23.12.2011, 16:03 Uhr | Hans-Werner Rodrian
Okay, mit Edelhütten und Luxushotels können sie nicht aufwarten. Dafür bieten Tschechiens Pisten etwas anderes: guten Wintersport zu günstigen Preisen. In Rübezahls Heimat liegt reichlich Schnee, auf den Pisten ist noch Platz, und die Kosten sind so niedrig wie in den Alpen vor 20 Jahren. Das und eine Portion Neugier locken immer mehr Skiurlauber über die Grenzen nach Tschechien. Wir verraten, wo der Schnee dort am schönsten staubt - auch in unserer Foto-Show.
Vom Arber-Skigebiet im Bayerischen Wald sind es gerade mal zehn Autominuten nach Zelezna Ruda (Markt Eisenstein) in Tschechien. Der Schlagbaum, der bis 1989 den Eisernen Vorhang markierte, steht heute weit offen. Auf der bayerischen Seite locken zehn, in Tschechien 20 Lifte. Einen gemeinsamen Skipass gibt es allerdings nicht mal in Tschechien. Zelezna Ruda ist ein altes K.u.k-Städtchen, hat heute sogar ein Spielcasino. Vier Skiberge verteilen sich über das sechs Kilometer lange Tal, der beste liegt ganz hinten und heißt Spicak oder zu deutsch Spitzberg (sieben Pistenkilometer, Tagespass 17 bis 23 Euro). Dort gibt es sogar eine moderne Vierersesselbahn, zum Abschwingen lockt an der Talstation der nostalgische Berggasthof Blazenka. Dieses Jahr wurden die Ski- und Snowboardpiste um ein Viertel vergrößert und fünf Skitouren abseits der Piste markiert. Insgesamt ist die Region perfekt für Wechselwähler. Schließlich wartet gleich nebenan der Große Arber mit supermodernen Liften und Schneekanonen - allerdings auch mit höheren Preisen.
So heißt es in Lipno am Moldaustausee im südlichen Böhmerwald. Mit niederländischem Geld hat das kleine Skigebiet vor drei Jahren zunächst alle fünf bestehenden Lifte abgerissen und stattdessen drei nagelneue Vierersesselbahnen neu aufgebaut. 2010 kam ein moderner Snowpark und dieses Jahr eine Snowcross-Strecke hinzu. In den Jahren zuvor war in Lipno bereits ein holländischer Ferienpark samt Planschparadies, einem Kinderland "Made in Austria" und einem Boarderpark entstanden. Jetzt merkt man nur noch an den böhmischen Knödeln und den tschechischen Kronen, dass man nicht in einem österreichischen Skigebiet Urlaub macht. Und natürlich an den Preisen - die sind gottlob noch nicht "Made in Austria" (sechs Pistenkilometer, Tagespass 19 Euro, Kindertarife gelten bis 18 Jahre). Wer gern mit Kindern Urlaub in einem Ferienpark mit Spaßbad macht und das Skifahren erst lernt, der ist hier richtig aufgehoben. Und wenn der Lipno-Stausee zufriert (was eigentlich jeden Winter passiert), dann kann man dort auch herrlich Schlittschuh laufen.
Oberwiesenthal in Sachsen und das tschechische Bodzi Dar (Gottesgab) wollen ihre Skigebiete Fichtelberg und Klinovec verbinden und gemeinsam mit viel EU-Geld zum größten Pistenareal nördlich der Alpen aufsteigen. Mit einem gemeinsamen Skipass (ab zwei Tagen, 42 Euro für 27 Pistenkilometer) und dem Bau der Zentralbahn am Klinovec, Tschechiens erster Highspeed-Vierersesselbahn mit Cabriohauben, wurde in diesem Sommer der erste Schritt getan. Vermutlich noch bis 2016 muss man sich aber ins Auto setzen, um vom deutschen Pistenrevier Fichtelberg hinüber zu Klinovec (Keilberg) und Neklid zu wechseln. Das Pistenangebot ist vielfältig: breite und sehr flache Wiesenhänge für Anfänger am Neklid, eine bis zu 40 Prozent steile Piste ins Tal des Keilberg und anspruchsvolle Waldabfahrten im interessantesten Skigebiet, der Nordostflanke des Keilbergs. Dieses Teilgebiet ist sehr schneesicher - fünf Monate Skisaison sind hier keine Seltenheit. Dort werden auch anspruchsvollere Fahrer zufrieden sein, die Pisten sind topgepflegt. Abends ist allerdings wenig los.
