21.10.2011, 08:14 Uhr | Christian Haas
Almhüttendörfer liegen vor allem in den österreichischen Bergen im Trend. In den vergangenen Jahren eröffneten rund drei Dutzend mehr oder weniger komfortable Anlagen dieser Art. Derweil kommt das Konzept, in eigenen Bungalows zu wohnen und dank eigener Sauna, autarker Verpflegung und eines Bringservices mehr Privatsphäre genießen zu können, aus einem ganz und gar nicht bergigen Erdteil: den Malediven. Mittlerweile haben findige Hoteliers erkannt, dass - in der richtigen Mischung aus Authentizität, familiärer Atmosphäre und modernem Komfort - Hüttendörfer nicht nur am Meer, sondern auch in den Bergen gut ankommen. Sehen Sie sich die Almhüttendörfer in unserer Foto-Show an.
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Verstanden die meisten Leute unter einer Berghütte bislang eine urige, einfache Unterkunft mit viel Charme, aber vergleichsweise geringer Bequemlichkeit, müssen sie neuerdings genauer hinsehen. Zum Standard der neuartigen Zwei- bis Sechs-Personen-Unterkünfte gehören nämlich nicht nur viel Holz, eine gemütliche Stube und ein Ofen, sondern immer öfter auch Technik-Schnickschnack à la WLAN, DVD-Rekorder und XXL-Flatscreen. Dazu die Infrarotsauna oder vielleicht sogar ein Jacuzzi auf der Privatterrasse.
Was beim kärntnerischen "Almdorf Seinerzeit" vor über zehn Jahren als einmaliges Konzept angedacht war, ist zur flächendeckenden Erfolgsgeschichte geworden. Die "Seinerzeit"-Betreiber haben sich sogar schon das Label "Das Original Almdorf" zulegen müssen, um auch auf diesem Weg daran zu erinnern, wer es eigentlich "erfunden" hat. Denn selbst im First-Class-Segment wächst die Konkurrenz. Bestes Beispiel ist das noble, 2009 eröffnete "Bergdorf Priesteregg" im Salzburger Land. Die 16 abgeschiedenen Bergchalets sind über Monate ausgebucht, und das bei Übernachtungspreisen von über 150 Euro, in der Premiumversion gar 185 Euro pro Person und Nacht. Das Abendessen, das auf Wunsch in der Stube kredenzt wird, ist dabei natürlich noch ebenso wenig im Preis enthalten wie die Masseuse, die auf Wunsch ins Chalet kommt und die stilvoll im Raum stehende Nostalgie-Füßchen-Wanne im Handumdrehen und Brettauflegen in eine Massageliege verwandelt. Den ganzen Tag keinen Schritt vor die Tür tun? Hier auf dem abgelegen 1100 Meter hohen Bilderbuchplateau über Leogang ist´s möglich.
Wer indessen auf echte Action im Freien nicht verzichten will, muss nur zur Tür hinaus. Der "Abenteuerspielplatz Bergwelt" lockt nur wenige Schritte weiter. Etliche Almhüttendörfer liegen gar direkt am Rand von Skipisten oder an Wanderwegen. Als Beispiel mögen das "Almhüttendorf Weinebene", das "Almhüttendorf Klippitztörl" und das ebenfalls in Leogang befindliche, sorgsam in die Landschaft eingebettete "Steinalmdorf" am Embachhof dienen. Aus dessen Hüttenfenstern schauen die Gäste wahlweise auf die Asitz-Talstation samt Bikepark und Kinderskischule oder die majestätischen Steinberge. Und jeden Morgen in eine Kiste mit Bio-Frühstück, die unsichtbare Helfer frühmorgens in den Hüttenflur gestellt haben. Und auch hier in der deutlich preisgünstigeren Almhüttendorf-Version gilt: Wer Appetit am faulen Nichtstun gefunden hat, muss die Hütte selbst fürs Mittag- und Abendessen nicht verlassen. Ein kurzer Anruf genügt, und das Gewünschte wird vom Personal aus dem Haupthaus hinaufgeliefert.
Zum Beispiel von Junghotelier Philipp Madreiter. Und neben dem Essen bringt er immer noch etwas Zeit für ein Gespräch mit, sei es über das Wetter, Ausflugstipps oder seine Sicht des Hüttendorf-Erfolgs. "Der Gast kann bei uns wählen: Will er Gesellschaft, dann kommt er hinunter ins Haupthaus an die Kuchentheke oder zum Abendessen. Will er lieber in seinen eigenen vier Hüttenwänden bleiben, dann findet er dort alle Annehmlichkeiten, die er braucht. Allein diese Wahlfreiheit zwischen Gruppe und Privatsphäre schätzen viele Gäste. Erst recht Familien mit Kindern." Diese schätzen vor allem noch einen anderen Aspekt: die unkomplizierten Kontaktmöglichkeiten. Dazu muss man nur die Tür aufstoßen - in den sieben anderen Hütten nebenan findet sich garantiert jemand auf derselben Wellenlänge. Egal, ob beim zentral gelegenen "Dorf"-Grillplatz oder beim Riesentrampolin: Anschluss zu anderen Kindern und erwachsenen Gästen ist garantiert.
