07.04.2011, 15:16 Uhr | Markus Roman
In britischen Cockpits fliegt die Müdigkeit mit (Foto: imago)
10.000 Meter Flughöhe, 200 Passagiere, 2 schlafende Piloten. Diese Horrorvision war unlängst Wirklichkeit - wenn auch nur für kurze Zeit. Das offenbart eine Studie der britischen Pilotengewerkschaft British Airline Pilot's Association (Balpa). Danach drohen ähnliche Situationen häufig: Fast die Hälfte der befragten Piloten litten unter "erheblichen Ermüdungserscheinungen". Außerdem müssten Piloten oft mehr Flüge machen als eigentlich vorgesehen.
Im Rahmen der Studie kam der eingangs erwähnte Zwischenfall ans Licht, berichtet die Daily Mail. Ein nicht namentlich erwähnter Flugkapitän einer großen britischen Airline gab in der Studie an, etwa vor drei Monaten hätten sein Co-Pilot und er während ihrer Ruhephase nicht schlafen können. Der Co-Pilot fragte seinen Kapitän während des folgenden Fluges, ob er ein Nickerchen halten dürfe, was ihm sein Chef genehmigte. Kurze Zeit später übermannte diesen jedoch selbst der Schlaf, das Flugzeug war etwa zehn Minuten führerlos. Der BBC schilderte der Pilot das Erlebnis wie folgt: "Zehn Minuten nach Beginn seines Nickerchens konnte ich meine Augen nicht mehr aufhalten. Ich redete mir ein, es sei in Ordnung, die Augen kurz zu schließen." Etwa zehn Minuten später sei er voller Adrenalin aufgewacht und habe die Instrumente überprüft. Glücklicherweise sei alles normal verlaufen, der Auto-Pilot habe das Flugzeug auf Kurs gehalten. "Im schlimmsten Fall könnte sich der Auto-Pilot abschalten und das Flugzeug würde steigen oder sinken. Das wäre extrem gefährlich, weil man in den Kurs eines anderen Flugzeugs geraten könnte," ergänzte der betroffene Kapitän. Es gäbe zwar Warnsignale, doch diese könne man leicht verschlafen.
Auch wenn der Fall eine Ausnahmesituation darstellt, sind die Ergebnisse der Studie beunruhigend. So fühlten 45 Prozent der Piloten "deutliche Ermüdungserscheinungen" während der Flüge. 40 Prozent gaben an, sie müssten zumindest zwei Mal im Monat mehr Stunden fliegen als eigentlich vorgesehen, um das Flugvolumen zu bewältigen. Die britische Luftfahrtbehörde erlaubt zwar solche Mehrflüge, allerdings normalerweise nur in Ausnahmefällen. "Die Übermüdung unter britischen Piloten nimmt stetig zu. Das zeigt diese Studie und das wissen unsere Mitglieder", sagte Jim McAuslan von der Pilotenvereinigung Balpa. "Piloten erzählen von persönlichen Erfahrungen mit Übermüdung. Schon unter gegenwärtigen Regelungen stehen einem da die Haare zu Berge. Sie noch mehr fliegen zu lassen, ist einfach verantwortungslos." McAuslan kritisiert damit die Ankündigung der Europäischen Union, die zulässigen Flugstunden für Piloten auf 1000 pro Jahr zu erhöhen. Momentan dürfen britische Piloten 900 Stunden pro Jahr fliegen. Die europäischen Behörden gaben an, die Änderung führe nicht zu weniger Sicherheit im Flugverkehr.
Im Auftrag der Balpa befragte die University College London 492 Piloten der Fluggesellschaft Easyjet, darunter zwei Drittel Kapitäne. Laut Balpa seien die Ergebnisse jedoch bezeichnend für die gesamte Luftfahrtbranche. Der Zwischenfall, bei dem Pilot und Co-Pilot einschliefen, soll sich laut Dailymail allerdings bei einer anderen Airline ereignet haben. Easyjet teilte mit, man könne die Ergebnisse der Balpa-Studie nicht anerkennen und bestand darauf, stets alle Sicherheitsvorschriften einzuhalten.
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Markus Roman
Augur schrieb:
am 8. April 2011 um 19:53:58
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Schlafende britische Piloten
Einfache Lösung: Totmannsknopf wie auf den Loks der Bahn. Dort bremst sich der Zug automatisch ab, wenn der
Lokführer nicht in periodischen Abständen den Knopf drückt. Vollbremsung geht natürlich beim Flugzeug nicht. Stattdessen müssten beide Piloten derart durchgeschüttelt werden, dass sie auch garantiert aufwachen. In der Start-und Landephase muss das System natürlich ausgeschaltet werden. Vielleicht genügt es auch, wenn eine Stewardess etwas öfter im Cockppit nach dem Rechten sieht.
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rene01 schrieb:
am 8. April 2011 um 18:41:16
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Zu Schlafende Piloten...
Was sagt uns das? Flieg nie mit British Airways oder unterhalte die Piloten damit dies munter bleiben. Auch wenn es
eigentlich verboten ist mit dem Busfahrer zu reden. Hier sollte man eine Ausnahme machen zur eigenen Sicherheit.
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Pilot schrieb:
am 8. April 2011 um 17:52:54
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Schwätzer
mein Gott, was treiben sich hier schon wieder für Schwätzer und Möchtegernpiloten rum... das kann doch alles nicht wahr sein...
Totmann-Bremse, anhalten an Wolke 7, es merkt keiner, wenn der Autopilot ausfällt... am besten mal googeln: Geräusche im Cockpit... grusel...
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