12.07.2011, 10:36 Uhr | Markus Roman
Sie gehört hier nicht hin, diese Brücke, denn eigentlich sollte hier ein See sein. Doch jedes Jahr gibt der Edersee in Hessen seine versunkenen Schätze frei - doch 2011 besonders früh. Wenig Regen im Frühjahr und ein Ablassen des See-Wassers für die Schifffahrt führen zu einem sinkenden Wasserstand und die Überreste der einst gefluteten Dörfer Asel, Berich und Bringhausen kommen wieder ans Licht. Brücken, Mauerreste und die Reste alter Friedhöfe zeugen vom "hessischen Atlantis", das Sie auch in unserer Foto-Show bewundern können.
Jedes Jahr wieder tauchen die verborgenen Überreste auf, die Edersee Touristic GmbH nennt das Spektakel "Edersee Atlantis". Die Brücke von Asel ist eine der besterhaltenen Ruinen in der Gegend. Ab einem Wasserstand von 235 Metern über Null kommt die mehr als 100 Jahre alte Brücke mit ihren vier Steinbögen an die Oberfläche, ab einem Wasserstand von 231 Metern über Null sind auch ihre Pfeiler wieder im Freien. Ist der See voll gestaut, steht das Wasser bei 245 Metern. Am 12. Juli stand der Pegel bei etwa 230 Metern. Bei einem so niedrigen Wasserstand können Fußgänger die Brücke überqueren, auch Dank der Restaurierung im Jahr 1989. Skurril wirkt vielen Besuchern der Gang über die Brücke. Schließlich ist die Landschaft, in der die Brücke steht, normalerweise unter der Wasseroberfläche verborgen.
So gut erhalten und spektakulär wie die Brücke von Asel sind viele andere Ruinen der Dörfer leider nicht. Nicht nur, dass die Wasserkräfte den Überbleibseln jedes Jahr zu schaffen machen; viele Gebäude wurden schon vor der Flutung Anfang des 20. Jahrhunderts verlegt. Relativ gut erhalten sind unter anderem noch die Betonplatten der ehemaligen Friedhöfe Alt-Bringhausen und Berich, die zur Zeit zu sehen sind. Auch das Sperrmauermodell an der Bericher Hütte ist sehenswert, allerdings erst ab einem Wasserstand unter 220 Meter über dem Meeresspiegel.
Zwar sinkt der Wasserstand des Edersees jedes Jahr, um den Pegel der Oberweser für die Schiffahrt konstant zu halten. Doch besonders im Frühjahr 2011 sei es "extrem trocken" gewesen, sagte Odo Sigges vom Wasser- und Schiffahrtsamt Hannover-Münden, das die Wasserabgabe der Edertalsperre regelt. Ähnlich extrem seien die klimatischen Bedingungen laut Sigges zuletzt 2003 gewesen. Nach den Planungen des Amtes muss die Wasserabgabe des Talsperre wohl schon Ende Juli gedrosselt werden. Dann dürfte der See die Marke von 40 Millionen Litern erreichen, was einem Wasserstand von knapp unter 224 Metern entspricht. Bis Ende August rechnet das Amt mit einem See-Inhalt von voraussichtlich 20 Millionen Litern (217,85 Meter Wasserstand). Da dadurch auch die Seefläche kleiner wird, ärgern sich vor allem Wassersportler. Seglern wird zum Teil schon jetzt geraten, ihre Boote zu entfernen, um sie vor Beschädigung zu schützen. Doch Besucher des Edersee-Atlantis werden dieses Jahr bis in den Herbst die versunkenen Bauwerke bewundern dürfen.
Weitere Informationen:
Edersee Touristic GmbH, Hemfurther Str. 14, 34549 Edertal-Affoldern; Tel.: +49 (0) 5623 99980; Fax: +49 (0) 5623 999830, Internet: www.edersee.com. Auf der Internetseite finden sich Informationen zum aktuellen Wasserstand sowie eine Übersicht darüber, welche Ruinen bei welchem Wasserstand auftauchen.
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Markus Roman
kanuhorst schrieb:
am 16. Juli 2011 um 18:21:18
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Wasserstand Edersee
Ein gezieltes Haushalten mit dem Ederseewasser, Pegel Hann Münden statt 1,20 m nur 1,10 m würde auch der Oberweser
Schifffahrt helfen. Denn in kürze ca. 1. Woche wrd nur noch die Mindeswasserabgabe aus dem Edersse = 6 m3 gelassen. Dann sitzt auch bald die Schifffahrt der Oberweser auf dem trockenen. Die Lust zum Kanufahren auf der Eder ist bei 6 m 3 auch nicht mehr vorhanden. Kanuhorst.
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peter8mod schrieb:
am 12. Juli 2011 um 21:47:44
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Zweckbestimmung
Die Wasser und Schifffahrtsverwaltung bezieht sich gnadenlos auf eine hundert Jahre altes kaiserliches Edikt in dem die
Zweckbestimmung des Edersees, Hochwasserschutz und Regulierung des Wasserstandes der Weser / des Mittellandkanals, festgeschrieben stehe. Dabei wir heute mißachtet, dass die Weserschifffahrt wirtschaftlich nur noch eine unbedeutende Rolle spielt, während der Edersee mit der Region Kellerwald eine enorme Wirtschaftskraft über Nordhessen hinaus entwickelt hat.
Albernlantis !
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Insider schrieb:
am 12. Juli 2011 um 20:59:14
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Edersee
Das mit K&S ist wohl unausrottbar, oder? Völliger Blödsinn; mit dem Ederseewasser wird nicht die Salzeinleitung verdünnt, sondern
die Oberweser für die Schifffahrt gestützt. Und die Aufrege um den schwankenden Wasserspiegel im STAU(!)see geht langsam zu weit: Der Stausee ist für die Weser gebaut worden. Der Bund zahlt dafür. Die, die sich hier ärgern, dass an ihrem Steg nun kein Wasser ist, sind die, die auch ein Haus neben einer Kirche kaufen und danach gegen das Läuten klagen, oder?
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