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Heftige Schneefälle und kalte Temperaturen in Europa

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Heftige Schneefälle und kalte Temperaturen in Europa

03.02.2010, 18:40 Uhr

Andermatt, Schweiz (Foto: Imago) Andermatt verfügt über die zweithöchste Schneedecke der Schweiz mit gegenwärtig 2,4 Metern auf dem Berg und 150 Zentimetern im Tal (Foto: Imago)In Europa ist es kalt und es schneit in weiten Teilen des Kontinents stark – hunderte Powderalarms (Eilmeldungen wegen mindestens 20 cm Schneefall in einem einzelnen Skigebiet in 24 Stunden) wurden vom Schneehöhenportal Skiinfo.de gegeben. Der Schneefall hält weiter an und die Pistenbedingungen sind in fast allen wichtigen Skigebieten exzellent. Allerdings wird vor teils hoher Lawinengefahr abseits der offiziellen Pisten gewarnt.

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In der Schweiz türmt sich der Neuschnee

Die Schweiz erlebte zuletzt außerordentlich starke Schneefälle. Am heftigsten waren sie im Skigebiet Filzbach-Kerenzerberg, wo ganze zwei Meter Neuschnee innerhalb einer Woche fielen. Andermatt verfügt über die zweithöchste Schneedecke des Landes mit gegenwärtig 2,4 Metern auf dem Berg und 150 Zentimetern im Tal. Am Freitag gab das Skigebiet einen Powderalarm. „Momentan liegt hier im Skigebiet mehr als genug Schnee, um dem Wintersport in allen Facetten frönen zu können“, sagte Peter Heinzer, Direktor der Andermatt-Gotthard Sportbahnen dem Schneehöhenportal skiinfo.de. „In den schönen Neuschneehängen ist es ein wirkliches Vergnügen sich mit den Skiern oder mit dem Snowboard vorwärts zu bewegen.“ Auch die Freerider kämen dabei voll auf ihre Kosten. Sie sollten jedoch auf die erhebliche Lawinengefahr Acht geben. Die meisten führenden Skiressorts der Schweiz haben über das Wochenende zwischen 30 und 60 Zentimeter Neuschnee gemeldet, einschließlich Crans Montana, den Vier Tälern und Saas Fee. Gstaad meldete am Sonntag heftige Schneefälle.

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Dutzende Powderalarms in Österreich

In Österreich schneite es ebenfalls stark – verteilt über das ganze Land. St. Anton meldet heute 15 Zentimeter, gestern waren es bereits 20 Zentimeter in der SkiWelt, Kitzbühel, St. Johann und zahlreichen anderen österreichischen Skigebieten. Innerhalb einer Woche haben die Ressorts in Österreich bis zu 80 Zentimeter Schnee angehäuft, das Kleinwalsertal meldete 75 Zentimeter, St. Johann 60 Zentimeter. Die größte Schneehöhe des Landes gibt es auf dem Mölltaler Gletscher, wo nach einem Powderalarm am Freitag nun 340 Zentimeter Schnee liegen.

 

Deutsche Skigebiete "ertrinken" förmlich im Schnee

Weiter nördlich ertrinken viele Skigebiete in Deutschland geradezu im Schnee: Mehr als 100 Powderalarms wegen 20 Zentimeter Neuschnee in nur 24 Stunden gab es hierzulande seit Freitag. Im Allgäu meldeten Alpsee Bergwelt und Grasgehren einen halben Meter Neuschnee am Sonntag, in letzterem Skigebiet liegen nun 180 Zentimeter Schnee auf den Pisten. Gestern betrug der Schneefall auch in den Oberstdorfer Skigebieten 20-30 Zentimeter. Auch die Mittelgebirge Sauerland, Fichtelgebirge und Bayerischer Wald standen dem in nichts nach. Die starken Schneefälle bescherten mehreren Skigebieten dort nach aktuellen Meldungen in den vergangenen 24 Stunden erneut 30 Zentimeter Neuschnee und mehr. Die Sauerländer Skigebiete Giller-Hilchenbach-Lützel und Medebach  meldeten gestern bzw. vorgestern gar 70 Zentimeter Schneefall. Balderschwang im Allgäu hatte 180 Zentimeter Schneefall in den letzten sieben Tagen zu verbuchen. Werner Fritz von der Gäste-Info Balderschwang schwärmte gegenüber Pascal Bovée von Skiinfo, auf den Hängen dort liege „im Moment ‚Champagner-Powder’, wie es besser nicht sein könnte“. Die Pisten seien perfekt präpariert.    

