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Deutsche Bahn: Was tun bei Alkoholexzessen

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Alkohol in Zügen sorgt für Diskussion

04.12.2009, 17:11 Uhr

Alkoholverbot in Zügen von Metronom. (Foto: dpa)Privater Zuganbieter Metronom verbietet Alkohol in Zügen. (Foto: dpa)Kaputte Sitze und Bierpfützen - Vandalismus in Zügen kennt jeder. Besonders an Wochenenden sind Fahrten in vielen Regionalzügen kein Spaß. "Es gibt ganz eindeutig Alkoholexzesse, gerade rund um Fußballspiele", klagt Karl-Peter Naumann, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Er spricht von "unhaltbaren Zuständen". Dagegen wollen die Innenminister vorgehen: Auf ihrer Herbsttagung diskutieren sie über ein Alkoholverbot und eine verstärkte Videoüberwachung in Zügen. "Wir stehen der politischen Diskussion offen gegenüber," sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn gegenüber t-online.de.

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Metronom-Züge künftig alkoholfrei

Mit einer Notbremse in Sachen Alkohol hat ein privates Bahn-Unternehmen schon gute Erfahrungen gemacht: "Die allermeisten Kunden reagieren absolut positiv auf unser Verbot, viele bedanken sich bei den Zugbegleitern", sagt Tatjana Festerling, Sprecherin der Eisenbahngesellschaft Metronom. Diese ist mit ihren Regionalzügen im Raum Hannover-Hamburg-Bremen unterwegs. An den Türen prangen jetzt Aufkleber mit der Aufschrift "Metronom alkoholfrei": Wer mit Schnaps, Sekt oder Bier erwischt wird, zahlt 40 Euro. Wer sich weigert, fliegt raus.

Sitze aufgeschlitzt, Fenster mit Graffiti

Weshalb hat sich Metronom zu diesem drastischen Schritt entschlossen? "Es gab drei Gründe: Die vielen Fahrgastbeschwerden, die Angriffe auf unsere Zugbegleiter und die hohen Vandalismusschäden", sagte Festerling. Manchmal habe es wie in Katastrophengebieten ausgesehen. Von Pendlern, die wochentags saubere Zügen gewohnt seien, habe sie gehört: "Wir fahren an den Wochenenden nicht mehr, weil wir nicht wollen, dass unsere Kinder traumatisiert werden." Und: Einige Fahrgastbetreuer seien von Angetrunkenen so hart angegriffen worden, "dass sie nicht mehr in den Beruf zurückkehren können". Die Kosten für zusätzliche Reinigungseinsätze und Reparaturen - eine halbe Million Euro pro Jahr allein bei Metronom - hätten außerdem in keinem Verhältnis mehr gestanden. "In den Bahnen wurden Sitze aufgeschlitzt, Deckenplatten zerhauen und Fenster mit Innengraffiti überzogen. Es wurde alles verbogen und abgebrochen, was die Leute in die Finger kriegen konnten."

Positives Feedback

Eine Befragung der Metronom-Fahrgäste im Frühjahr habe schließlich eine überwältigende Mehrheit für ein Alkoholverbot gebracht. "Und das haben wir dann in mehreren Schritten eingeführt: Ab Mitte November gab es eine Gelbe Karte für Verstöße, ab dem 1. Dezember wird durchgegriffen." Dafür habe man auch mehr Personal an Bord: bis zu drei Fahrgastbetreuer plus Security. Dass aber auch gegen das Alkoholverbot verstoßen wird, räumt Festerling ein: "Es gibt nun einmal Fangruppen oder andere Leute, bei denen Konfrontation und Zerstörung zur eigenen Identität gehört." Diese seien ein Fall für die Polizei.

Deutsche Bahn legt sich nicht fest


Dem Fahrgastverband Pro Bahn gehen totale Alkoholverbote zu weit: "Wenn man dem Feierabendpendler sein Bierchen und dem Kegelclub seinen Piccolo verbietet, verliert die Bahn einen wichtigen Vorteil gegenüber den anderen Verkehrsmittel", meint ihr Sprecher Karl-Peter Naumann. Ihm schwebt eher ein Alkoholverbot an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten vor. Schwierig zu lösen ist das Problem allemal, schließlich steht der Durchsetzung des Verbots ein erhöhter Personalbedarf gegenüber. Und die Frage bleibt: Sollen Betrunkene schon am Einsteigen gehindert werden?


50 Millionen Euro Schaden

Die Deutsche Bahn äußert sich bisher nicht eindeutig zu Schritten gegen exzessiven Alkoholkonsum. "Wir stehen der politischen Diskussion offen gegenüber", sagte ein Sprecher gegenüber t-online.de. Sprich: Man warte, wie die Innenminister zum Thema Alkoholverbot entscheiden. Vandalismus und Graffiti bescheren der Deutschen Bahn jährlich Kosten in Höhe von 50 Millionen Euro. Hauptsächlich betroffen sind Züge im Regionalverkehr und Bahnhöfe. Die Bahngewerkschaft GDBA glaubt nicht an eine Durchsetzbarkeit eines Alkoholverbots: "Der Dumme ist letztlich der Zugbegleiter, der im Zweifel einer Horde alkoholisierter Jugendlicher gegenübersteht und das Verbot durchsetzen muss", sagt ihr stellvertretender Bundeschef Peter Tröge.

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