Die Schneekoppe kennen die meisten Deutschen nur als Müsli - ein Fehler, denn unter ihrer breiten Kuppe drängen sich die größten und populärsten böhmischen Wintersportgebiete. Wichtigster Skiort an den Hängen des Riesengebirges ist der autofreie Ort Spindlermühle (740 bis 1235 Meter) oder einfach "Spindl". Fünf moderne Sesselbahnen und acht Schlepper lassen an den 23 Kilometern gepflegter Pisten keine Wartezeiten aufkommen. Das Angebot muss sich auch vor den Alpen nicht verstecken, sogar einen Snowboard-Funpark und eine Halfpipe gibt es. Der gemeinsame Skipass für die beiden Spindler Pistenreviere Svatý Petr und Medvedin kostet aber für sechs Tage nur 123 Euro, Kinder erhalten 30 Prozent Rabatt. Der Skipass schließt auch den Skibus ein. Neu in diesem Jahr ist eine Dreistundenkarte, die von vielen Gästen angeregt wurde. Ein dreitägiger Ski- oder Snowboardkurs ist für 60 Euro zu buchen, die Privatstunde kostet ganze 16 Euro. Gut aufgehoben in den teilweise schön restaurierten Gründerzeithotels sind neben Familien auch Nachtschwärmer, denn in den fast 50 Bars, Pubs und Discos weint keiner dem Anton aus Tirol nach.
Kleiner und beschaulicher als in Spindlermühle geht es nebenan in Petzer (tschechisch Pec, 750 Meter) zu, mitten im Nationalpark unter der Schneekoppe (Snezka). Malerisch verstreut liegen gemütliche Pensionen und Berghütten auf den Almwiesen unter Rübezahls Hausberg, selbst die unvermeidlichen Stilbrüche aus sozialistischer Zeit stören das Bild kaum. Eine Sesselbahn führt geradewegs zum höchsten Gipfel des tief verschneiten Riesengebirges. Das alpine Skigebiet liegt aber am Berg Javor, insgesamt lassen sich dort sechs Pisten mit zehn Kilometern Abfahrten entdecken. Sportlich-anspruchsvoll geht es unter der Vierersesselbahn Hnedy Vrch zu, den schönsten Blick auf die Schneekoppe hat man von der Melnická-Baude aus, wo auch die kinderfreundlichsten Hänge sind. Der Wochenskipass kostet 104 bis 125 Euro, für Kinder rund 58 bis 67 Euro. Neu in diesem Jahr sind Punkte- und Familienkarten. Der Skipass gilt auch an den Liften und im Skibus ins Nachbargebiet Janske Lazne (Johannisbad), wo eine moderne Achterkabinenbahn weitere zwölf Kilometer Pisten erschließt, darunter einen Skiweg zurück nach Javor.
Osteuropas Skigebiete bucht man am besten beim Reiseveranstalter. Die Kataloge von Anbietern wie 1-2-fly, ADAC-Reisen, Ameropa, Dertour, ITS, Neckermann und Tui sind in Reisebüros erhältlich. Infos auch über Webseiten www.spicak.cz, www.lipnoservis.cz, www.fichtelberg-ski.de, www.skiareal.com, www.riesengebirge.cz, www.skipec.com.
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Quelle: srt
zi schrieb:
am 8. Dezember 2011 um 09:50:55
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ski
nicht dass ich das riesengebirge nicht mag, aber pistenpreise wie in austria und vor allem stundenlanges skiliftstehen verleiden mir den
dortigen auffenthalt.vor jahren war es noch schöner-ohne das herumgurken der holländer
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JoGoWei schrieb:
am 7. Dezember 2011 um 21:43:29
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Günstig Skif ahren
Na dann viel Spass ! Fahrt am besten mit dem Bus und nicht mit deutschen Diesel-Normaloautos ( VW, Audi, BMW od. Mercedes
), sonst MÜSST ihr mit dem Buss heimfahren. Und versichert eure Ski gut , lasst sie nie unbeobachtet rumstehen. Mir haben sie mal einen 2Tonnen schweren Geländewagen innerhalb v. 20 Minuten von einem angebl. kameraüberwachten Parkplatz geklaut ( kompl. auf einen LKW gezogen )
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Rainer schrieb:
am 23. November 2011 um 10:19:45
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Preis-Leistungsverhältnis?
Im Verhältnis zu den Pistenkilometern sind die Preise viel zu hoch, da wird es schon nach einem halben Tag
langweilig (z.B. siehe Text: 23 km für 123 €/6 Tage). Wenn dann auch noch Wartezeiten hinzukommen (wie einige schreiben), dann fahre ich doch lieber in die Alpen, wo ich zwar etwa das Doppelte zahlen muss (z.B. Arlberg 219 € für 260 km Piste + 180 km freies Abfahrtsgelände), aber um ein Vielfaches mehr geboten bekomme. Es muss ja nicht gerade die teuere Schweiz sein.
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