf 60 Kilometer sanften Wegen vor faszinierender Felskulisse.
In Spanien wurden auf mehr als 1500 der schätzungsweise 7000 Kilometer stillgelegter Eisenbahnstrecken Radwege angelegt, die "Vías Verdes". In Katalonien führt die Vía Verde von Ripoll über Girona ans Mittelmeer und bietet 120 interessante Kilometer von den Bergen bis an den Strand. Die landesweite Koordination dieser Projekte hat die Fundacíon de los Ferrocarriles Españoles übernommen, eine detaillierte Übersicht dazu gibt es im Internet unter www.viasverdes.com. Selbst in Übersee kann man auf ehemaligen Bahntrassen Rad fahren. Eine besonders lange, aber auch abenteuerliche Route mit mehr als 600 Kilometern wartet im Westen Kanadas mit dem Kettle Valley Rail Trail. Über verwegene Holzbrücken und durch unzählige Felsentunnel der ehemaligen Kupferbahn geht es durch die Ausläufer der Rockies. Wer sich die spannende Wildwest-Tour alleine nicht zutraut: Der Deutsche Klaus Gattner führt dort seit vielen Jahren kleine Radelgruppen durch die atemberaubende Natur.
Weitere Informationen:
Die umfangreichste Datensammlung zu Bahntrassen-Radwegen, insbesondere in Deutschland, präsentiert Dr. Achim Bartoschek auf seiner Website www.bahntrassenradeln.de.
Quelle: srt
peter schrieb:
am 4. Oktober 2010 um 17:45:11
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Bockerlbahn ab Landau / Isar
Ein Tipp für Leute , die nur alles schlechtschreiben . Fahrt mal mit dem Rad auf so einer schönen Strecke ,
das vertreibt dumme Gedanken , ist gesund und macht Spaß
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budolehrer schrieb:
am 23. September 2010 um 18:11:48
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radeln auf der bahntrasse
Radeln auf den Bahntrassen der S-Bahn München könnte man das auch machen, bei den ewigen Stellwerksstörungen fährt eh keine S-Bahn.
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Ewald schrieb:
am 23. September 2010 um 17:48:46
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Sicherheit
kein Helm, keine Reflecktoren, kein Tageslichtscheinwerfer und das allerschlimmste KEINE STÜTZRÄDER!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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