07.09.2010, 09:50 Uhr
Sa Dragonera ist eine verwegene Insel. Einst lebten Piraten und Schmuggler hier, heute treiben nur noch Drachen ihr Unwesen auf der Baleareninsel. Wanderer können ihnen nicht entgehen. Angst vor einer Begegnung muss aber niemand haben - sehen Sie selbst in unserer Foto-Serie.
Auf Sa Dragonera fallen die Drachen recht mickrig aus. Gerade einmal zehn Zentimeter lang werden sie, in puncto Mut aber stehen sie den geflügelten Ungeheuern aus der Fabelwelt in nichts nach. Sie sind flink, listig und beißen den Touristen gerne einmal in die Hand, wenn er nichts zu fressen mitbringt. Auf der Insel gibt es Hunderttausende von ihnen, sie sind einfach überall. Es sind besondere Tierchen, endemische Eidechsen, die nur auf Dragonera leben. Sie haben der Insel an der Südwestspitze Mallorcas ihren Namen gegeben. "Dragonera kommt vom mallorquinischen Dragó, was Echse bedeutet", erklärt Parkwächterin Mika Noguera.
Viele Touristen wie auch Einheimische nehmen an, der Name der 1995 zum Naturpark erklärten Insel stamme von ihrer Form. Am Hafenkai in Sant Elm, an dem das Fährschiff zur nur 800 Meter entfernten Insel ablegt, versuchen Besucher, die Drachenform zu erkennen. Und mit etwas Fantasie gelingt das auch: Ein Vater aus Barcelona erklärt seinem kleinen Sohn Jorge, wo genau sich der Drachenkopf befindet und wo der Schwanz mit den gewaltigen Zacken beginnt. Je länger man hinschaut, desto mehr erinnert die Insel wirklich an einen schlafenden Drachen, dessen Schwanzschuppen in die Luft ragen. Sie sind die Fortsetzung des Tramuntana-Gebirges im Nordwesten Mallorcas. Sa Dragonera ist gerade einmal 4,2 Kilometer lang und 900 Meter breit. Doch ihre dem Meer zugewandte Nordwest-Seite ragt bis zu 353 Meter in die Höhe. Die Steilklippen fallen hier spektakulär mehrere hundert Meter senkrecht in die Tiefe ab.
Auf der Spitze thront der Leuchtturm Far Vell, den man auf einer knapp drei Stunden dauernden Wanderung besuchen kann. Die dem Land zugewandte Südost-Flanke läuft hingegen in eine flache Felsküste mit einsamen Buchten, Höhlen und Grotten aus. Die größte Bucht ist die Cala Lladó. Fast stündlich fährt Kapitän Pep mit seiner "Margarita" von Sant Elm hinüber in die "Räuberbucht". Hier legten schon vor Jahrhunderten Piraten an, um ihr Diebesgut zu verstecken. Bis weit ins 20. Jahrhundert waren es dann Schmuggler, die auf Dragonera sich und ihre Ware wie Kaffee, Zucker und Tabak vor der Polizei verbargen. "Nicht selten gehen Familien mit ihren Kindern sogar auf die Suche nach den Verstecken", erzählt Parkwächterin Mika Noguera. "Immerhin kann man noch 42 alte Schmugglerhöhlen finden."
Die Fahrt ins Reich der Drachen dauert gerade einmal 15 Minuten. Wer allerdings die unbebaute Küste Dragoneras entlang wandert, bekommt das Gefühl, eine Zeitreise ins Mallorca des 19. Jahrhunderts zu machen. Von der Räuberbucht führt ein wunderschöner, gut ausgebauter Wanderweg zum südwestlichen Leuchtturm an der Cala Llebeig. An ihrem Rand fallen die Klippen beunruhigend tief ab. Der Weg zum Leuchtturm bietet immer wieder herrliche Ausblicke auf die Steilküste Mallorcas bei Andratx. Der Duft von Rosmarin begleitet die Wanderer. Abgesehen von einigen wilden Olivenbäumen und Mittelmeer-Pinien ist die Insel allerdings recht karg. Es wachsen vor allem Heidekraut, Rosmarin, Kreuzdorn und Zwergpalmen. Kurz vor dem Leuchtturm erreicht man einen Jahrhunderte alten Wachturm mit einer Kanone. Die Mallorquiner mussten schweres Geschütz auffahren, um die angriffslustigen Seeräuber der Balearen fernzuhalten.
Heute kommt die Gefahr für Dragonera aus einer anderen Richtung. 1977 waren es die Naturschützer, die sie verteidigen mussten. Damals war geplant, die gesamte Insel zu verkaufen und in ein Luxus-Resort mit Hunderten von Apartments zu verwandeln. Spontan besetzen rund 400 Umweltschützer die Dracheninsel. Mit Erfolg: Heute gehört sie zu einem der am besten erhaltenen Naturparks der Balearen. Selbst die sonst scheuen Eleonorenfalken fühlen sich hier mittlerweile wieder heimisch. Mit 80 Falkenpärchen lebt die größte Kolonie im westlichen Mittelmeer auf Dragonera. Immer wieder kann man sie dabei beobachten, wie sie im Sturzflug kleine Vögel jagen. Auch Turm- und Wanderfalken, Zwergohreulen, Schwarzschnabelsturmtaucher und Krähenscharben sind an den Steilklippen Dragoneras häufig zu sehen. "La Dragonera ist das reinste Vogelparadies", schwärmt Parkwächterin Noguera. Auch die Vögel scheinen hier mit den Drachen gut auszukommen.
Anreise: Air Berlin, Lufthansa, Condor, Tuifly, Germanwings und Easyjet fliegen von verschiedenen deutschen Flughäfen regelmäßig nach Mallorca. Die Fähren fahren La Dragonera von Sant Elm fast stündlich an. Fähren: La Margarita (Tel.: 0034/63/96 17 545) oder Bergantín (Tel.: 0034/62/79 66 264)
Kontakt: Balearisches Fremdenverkehrsamt Ibatur (Tel.: 0034/ 971/17 71 50, www.illesbalears.es
Quelle: dpa-tmn
E.M.A. schrieb:
am 15. Januar 2011 um 17:38:35
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Dragonera
großkotzige Anmache:. Dragonera ist keine eigenständige Baleareninsel sondern eine vorgelagerte Felsenformation von Mallorca !
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M.Polo schrieb:
am 28. September 2010 um 18:00:00
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Dragonera
Die Dragonera war ein Geschenk General Frankos an eine ihm nahe stehende Dame, die diese Insel Ende der 70er verkaufen wollte.
Dies war ihr jedoch nach spanischem Recht verboten, weil die Insel mit Frankos Tod an den Staat zurückgefallen war. Zudem hatte sie die Größe der Dragonera in ihrem Verkaufsangebot verdoppelt. Massgetreue Karten waren in Spanien nicht verfügbar, aber im Karthographischen Institut in Berlin. Als der Schwindel aufflog, wurde die Insel wurde zum Naturpark erklärt!
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ute schrieb:
am 28. September 2010 um 16:23:01
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Dragonera
Hoffentlich wird der Preis für die Überfahrt sofort stark verteuert. Es reicht den Touris bestimmt auch, sich die Natur-
Insel
hoch oben von der Klosterruine La Trapa einer langen Anwanderung mit dem Fernglas zu betrachten.
Dann bleibt den heimischen Dragoneros bestimmt der Touristenmuell erspart und uns der friedliche Anblick in der
untergehenden Sonne. Ute
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