 

Reichlich Pulverschnee und hohe Lawinengefahr in Frankreich

In den französischen Skigebieten gab es seit Freitag ebenfalls mehr als 50 Powderalarms. Am stärksten war der Schneefall dabei in den Pyrenäen. Vincent Doutres, Manager von Espaces Cauterets in den Pyrenäen meinte: „Wir haben hier erstklassigen Schnee. In dieser Woche schneite es einen ganzen Meter in 48 Stunden. Das Skigebiet war völlig sicher, aber wir haben vorsorglich 15 Prozent des Terrains geschlossen. Diese Pisten liegen in einem etwas empfindlichen Gebiet. Unsere Gäste müssen sich vor dem Skifahren „Off Piste“ hüten, denn das Lawinenrisiko liegt hier in den Pyrenäen durchgängig auf Stufe vier bis fünf. Die Schneemassen brauchen eine Weile, um sich zu stabilisieren. Für die 20.000 Skifahrer, die wir nächste Woche zu den Februarferien erwarten, dürften die Bedingungen ideal sein.“ Auch in den Nordalpen erlebteFrankreich heftige Schneefälle. Avoriaz meldete 60 Zentimeter Neuschnee. Chamonix Mont-Blanc hat nach eigenen Angaben weiterhin eine der größten Schneehöhen weltweit: 4,2 Meter.

 

Bis zu ein halber Meter Neuschnee in Italien

Italien, wo auf dem Presena Gletscher ähnlich viel Schnee liegt, hat in der vergangenen Woche ebenfalls viel Neuschnee gesehen. Wenngleich die Schneefälle etwas geringer waren als in den Nordalpen – Skigebiete wie Andalo und Piancavallo meldeten 30-50 Zentimeter Schneefall im Verlauf der vergangenen Woche.

 

Eiseskälte in Skandinavien

Die Skibedingungen in Norwegen sind bei konstant niedrigen Temperaturen sehr gut. Die meisten Skigebiete melden starke Schneefälle, die Skigebiete Strandafjellet und Stordal im Westen des Landes gar einen ganzen Meter Neuschnee in sieben Tagen. Weiter östlich, in Schweden, sind alle Skigebiete geöffnet und Skiinfos Dienst „Snowfinder“ sagt ihnen für die nächsten Tage mehr Schnee voraus. In weiten Teilen des Landes gab es in den vergangenen sieben Tagen Schnee, 23 Zentimeter in Nalovardo, 20 in Hassela und 16 Zentimeter in Åre. Die Temperaturen im Norden Schwedens erreichten im Norden bis zu minus 20 Grad.

 

Schneelage in Polen bessert sich

In Osteuropa gaben die Skiressorts in Tschechien und der Slowakei zahlreiche Powderalarms. Polens Skigebiete, die keinen allzu guten Start in die Saison hatten, erlebten in den letzten Tagen ebenfalls einige Schneefälle. Teresa Kęsek von den Polnischen Bergbahnen in Zakopane sagte zu Skiinfo.pl: „Nach einer langen Wartezeit können die Skifahrer in Kasprowy Wierch in Zakopane schließlich skifahren. Im Moment ist eine Piste in Kocioł Gąsienicowy offen. Den Sessellift in Kocioł Goryczkowy können wir in Betrieb nehmen, sobald die Schneehöhe 50 Zentimeter erreicht. Die sehr späte Öffnung der Pisten liegt an den ungünstigen Schneeverhältnissen und weil wir im Tatra Nationalpark in Polen keine Schneekanonen einsetzen können.“ Dwie Doliny Muszyna - Wierchomla verfügt über den meisten Schnee in Polen: 120 Zentimeter.

 

Schneereichster Winter seit langem in Belgien

Aus Belgien, nicht gerade eines der bekanntesten Ziele für den Winterurlaub, werden aus den Skigebieten in den südlichen Ardennen Schneefälle bis zu 35 Zentimeter und glänzende Pistenbedingungen gemeldet. Belgische Resorts wie Mont Spinette, Rocherath Eifel Ski Zentrum und das Ovifat Alpine Resort bekamen im Verlauf einer Woche bis zu 60 Zentimeter Neuschnee hinzu. „Es ist lange her, dass wir so einen schneereichen Winter erlebt haben“, meinte Lennert van Loo von Skiinfo Belgien.

 

Vorwiegend weiße Pisten in Kanada kurz vor den Winterspielen

In Nordamerika herrschen an beiden Küsten kalte Temperaturen vor und viele Skiressorts melden 35-45 Zentimeter Neuschnee. Aus dem kanadischen Whistler werden kaum mehr als eine Woche vor den Olympischen Winterspielen exzellente Pistenbedingungen gemeldet, wenngleich der Snowboard- und Freestyle-Austragungsort Cypress Mountain mit Tauwetter zu kämpfen hat. Dort karrt man gegenwärtig Schneeladungen heran, um die sich verkleinernde Schneedecke aufzubessern.

SpecialVancouver 2010

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Quelle: dpa-tmn , t-online.de

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