06.09.2011, 13:46 Uhr | Sabine Metzger, SRT
Die Hansestadt Danzig hat mehr zu bieten als nur das Fußball-Stadion. (Quelle: Polnisches Fremdenverkehrsamt/PR)
Mit dem Ziel, den amtierenden Europameister Spanien zu Fall zu bringen, wird sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im kommenden Jahr in Danzig einquartieren. Die Stadt bereitet sich auf das kommende Jahr vor, und so gleicht vieles noch einer großen Baustelle. Doch nebst dem Stadion hat Danzig einiges zu bieten: Die Stadt des Bernsteins lockt zahlreiche Besucher mit ihrem Zugang zur Ostsee, der schönen Altstadt sowie dem größten Gotteshaus Polens. Doch die glanzvolle Stadt birgt ein dunkles Kapitel Geschichte. Entdecken Sie Danzig auch in unserer Foto-Show.
Keine andere Stadt ist so sehr mit dem braunen Gold der Ostsee verschmolzen wie Danzig. Ob man durch die quirligen Gassen schlendert, im Straßencafé seinen Milchkaffee trinkt oder an der Bar sein Hevelius-Bier genießt - der Bernstein ist allgegenwärtig. Zum Schauen und Staunen sollte man unbedingt das Bernstein-Museum im Peintor besuchen. Kaufwillige werden hingegen in der gesamten Danziger Altstadt in den rund 30 Fachgeschäften für Bernsteinschmuck fündig, nicht mit eingerechnet all die Straßenhändler, die am Langen Markt oder am Ufer der Mottlau ihre Ketten, Ringe und Anhänger verkaufen.
"Ich liebe es, mit dem braunen Gold der Ostsee zu arbeiten", sagt Verkäufern Kamila begeistert. Schon beim ersten Schliff muss man wissen, wie der Stein einmal aussehen soll", liebevoll erzählt sie von ihrer Arbeit als "Bernsteinschmiedin". Erst nach einiger Zeit an der Poliermaschine erhält der Bernstein seine typische Farbe und seinen hellbraunen Glanz. Natürlich verlockt das Angebot zum Staunen und Kaufen, aber bei all den Verführungen sollte man sich unbedingt auch Zeit nehmen für die Schönheiten der stolzen Hansestadt. Sie erlebte ihre wirtschaftliche Blüte im 16. Jahrhundert, in jener Zeit entstanden die meisten der prachtvollen Patrizierhäuser. Die schönsten Gebäude entdecken Stadtbummler in der Rechtstadt, einem historisch bedeutsamen Stadtteil, mit ihren neun Hauptstraßen, die allesamt durch prächtige Tore zum Ufer der Mottlau führen.
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Geschäftiges Treiben herrscht in der Langgasse, der historischen Meile zwischen Hohem und Grünem Tor. Sonnenschirme beschatten die Tische der Cafés und Restaurants, Straßenhändler haben ihre Stände aufgebaut, Künstler stellen Bilder aus, porträtieren die Passanten. Auf Klapptischen wird Schmuck aus Messing und natürlich Bernstein angeboten, Antiquitäten und Ramsch liegen nah beieinander. Farbenfrohe Spätrenaissance- und Barockfassaden der Patrizierhäuser, nach den Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges detailgetreu wieder aufgebaut, säumen die alte Prachtstraße.
Zu einem Superlativ christlicher Art führt die ul. Mariacka, die Marienstraße, eine der schönsten Gassen der Altstadt: zur gotischen Marienkirche, dem größten Gotteshaus in Polen mit Platz für mehr als 20.000 Menschen. In mühevoller Kleinarbeit wurde nicht nur die Kirche, sondern auch die astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert restauriert. Jetzt sind es nur noch ein paar Schritte, dann baut sich das Wahrzeichen der Stadt, das Krantor mit seinem auffälligen hölzernen Vorbau, auf. Hinter den bis zu vier Meter dicken Mauern befindet sich eine Ausstellung des Centralne Muzeum Morskie, des Zentralen Meeresmuseums.
