05.09.2011, 08:30 Uhr | Anne Jäger
Wenn der Schnee im finnischen Lappland schmilzt, verschwindet mit der Eislandschaft ebenso der Strom an Touristen, die jeden Winter die Region zum Ski-, Schneemobil- oder Hundeschlittenfahren besuchen. Und auch im Sommer bleibt es ruhig, obwohl bei Temperaturen bis 30 Grad viele Freizeitaktivitäten in der faszinierenden Natur Lapplands möglich sind. Erleben Sie auch in unserer Foto-Show Lappland im Sommer.
Leise plätschert der Ounasjoki durch den Wald. Rund 300 Kilometer ist der Fluss lang, bis er in den Kemijoki, den längsten Fluss Finnlands mündet. Was den Besuchern im Winter allerdings entgeht, ist eine Kanu-Tour auf dem Ounasjoki. Denn während der Fluss im Sommer befahrbar ist, bedecken in den Wintermonaten Eisschichten seine Oberfläche. Nicht alle Strecken sind mit dem Kanu befahrbar: An einigen Stellen gibt es Stromschnellen - doch Timo, der Guide des in Levi ansässigen Safariunternehmens Perhesafarit, hat eine ruhige Route für die Anfänger im Kanufahren ausgesucht.
Lediglich ein paar wenige Stellen gibt es, an denen das Kanu beschleunigt. Der Wasserstand des Flusses ist niedrig und so versuchen die Teilnehmer den Hindernissen unter Wasser auszuweichen, bevor ein kratzendes Geräusch ertönt, und das Gefährt über einen Stein rutscht. Rudert man nur links, lenkt man das Kanu nach rechts und umgekehrt. Sind keine Hindernisse im Wasser geht es gemächlich vorwärts, für eine Paddel-Pause hat Timo Schokoriegel mitgebracht. Und während man bei Naschkram wieder Kraft tankt, lässt sich auch wunderbar die lappländische Natur genießen.
Direkt am Fluss liegt die Rentierfarm von Johanna Hietanen. Über 300.000 Rentiere leben in Finnland, weiß die Expertin. Doch nur in den Wintermonaten sind sie auf der Farm zu finden. Im Sommer dürfen Johannas Schützlinge Lappland auf eigene Faust erkunden, auf ihrem Computer kann sie die Rentiere dank GPS-Anhänger orten. Wer jedoch trotzdem Rentiere sehen und nicht auf eine zufällige Begegnung (durchaus nicht unüblich) warten möchte, kann den Rentierpark auf dem 530 Meter hohen Fjäll von Levi besichtigen. Levi ist der zweitgrößte Wintersportort Finnlands und liegt rund 175 Kilometer nördlich des Polarkreises. Im Winter nutzen Skifahrer die Gondelbahn, im Sommer Wanderer und Spaziergänger. Der Fahrtpreis kostet zwei Euro.
Ebenfalls direkt am Fluss inmitten ländlicher Natur liegt die Nordlichtfarm Taivaanvalkeat rund acht Kilometer von Levi entfernt. Mehrere Gebäude gehören zu dem Komplex, zu dem neben eines gemütlichen Cafés auch eine alte Holzfäller-Hütte gehört. Besitzerin Päivikki Palosaari hat das über 100 Jahre alte Hauptgebäude aus einem rund 50 Kilometer entfernten Ort am Flussufer neu aufbauen lassen. "Ich wollte etwas Authentisches", erklärt sie. Und das ist ihr gelungen: Das traditionelle Holzhaus versprüht eine friedliche Atmosphäre. Schaukelstühle und Kamin verstärken das gemütliche Gefühl. Zu der Nordlichtfarm gehört auch eine Strandsauna, nach deren Besuch man sich prima im Fluss erfrischen kann. Ab kommendem Sommer sollen auch Individualreisende hier auf der Nordlichtfarm beherbergt werden. Das Team um Päivikki Palosaari wolle hier Bed & Breakfast Konditionen anbieten, verrät Leena Härkönen, die Pressesprecherin des Hotel-Imperiums von Hullu Poro, zudem auch die Nordlichtfarm zählt.
