19.07.2011, 14:43 Uhr | Markus Roman
Wie und wer kocht eigentlich Essen für 2500 Leute gleichzeitig? Und wie steuert sich ein Schiff, das mehr als 300 Meter lang ist? Während auf modernen Kreuzfahrtschiffen für die Gäste Erholung und Unterhaltung im Vordergrund stehen, herrscht hinter den Kulissen ständig Hochbetrieb. Bei einigen Reedereien können Gäste auf geführten Touren Eindrücke der Küche, des Maschinenraums, der Provianträume und sogar der Brücke erleben - oft inklusive Gespräch mit dem Kapitän. Doch die Touren sind auf wenige Teilnehmer beschränkt - und bei einigen Reedereien ziemlich teuer. Sehen Sie Einblicke hinter die Kulissen der Kreuzfahrtschiffe in unserer Foto-Show.
Royal Caribbean bietet seit Juli 2011 auf allen Schiffen die so genannten "All Access Touren" an - mindestens zwei Mal auf jeder Kreuzfahrt mit mehr als sieben Übernachtungen, auf kürzeren Reisen zumindest ein Mal. Kundige Mitarbeiter erklären die Funktionsweise des Schiffs, einschließlich eines Besuchs der entsprechenden Areale. Dazu gehören die Brücke, die Küche, der Backstage-Bereich des Haupttheaters sowie der Maschinenkontrollraum. Um den Betrieb des Schiffes nicht zu stören, müssen die Teilnehmer gewisse Regeln einhalten. So gibt es Touren in die Küche nur, wenn das Personal kaum oder gar keine Mahlzeiten vorbereitet. Die Gäste müssen ihre Hände desinfizieren und geschlossene Schuhe tragen und befinden sich in einem eingeschränkten Bereich der Küche. Dafür sehen die Gäste aus nächster Nähe, wie viel Organisation und Logistik nötig ist, um etwa auf den Schiffen der Oasis-Klasse zum Abendessen bis 2500 Menschen zugleich zu versorgen - und trotzdem jedes Steak nach Wunsch zu braten. Beim Besuch der Brücke erfahren große wie kleine Schifffans aus erster Hand, wie man mehr als 200.000 Tonnen sicher über die Ozeane und in die Häfen lenkt. Royal Caribbean lässt sich die exklusiven Einblicke allerdings einiges kosten. Umgerechnet 105 Euro kostet die dreieinhalbstündige Tour pro Person, anmelden können sich Interessierte an der Rezeption des Schiffes.
Auch andere Reedereien geben Einblicke hinter die Kulissen. Bei der deutschen AIDA Cruises ist der Blick hinter die Kulissen allerdings noch ein Geheimtipp. Die Touren werden nicht im Vorfeld ausgeschrieben, sondern nur direkt während der Kreuzfahrt in der täglichen Bordzeitung "AIDA heute" annonciert, sagte AIDA-Sprecherin Susanne Becker t-online.de. Zudem sind sie auf 10 bis 15 Leute begrenzt und werden auch nicht auf jeder Kreuzfahrt angeboten. Wer in den Genuss der Führung kommt, darf hinter die Bühne des Schiffstheaters schauen, Bordküche und Provianträume inspizieren und eventuell auch kurz auf der Brücke vorbeischauen - wenn die Situation es gerade zulässt. Die Touren kosten 85 Euro, alle Teilnehmer müssen zudem älter als 18 Jahre sein. Im Preis inbegriffen ist eine DVD der Dokumentation "AIDA Inside". Die ist auch für alle erhältlich, die keinen Platz bei der Schiffsführung ergattern.
Bei Hapag Lloyd Kreuzfahrten sind Brücken- und Maschinenraumführungen im Preis inbegriffen. Führungen in Küchen- oder Provianträume gibt es nicht. Wer also schon immer einmal sehen wollte, wie die "Europa", die "Hanseatic" oder die "Columbus" über die Meere geführt werden, kann sich an der Rezeption des Schiffes melden. Die Führungen finden mehrmals pro Kreuzfahrt statt. Im Gegensatz zu AIDA Cruises sind hier auch kleine Gäste willkommen.
Einer der Vorreiter bei den Hinter-den-Kulissen-Führungen ist Princess Cruises. Schon 2008 bot die Reederei die ihre "Ultimate Ship Tour" an, nach eigenen Angaben als erste Reederei. Die Touren finden jeden tag auf See ein bis zweimal statt und kosten pro Person umgerechnet 105 Euro. Neben Küche, Maschinenraum, Druckerei und Wäscherei ist auch hier eines der Highlights die Brücke. Neben einem kleinen Plausch mit dem Kapitän bietet sich ein Blick durch die Panorama-Fenster der Kommandozentrale sowie ein exklusives kleines Buffet als Abschluss der Tour. Außerdem darf sich jeder Teilnehmer am Steuerrad des jeweiligen Schiffes ablichten lassen. Die Touren werden auf allen Schiffen der Princess Cruises außer der Pacific Princess und Ocean Princess angeboten.
Bei den "Behind the fun"-Touren der Carnival Cruises bekommen Gäste auch einen Einblick in das Alltagsleben der Crew, wenn diese nicht gerade im Einsatz für das Wohl der Gäste ist. So steht ein Besuch der Crew Sporthalle, der Kantine und Wäscherei auf dem Programm. Außerdem gibt es als Andenken ein Fotobuch mit Bildern, die direkt von der Crew geschossen wurden. Die Touren kosten etwa 70 Euro und finden immer am letzten Tag auf See statt. Maximal dürfen 16 Gäste ab 8 Jahren dabei sein, die Touren dauern dreieinhalb Stunden.
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Markus Roman
Tantchen schrieb:
am 14. September 2011 um 07:46:53
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Muss man denn....
... immer alles gesehen, fotografiert, mitgemacht haben??? Diese ewige Erklärbärmanie geht sowas von auf den Senkel...
Wer dafür dann auch noch Geld übrig hat, solls halt zahlen und nicht lang murren!
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"J.R." schrieb:
am 20. Juli 2011 um 21:18:43
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ganz schön teuer
Für die paar nicht öffentlichen Teile des Schiffes ist der Preis einer geführten
Besichtigung unverschämt teuer.Man
will wahrscheinlich auch die nicht so
wirklich interessierten Gaffer abschrecken.Eine Alternative sind ja die relativ
oft und wirklich gut gedrehten Berichte im TV.
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