Am 1. September 1939 begann in Danzig morgens mit Schüssen des Panzerschiffs Schleswig-Holstein der Zweite Weltkrieg, ein tragisches Kapitel in der Danziger Geschichte. Durch den Krieg und die besonders schweren Befreiungskämpfe wurde Danzig fast vollkommen zerstört. Unter Einsatz der Einwohner wurde die Stadt wieder aufgebaut, über einen Zeitraum, der mehrere Jahrzehnte dauerte. Danzig entwickelte sich wieder zum größten Ostseehafen und erhielt seinen alten Glanz zurück.
Auf den Spuren von Solidarnocs und Lech Walesa gelangt man unweigerlich zum Tor der ehemaligen Leninwerft, nördlich der Altstadt. Hier begann 1980 der Streik, der die Weltpolitik verändern sollte und das Ende der kommunistischen Vorherrschaft einleitete. Sehenswert: die multimediale Ausstellung "Wege zur Freiheit" in einem ehemaligen Bunker nahe der Werft. Auf eindringliche Weise stellt es die Lebensbedingungen der polnischen Bevölkerung und den mutigen Kampf der Arbeiter in den 1980er Jahren dar.
Bevor die Fußballfans die Stadt bevölkern und der Kampf um den EM-Titel beginnt, ist noch etwas Zeit. Zeit, die Schönheiten und das besondere Flair der Stadt zu genießen. Und vielleicht auf den Spuren des in Danzig geborenen Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass oder von Johannes Hevelius, Bierbrauer, Ratsherr und bedeutender Astronom des Mittelalters, zu wandeln. Die Spurensuche führt garantiert in das Altstädtische Rathaus. Der prachtvolle Bau war lange Jahre Hevelius Wirkungsstätte - als Ratsherr, Bürgermeister und Kellermeister für sein gebrautes Bier. Auch das glänzt noch heute bernsteinfarben im Glas.
Allgemeine Auskünfte über Reisen nach Polen: Polnisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel. 030 210092-0, www.polen-info.de.
Informationen zu Danzig: www.gdansk.pl.
Übernachten: Besucher können im Hotel Mercure Hevelius am Rande der Altstadt unterkommen. Das Doppelzimmer kostet ab etwa 65 Euro, www.mercure.com. Drei Tage im Viersternehotel Qubus kosten bei eigener Anreise ab 99 Euro pro Person (www.travelnetto.de).
Anreise: Flüge ab Deutschland gibt es beispielsweise bei Wizzair (ab Hamburg-Lübeck, Dortmund, Köln, www.wizzair.com), LOT/Lufthansa (ab Düsseldorf, Frankfurt und München, www.lot.com, www.lufthansa.com), Jetair (ab Hamburg, www.jetair.pl).
Per Schiff: Fahrt mit der Finnlines-Fähre von Rostock nach Gdynia (www.finnlines.com).
Pauschalangebote: Städtereisen nach Danzig für Einzelreisende oder Gruppen bietet der Internet-Anbieter welcome2poland, auf Wunsch mit einer geführten Wanderung auf den Spuren von Günter Grass durch die Heimatstadt des Literatur-Nobelpreisträgers (www.welcome2poland.com).
Busreisen: Eine sechstägige Busreise nach Danzig und zur Marienburg bietet Polenreisen-Nürnberg ab 638 Euro an (www.polenreisen-nuernberg.de).
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Quelle: aja , srt
Wurm schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 13:30:49
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(0)
Danzig
Wenn wir in Deutschland nicht aufpassen, dann überholt uns die polnische Wirtschaft recht bald. Wer in Danzig schon mal war, der
weiß wovon ich rede. Aber nicht nur Danzig hat aufgeholt.
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Danzigerin schrieb:
am 8. September 2011 um 17:36:01
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Danzigs "Befreiung"
Danzig wurde nicht im "Befreiungskampf" zerstört, sondern nach dem 30.03.45 systematisch geplündert und
niedergebrannt durch betrunkene Rotarmisten. Lügen haben kurze Beine, Herr/Frau Telekomschreiber.
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S. Miller schrieb:
am 8. September 2011 um 10:01:48
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(1)
Danzig - traditionsreiche...
Die dunkle Geschichte von Danzig ist echt schlimm. Dass ausgerechnet, der im polnischen Danzig geborene Genosse
Günter Grass ein begeisterter SS-Mann war macht sprachlos.
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