04.01.2008, 11:15 Uhr
Der Platz Rynek mit Tuchhallen (Foto: srt/Becker) Krakaus historisches Zentrum ist im Sommer die Bühne für eine einzige Open-Air-Party. Doch wenn es in den engen Gassen kälter wird, ziehen sich die ausgelassenen Partygänger in die gut geheizten Lokale der Altstadt zurück. Während die junge Szene drinnen fröhlich weiterfeiert, zeigt sich draußen ein ganz anderes Krakau. Der Rynek, einer der größten Plätze Europas, ist in milchigen Nebel getaucht, die Tuchhallen in seinem Zentrum scheinen zu schweben. Der Schritt wird langsamer, der Geist kommt zur Ruhe - die historische Seele der Stadt wird spürbar. In der für Autos gesperrten Innenstadt stört kein Motorenlärm die träumerische Stille. Nur die Schritte der Fußgänger hallen über das Pflaster, während die dick eingepackten Verkäufer der Obwarzanki, der typischen Krakauer Gebäckkringel, an ihren kleinen, blauen Ständen in der Früh auf Kundschaft warten. Doch die Melancholie währt niemals lange: Mit der Sonne, die den Rynek in ein strahlendes Winterlicht taucht, kehrt auch das Leben in die Straßen zurück.
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Die kalte Jahreszeit ist ideal, um die vielen kulturellen Highlights des Unesco-Welterbes ohne den Touristenrummel der Sommermonate zu erkunden. Alles liegt dicht beieinander und ist bequem zu Fuß zu erreichen - so bleibt man trotz der Kälte warm. Zum Pflichtprogramm gehört die Marienkirche direkt am Rynek, das größte und schönste Gotteshaus der Stadt. Die fantastischen Arbeiten des Nürnberger Bildhauers Veit Stoß gehören zu den besten Holzschnitzereien der europäischen Gotik. Auch im Wawel, dem polnischen Königsschloss, ist im Winter nur wenig los. So kann man die prunkvollen Säle und die berühmten Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert ohne Geschiebe in Ruhe erleben. Außerdem locken mehr als 40 Museen sowie über 150 Kirchen und Klöster. Allerdings haben manche Sehenswürdigkeiten im Winter verkürzte Öffnungszeiten, ein Vorab-Besuch bei der Touristeninformation am Rynek erspart Enttäuschungen.
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Das Herz der drittgrößten Stadt Polens hat alle Kriege unbeschadet überstanden. Kein geschmackloser Neubau stört den Blick auf mittelalterliche Gassen, Renaissance- und Barockgebäude. Die Atmosphäre erinnert ein bisschen an Florenz und ein bisschen an Wien - Erbe der österreichischen Herrschaft im 19. Jahrhundert. Wer sich einfach treiben lässt, entdeckt immer neue, schöne Ansichten und Details. Beim Bummel durch die historischen Gassen sollte man sich nicht von der oft unübersichtlichen Architektur und den ein wenig schäbig wirkenden, verwinkelten Zugängen durch endlose Treppenhäuser abschrecken lassen: Was offen ist, darf betreten werden. Im Inneren verbergen sich oft erstaunlich großzügige Lokale, Galerien oder Geschäfte. Das Angebot in den zahllosen Boutiquen und Läden unterscheidet sich allerdings nicht sehr von dem in Deutschland - ebensowenig wie die Preise. Für die Polen selbst sind viele Waren deshalb oft kaum noch zu bezahlen. Günstiger als hierzulande sind allerdings nach wie vor Dienstleistungen und vor allem das Ausgehen.
Wenn es dann zum Bummeln zu kalt wird, wärmt man sich rasch und preiswert in einem der unzähligen Cafés oder Restaurants auf: Vom hypermodern gestylten Szene-Lokal bis zum plüschigen Café mit nostalgischem Ambiente ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wieder in Mode sind die so genannten Milchbars, ein Relikt aus sozialistischen Zeiten, wie beispielsweise das "Pani Stasia" in der Ul. Mikolajska 18. Dort wird mittags polnische Hausmannskost zum Schnäppchenpreis serviert. Die Resopaleinrichtung und die Bedienung der Marke "herb-freundlich" bieten authentisches Lokalkolorit. Das oft sehr fettige und schwere Essen ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack.
Weitere Informationen:
Polnisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel. 030/210092-0, Fax 21009214, E-Mail: info@polen-info.de, Internet: www.polen-info.de, www.polen.travel/de, www.krakow.pl.
Anreise: Der Flughafen liegt rund 15 Kilometer außerhalb der Stadt. Krakau wird von allen großen deutschen Städten aus angeflogen. Mehrere Billig-Airlines haben die polnische Metropole im Programm. Wer früh bucht, kann hier oft Schnäppchen machen. Zur Einreise genügt ein gültiger Personalausweis.
Ausgehen: Die Szene ist permanent in Bewegung, ständig entstehen neue Lokale - beim Bummeln findet sich immer etwas. Beim Essengehen sind Ausländer allerdings oft unter sich - viele Polen können sich die Restaurantpreise schlicht nicht leisten. Gut zubereitete polnische Hausmannskost bietet: Nostalgia in der Ul. Karmelicka 10, 31-128 Krakau, Tel. 012/4254260.
Quelle: srt
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