Was ebenfalls gut bei Urlaubern ankommt, ist der Bogen in alte Zeiten. Das "Almdorf Seinerzeit" trägt dieses Konzept ja bereits im Namen, das Dörfl "Anno Dazumal" in Lanersbach ebenfalls. "Um sich abzuheben von den vielen anderen Unterkünften im Zillertal wollten wir etwas Besonderes, etwas Spezielles", erklären deren Betreiber Michaela und Stefan Dengg. Das ist ihnen gelungen, denn das Chalet-Ensemble samt modern-gemütlichem Dorfgasthaus ist die perfekte Kombination aus Selbstversorgerappartement und Komforthotel. Die Gäste können selbst kochen, essen gehen oder sich auf Wunsch Frühstück und Abendessen in der eigenen Hütte servieren lassen - bei knisterndem Kaminfeuer. Danach geht es in die eigene Infrarotsauna oder zur Massage in die Alpinvital-Badehütte, Gletscherblick inklusive. Die Folge: Manche Besucher verlassen den ganzen Tag nicht das Dörfl. "Vielleicht liegt es ja daran", so Stefan Dengg, "dass je hektischer die Alltagswelt sich gestaltet, desto größer wird das Bedürfnis nach Ruhe und Überschaubarkeit im Urlaub."
Und nach traditionellen Mustern, regionalen Besonderheiten. Beim "Anno Dazumal" sind es Tuxer Sagen, die sich in jedem Chalet in Gestalt eines Buches und altertümlicher Gegenstände widerspiegeln. Beim "Steinalmdorf" werden ausschließlich Hölzer der eigenen Fläche verwendet, das Frühstück verzichtet auf Lachs und Kiwi und bringt als "Salzburger Bauernfrühstück" dennoch eine erstaunliche Vielfalt zusammen. Im "Bergdorf Priesteregg" soll das dort verbaute Zirbenholz sogar für eine deutlich entspanntere Schlafstimmung sorgen - laut wissenschaftlichen Untersuchungen senkt es den Puls um bis zu 3500 Herzschläge am Tag und damit erheblich das Herzinfarktrisiko. Auf diese Weise wird ein uraltes Wissen reaktiviert, ohne als altmodisch abgekanzelt zu werden.
Steinalmdorf Embachhof: Rain 9, A-5771 Leogang, Tel. 0043/6583/8275, info@embachhof.at, www.steinalmdorf.com, Preis pro Tag ab 186 Euro für zwei Personen;
Bergdorf Priesteregg: Sonnberg 22, A-5771 Leogang, Tel. 0043/6583/825520, bergdorf@priesteregg.at, www.priesteregg.at, Preis pro Person und Nacht ab 185 Euro;
Alpendorf Anno Dazumal: Lanersbach 456b, A-6293 Tux, Tel. 0043/5287/877830, info@annodazumal.at, www.annodazumal.at, Preis pro Person und Nacht ab 110 Euro;
Almdorf Seinerzeit: Fellacheralm, A-9564 Patergassen, Tel. 0043/4275/7201, office@almdorf.com, www.almdorf.com, Preis pro Tag ab 320 Euro für zwei Personen.
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Quelle: srt
Steffi schrieb:
am 21. Januar 2012 um 22:56:04
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Toll!
Letztens das Steinalmdorf getestet und für gut befunden. Die anderen Angebote bieten wohl noch mehr Optik, Details und Service. Ich
finde diese Art Urlaub zu machen wunderbar. Nichts ist entspannter als sich nach einem Draußentag in heimeliger Atmosphäre aufs Sofa zu knallen. Man kann seinen Tag so gestalten wie man möchte - ohne irgendwelche Termine wahrnehmen zu müssen. Verhungern muss man trotzdem nicht - man lässt sich einfach etwas leckeres bringen. Service kostet nunmal... Darf er auch :)
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Harald schrieb:
am 23. Oktober 2011 um 09:10:42
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Schwachsinn
so ein Schmarrn hat in den Alpen nicht zu suchen... 4 Sterne und Spa, völliger überzogener Unfug.
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Claudia aus Berlin schrieb:
am 22. Oktober 2011 um 18:30:01
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Bergdorf Priesteregg
Wir haben nun das 2. Jahr im Bergdorf Priesteregg unseren Urlaub verbracht. Es war wieder einmal wunderschön und es
wurde uns jeder Wunsch erfüllt. Auch nächstes Jahr haben wir einen Urlaub im Bergdorf Priesteregg geplant. Frühjahr, Sommer Herbst und Winter sind da einfach traumhaft und das Personal ist super freundlich.
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