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Geisterstädte USA: Amerikas untergegangene Schätze

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Amerikas untergegangene Schätze

26.05.2010, 13:50 Uhr | M. Roman/S. Ewald

Rhyolite: "Bottle House", dessen Fassade aus mehr als 30.000 Bierflaschen besteht (Foto: Wikimedia Commons)

Sie heißen Berlin, Goldfield oder Belmont und sind Zeugen zerbrochener Träume. Die heutigen Geisterstädte im Westen der USA kamen genau so schnell, wie sie wieder verschwanden. In den Ruinen der verlassenen Städte bekommen Besucher heute einen Eindruck vom kurzen Ruhm der Städte und der wilden Zeit des amerikanischen Goldrauschs. Sehen Sie sich das Haus aus 30.0000 Bierflaschen und weitere Geisterstädte in Nevada und Kalifornien auch in unserer Foto-Seriean.

Ein Haus aus 30.000 Bierflaschen in Rhyolite

Ironischerweise war eine der heute schönsten Geisterstädte, Rhyolite, Anfang des 20. Jahrhunderts eine der größten Fehlplanungen. Etwa drei Stunden nördlich von Las Vegas überblickte die Stadt das Death Valley, in unwirtlichem Gelände. Nach der Gründung 1905 wuchs die Stadt in kürzester Zeit auf 6000 Bewohner an, besaß drei Zuglinien und eine eigene Börse. Doch die Investoren hatten sich verschätzt: Das Gold der Region brachte nicht annähernd so viel Geld ein, wie in die Entwicklung der Stadt geflossen war. Nach knapp 30 Jahren war der Traum vorbei und Rhyolite wurde der Wüste überlassen. Heute erschließt sich der Zauber vor allem im weichen Licht der untergehenden Sonne. Die beiden am besten erhaltenen Gebäude sind der Güterbahnhof und das "Bottle House", dessen Fassade aus mehr als 30.000 Bierfaschen besteht - ein Tribut an die Materialknappheit der Stadt oder die Trinkfestigkeit der Bewohner.

Berlin, Nevada - gut erhaltene Goldgräberstadt

Hunderte dieser Städte gibt es in Nevada. Manchmal erinnern jedoch nur noch ein paar Steinfragmente oder ein Name auf einer Karte der Geisterstädte daran, dass hier einst das Leben tobte. Doch in einigen Orten wie Belmont, Berlin, Rhyolite oder Goldfield zeugen alte, fast verfallene Gebäude von längst vergangenem Ruhm. Die wohl am besten erhaltene Geisterstadt Nevadas ist benannt nach der deutschen Hauptstadt. Berlin liegt knapp 40 Kilometer östlich der Stadt Gabbs im Zentrum des Bundesstaats. In Berlin lebten nie mehr als ein paar hundert Einwohner, die die Stadt nach nicht einmal 20 Jahren wieder verließen. Glücklicherweise ging die Stadt danach in den Besitz einer Bergbau-Gesellschaft über, die die Gebäude pflegte und erhielt. Seit Mitte der 70er Jahre ist Berlin ein Nationalpark, in dem Ranger Besuchern Werden und Vergehen der einstigen Goldgräberstadt erklären.

Goldfield: Hier wirkte Wyatt Earp

Goldfield war die größte Goldgräberstadt Nevadas Anfang des 20. Jahrhunderts, etwa 40 Kilometer südlich von Tonopah. 1902 fand man hier Gold, innerhalb von fünf Jahren wuchs die Stadt auf mehr als 20.000 Einwohner an. 1906 war Goldfield schon die größte Stadt Nevadas, 1908 entstand dort mit dem Goldfield Hotel das modernste und luxuriöseste Hotel zwischen Kansas City und San Francisco. Als die Minen gegen 1910 langsam versiegten, begann die Stadt zu verfallen. Eine Flut im Jahre 1913 und ein schweres Feuer zehn Jahre später zerstörten große Teile der Stadt. Trotzdem lässt ein Besuch der Stadt auch heute noch den Geist der Geschichte lebendig werden. Das teilrenovierte Goldfield Hotel oder das große Esmeralda Country Courthouse lassen erahnen, wie es war, damals. Damals, als noch Wyatt und Virgil Earp persönlich auf den Straßen Goldfields für Recht und Ordnung sorgten.