Wer sich jedoch erhofft, während seines Finnland-Aufenthalts im Sommer Nordlichter zu sehen, dem sei gesagt, dass erst ab September Chancen bestehen, das berühmte Naturphänomen zu erleben. Als Trostpflaster können Besucher Lapplands jedoch zwischen Ende Mai und Anfang August die Mitternachtssonne genießen. "Das ist Wahnsinn, wenn 24 Stunden lang die Sonne scheint", schwärmt Reiseveranstalter Juha Haapanen.
Eine weitere Freizeitbeschäftigung für den Sommer bietet mit 18 Löchern der Levi Golf Club Oy, der nördlichste Golfplatz der Welt. Hier können Golfspieler sogar nachts noch trainieren, im Licht der Mitternachtssonne. Wer aufgrund eines wildlaufenden Rentiers seinen Abschlag versemmelt, erhält übrigens eine zweite Chance. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz.
Anreise: Am besten mit dem Flugzeug nach Helsinki und von dort aus nach Kittilä. Im Winter fliegt die Finnair Kittilä direkt von Helsinki aus an, im Sommer ist ein kurzer Zwischenstopp in Ivalo nötig, bei dem die Passagiere jedoch im Flieger sitzenbleiben können. Auch eine Anreise mit Auto und Schiff ist möglich: Fähren fahren von Rostock und Lübeck nach Finnland, weitere Verbindungen bestehen von Schweden und Estland aus.
Währung: In Finnland zahlt man mit Euros
Safariunternehmen Perhesafarit: Der Kanuverleih kostet für zwei Person, die sich ein Kanu teilen pro Tag 150 EUR inkl. des Transfers der Kanus in die Region Levi, Paddel, Schwimmwesten und wasserdichte Packsäcke. Außerdem organisiert das Unternehmen Quad-, Schneemobil- und Hundeschlitten-Touren. www.perhesafarit.fi
Übernachtungsmöglichkeiten: Spa Hotel Levitunturi, +358 16 646 301, www.hotellilevitunturi.fi, Erlebnishotel Hullu Poro "Verrücktes Rentier", +358 16 6510 100, www.hulluporo.fi, Ferienwohnungen bietet Polar Meetings Ltd., +358 207 630820, www.polarmeetings.com, Übernachtungen der außergewöhnlichen Art bieten die Glasiglus oder das Erd-Kammi von Golden Crown, +358 44 056 6334, www.leviniglut.fi,
Reiseveranstalter: Reisen nach Finnland und Skandinavien bietet Suomi Travel an, Tel.: 069 578 01894, www.suomitravel.de, Komplettpakete und Ferienhausurlaub bietet der Finnlandexperte Fintouring an: www.fintouring.de
Levi Golf: +358 (0)16 641150, http://levigolf.fi
Rentiere: Die Rentierfarm befindet sich in 99140 Kängas, www.levi.fi/ounaskievari, der Rentierpark liegt auf dem Fjäll Levi, www.levi.fi/en/levi-parks/reindeer-park.html
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Quelle: aja
Wilfried schrieb:
am 9. September 2011 um 10:22:45
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Urlaub in Lappland
Skandinavien ist einfach traumhaft schön. Die Sami sind das sympathischste Volk der Welt, denn sie sollen niemals Waffen
zum Einsatz gegen Menschen hergestellt haben. Leider sind sie wegen ihrer Friedfertigkeit fast ausgerottet worden, nicht zuletzt von den Deutschen!
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Ronja schrieb:
am 5. September 2011 um 12:46:25
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Lapplandurlaub
Wer die Natur und viel Ruhe sucht ist in Lappland bestens aufgehoben. was aber sehr störend ist sind die entsetzlich vielen
Mücken an den Seen.
Landschaftlich ist der norwegische von Lappland der schönste. Kulinarisch haben wir Schweden besser gefunden. Aber da kann sich jeder seinen eigenen Meinung bilden.
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