22.09.2011, 11:57 Uhr | Sybille Boolakee, srt
Gerade erst von der Sielmann-Stiftung zum schönsten Naturwunder Deutschlands gekürt, hat der Harz auch eine mysteriöse Seite: Steinerne "Mausefallen", riesige Felsenfiguren, heidnische Hexentreppen und eine Höhle für frühzeitliche Einhörner sollen im Harz verborgen sein. Nirgendwo sonst in Deutschland finden sich so viele rätselhafte Orte wie in diesem geheimnisvollen Mittelgebirge. Wir stellen fünf Kultstätten vor, auch in unserer Foto-Show.
Mystisches findet sich im Harz nicht nur über der Erde, sondern auch darunter. Geradezu märchenhaft muten die Sagen und Geschichten über die Einhornhöhle an. Hier soll einst das wundersame Fabeltier gelebt haben. Als Kultstätte wurde die Höhle bei Scharzfeld vermutlich schon vor vielen Jahrhunderten genutzt. Lange waren Forscher überzeugt, tatsächlich sagenumwobene Einhörner in dem Höhlenlabyrinth gefunden zu haben, bevor sich im 17. Jahrhundert die Erkenntnis breit machte, dass die Fundknochen von Höhlenbären stammten. Heute können Besucher die Einhornhöhle bis Ende Oktober besuchen und erleben bei einer geführten Höhlenexkursion den Zauber längst vergangener Zeiten.
Nicht weniger rätselhaft sind die mysteriös geformten Felsen der Kästeklippen. Griesgrämig blickt dort das Felsengesicht, der "Alte vom Berge", hinunter ins Okertal. Wie kommt dieser eigentümliche Charakterkopf in diese Felsengruppe? Wer von der Okertalsperre den schmalen Pfad bergauf gestiegen ist, kommt an wunderlichen Felsformationen vorbei und staunt über die kurios aufeinander getürmten Felsen der "Mausefalle". Ein riesiger Felsbrocken stützt sich auf einen fragilen Stein und droht bei der geringsten Berührung mit viel Getöse herunterzufallen - die Mausefalle schnappt zu. Wurden diese Felsformationen wirklich von der Natur in Millionen Jahren gebildet oder war dies ein Spielplatz von Riesen? Bei einer Tour durch die Kästeklippen bezweifeln Wanderer nicht, dass die Granitfelsen in früheren Zeiten Plätze für kultische Handlungen waren.
Viele Sagen und Legenden ranken sich auch um die Scharzfelder Steinkirche. Heilige, Eremiten und weise Frauen sollen hier im Mittelalter wundertätig gelebt haben. Rentierjäger, die die Höhlenkirche vor mehr als 10000 Jahren nutzten, hinterließen die ältesten Spuren. Zu erreichen ist die geheimnisvolle Kirche oberhalb von Scharzfeld auf einem steilen, etwa 300 Meter langen Fußweg. Noch heute verzaubert die Steinkirche, die von alten knorrigen Bäumen umgeben ist, viele Menschen, wie die abgebrannten Kerzen und Räucherstäbchen ahnen lassen. Und tatsächlich: Wer sich eine Weile im Innern der Kirche aufhält, der kann die Magie dieses uralten Kraftortes spüren.
Wäre Obelix einst durch die Wälder des Harz gestreift, hätte er dort prächtige Hinkelsteine gefunden. Zum Beispiel den majestätischen vier Meter hohen Menhir aus Quarzit von Benzingerode. Der Felsen wird auf etwa 4.000 bis 5.000 Jahre geschätzt und steht an der alten B6 nach Wernigerode. Zwei weitere Megalith-Steine wurden in unmittelbarer Nähe nach dem Ausbau der Bundesstraße neu aufgerichtet. Mehr als zwei Meter ragt der Heimburger Menhir aus der Erde, und über einen Feldweg gelangt man jenseits der neuen B6 zum Derenburger Menhir. Der Sage nach sollen die drei Megalithen einst von Riesen im Wettbewerb um die Gunst eines Bauernmädchens im Felsen-Weitwurf hierher geschleudert worden sein - möglicherweise dienten die Menhire den Menschen der Frühzeit jedoch einst als Kalender oder Kultplatz.
Nur wenige Sonnenstrahlen dringen durch den dunklen Fichtenwald, durch den sich die "Hexentreppe", ein Pfad aus breiten Felsbrocken, auf dem breiten Buckel des Wurmbergs schlängelt. Auf den steilen Stufen erreichen Wanderer den Gipfel des 971 Meter hohen Berges. Der flache Gipfel des Wurmbergs wurde einst von Menschenhand eingeebnet - eine heidnische Kultstätte aus riesigen Granitblöcken soll hier frühzeitlich errichtet worden sein. Heute sind nur noch Reste der Steinanlagen zu erkennen. Waren dort keltische Druiden oder Schamanen am Werk? Lag dort einst ein Hexentanzplatz? Oder wurden Treppe und Wallanlagen erst im 19. Jahrhundert durch einen Förster aus Braunlage errichtet? Hartnäckig hält sich die Legende über eine alte heidnische Kultanlage - und wirklich: Ein wenig geheimnisvoll mutet der Felsensteig über die Hexentreppe tatsächlich an.
Weitere Informationen:
Harzer Tourismusverband e.V., Marktstr. 45, 38640 Goslar, Tel. 05321/34040, Fax 3404-66, www.harzinfo.de
Nationalpark Harz, Lindenallee 35, 38855 Wernigerode, Tel. 03943/5502-32, www.nationalpark-harz.de
Kästehaus, Käste 1, 38667 Bad Harzburg, Tel: 05321/6913, www.kaestehaus.de; Montag Ruhetag.
Einhornhöhle - Haus Einhorn, OT Scharzfeld, 37412 Herzberg am Harz, Tel. 05521/997559, Fax 997558, www.einhornhoehle.de; die Einhornhöhle ist bis 30. Oktober nur mit Führung zu besuchen, Di. bis So. 10 bis 17 Uhr, Dauer etwa 45 Minuten; Eintritt: Kinder bis sechs Jahre 1,50 Euro, sechs bis 15 Jahre 4,50 Euro, Erwachsene 7,50 Euro.
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Quelle: srt
Papa schrieb:
am 21. September 2011 um 23:06:55
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Harz
Ich habe einen Freund in Goslar, der heisst BALOU. Wer diesen Menschen kennt, der wird den Harz nur loben können. Gastfreundschaft gibt
es hier noch wirklich!!!
Wer wandern will kann es dort ausführlich tun, ab und an einkehren und ein leckeres Mahl aus Wildbret zu sich nehmen. Geil!!! Oder auch nur eine Runde auf der Kegelbahn ( na Balou, weisst Du jetzt wer Dir schreibt??? ) Leider haben wir uns schon lange nicht mehr gesehen. Gruß OBELIX.?!?!?
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Daniel schrieb:
am 21. September 2011 um 13:42:50
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Ostharz
Genau Kurt, der Ostharz hat wesentlich mehr zu bieten (Rübeland, Teufelsmauer, Baumann-Höhle, etc.) mit vielen interessanten
Veranstaltungen die im "Westen" soo nicht zu finden sind. Selketal! Einfach mal hineinfahren! Traumhaft. Am Ende "lauert" leckerster Kuchen;)) und Entspannung pur.
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Christa schrieb:
am 21. September 2011 um 12:21:39
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Harz
Der Harz ist viel interessanter als es in diesem Bericht rüberkommt. War dieses Jahr dort in Urlaub. Empfehlenswert.
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