Belmont: 25 Jahre Reichtum

In der Region um Belmont dagegen war man zu Zeiten des Goldrauschs glücklicher. Gold und Silber im Wert von 15 Millionen Dollar schürfte man dort zwischen 1865 und 1890 aus dem Boden. Doch als das Erz versiegte, starb auch die Stadt. Heute zeugen Ruinen der alten Mühle, des Gerichtsgebäudes oder des Cosmopolitan Saloon vom früheren Glanz der Stadt. Das zweistöckige Gerichtsgebäude wurde zum Teil restauriert. Selbst einige neuere Bauten findet man in Belmont, ein Haus trägt sogar eine Satellitenschüssel. Von welchen Geistern die neuen Bewohner wohl gerufen wurden?

Abstecher nach Kalifornien

Ein paar Bretterbuden, verfallene Lehmhäuser und ein Krämerladen: Ballarat, am östlichsten Zipfel Kaliforniens gelegen, ist der Inbegriff einer Geisterstadt. In der flirrenden Hitze der Mittagssonne verschwimmt der Wüstenboden mit den Schemen des Panamint-Gebirges. Die Stadt entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als im Panamint Valley, einem Nachbartal des Death Valleys, Gold entdeckt wurde. Ballarat florierte bald als Versorgungsstation für jene Männer, die in den Bergen Gold schürften. Während ihrer Blütezeit zählte die Stadt zwar nur 500 Einwohner, hatte aber sieben Saloons, drei Hotels und vier Bordelle. Denn am Payday, dem Zahltag, gaben die Goldgräber in Ballarat einen Großteil ihres Lohnes aus, überwiegend für Frauen und Whiskey. Die Gegend um Ballarat ist so abgelegen, dass dort einer der berüchtigtsten Serienmörder der USA Zuflucht suchte. Hippie-Sektenführer Charles Manson versteckte sich in den 60er Jahren mit seinen Anhängern in den Bergen oberhalb von Ballarat. Sein Pickup steht heute noch zwischen den verfallenen Holzhäusern. 1969 wurde Manson hier festgenommen. Der inzwischen 75-Jährige sitzt bis heute in einem kalifornischen Gefängnis.

Konservierte Stadt

Östlich von San Francisco gelegen befindet sich Bodie, eine der bekanntesten Geisterstädte in Kalifornien. Die Fensterscheiben des Saloons sind fast blind. Flaschen stehen auf dem von einer dicken Schicht Staub bedeckten Tresen. Wenn der Wind in das schiefe Holzhaus fährt, knackt und knarrt es im Gebälk. Viele der windschiefen Häuschen samt Kirche und Mine haben dem rauen Klima wegen der geringen Luftfeuchtigkeit in den Bergen der Sierra Nevada getrotzt und schmiegen sich an die mit dichtem Gras bewachsenen Hügel. In den Scheunen stehen noch Kutschen, Autowracks und Badewannen rosten vor sich hin. Seit 50 Jahren wird Bodie quasi konserviert und heute als State Park betrieben.

Weitere Informationen:

AVIAREPS Mangum GmbH c/o Nevada Commission of Tourism, Sonnenstraße 9, 80331 München, Telefon: 0 89 / 23 66 21 - 37, Fax: 0 89 / 23 66 21 99, E-Mail: nevada@aviarepsmangum.com

Klima: Trockenes Wüstenklima. Die beste Reisezeit ist von Ende Oktober bis April, sonst können es leicht mehr als 40 Grad werden.

Death Valley National Park P.O. Box 579, Death Valley, California 92328 (Tel. von Deutschland: 001/760/786 32 00).

Internet: www.deathvalley.com, www.visitcalifornia.de.

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Quelle: dpa-tmn , t-online.de

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Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "Geisterstädte USA: Amerikas untergegangene Schätze"

jojo schrieb: am 4. Mai 2010 um 10:18:06
(0) (0) Geisterhaus
Diesen Artikel hatten wir doch schon !!!! Was soll denn dass mit den ollen Kamellen, gibt es nicht Neues ?

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