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Moskau: Süßes Nichtstun auf der "Schokoladeninsel"

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Auf Moskaus "Schokoladeninsel" wird dem süßen Nichtstun gefrönt

28.12.2011, 07:54 Uhr | Zeljka Tomsic

Roter Oktober: In den Gebäuden der ehemaligen Schokoladenfabrik sind nun viele Clubs untergebracht (Quelle: Zeljka Tomsic)

Roter Oktober: In den Gebäuden der ehemaligen Schokoladenfabrik sind nun viele Clubs untergebracht (Quelle: Zeljka Tomsic)

Wie, eine Insel mitten in Moskau? Undenkbar, aber wahr. Die einst aufgeschüttete Landzunge erstreckt sich schräg gegenüber vom Kreml, auf der sofort der mächtige Backsteinbau mit dem Namen "Roter Oktober" ins Auge sticht. Eine ehemalige Schokoladenfabrik. Auch wenn darin längst nicht mehr die kakaohaltige Masse verarbeitet wird, ist der Beiname "Schokoladeninsel" geblieben. Nicht zu unrecht. Schließlich geht dort das süße Leben weiter. Zahlreiche Clubs haben sich in den roten Gebäuden niedergelassen und buhlen nun um die Gunst der Partygänger. Bilder vom "Roten Oktober", sowie den Sehenswürdigkeiten in der Nähe, sehen Sie in unserer Foto-Show.

Ein Deutscher versüßte den Moskauern das Leben

Die Frage nach der bekanntesten Süßwarenfabrik Russlands ist schnell beantwortet. "Roter Oktober" (russisch: Krasny Oktjabr) ist den meisten ein Begriff, schließlich ließ sich jeder schon mal eine Versuchung aus dem Traditionshaus auf der Zunge zergehen. Was viele nicht wissen: Ein deutscher Unternehmer brachte die Schokolade einst ins Land. Theodor Ferdinand von Einem eröffnete 1851 eine kleine Konditorei am Arbat, heute eine der beliebtesten Flanier-Meilen in Moskau. Sein Produkt fand reißenden Absatz in der Bevölkerung, so dass er zusammen mit seinem Geschäftspartner Julius Heuss bereits 1867 die erste Schokoladenfabrik am Sophien-Ufer erbauen ließ. Als von Einem verstarb, übernahm dieser die Führung und errichtete am heutigen Standort, der Südspitze der Jakimanka-Insel, die für damalige Verhältnisse größte sowie modernste Süßwarenfabrik Russlands. Nach der Oktoberrevolution erfolgte die Verstaatlichung des Unternehmens, das 1918 in "Staatliche Süßwarenfabrik Nr. 1, vormals Einem" umbenannt wurde. Seit 1922 trägt die Fabrik den noch heute gängigen Namen "Roter Oktober".

Moskaus Partymeile mit Top-Aussichten

Auch wenn die Produktion vor einigen Jahren in den Norden der russischen Hauptstadt verlegt wurde, existieren die Gebäude nach wie vor. Mittlerweile sind es nicht mehr die Fabrikarbeiter, die ein- und ausgehen, sondern nach Abwechslung lechzende Bewohner. Unzählige Clubs, Restaurants und Ateliers haben sich in den Räumlichkeiten angesiedelt. Anhand der ständig mit großmotorigen Autos vollgestopften Uferstraße lässt sich die Beliebtheit erahnen. Künstler, Geschäftsleute oder Feierfreudige - sie alle zieht es dorthin. Schließlich befindet sich der Komplex in allerbester Lage. Von einigen Locations aus gibt es freie Sicht auf die Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt - den Kreml oder die Christ-Erlöser-Kathedrale. Mit etwas Glück ergattert man in der "Strelka"-Bar eventuell noch einen Platz mit Aussicht. Vor allem in den Sommermonaten stehen die Chancen nicht schlecht, da dann on top die Dachterrassen geöffnet haben.

Einfach nur paradiesisch - die Nacht zum Tag machen

Wer gegen Ende des Abends noch Lust und Muse hat, der schließt sich den Nachtschwärmern an. Oftmals muss nicht einmal die Bar gewechselt werden. In der "Art Akademija" werden zu später Stunde die Tische und Stühle zur Seite geräumt und Platz fürs Tanzparkett geschaffen. Dennoch: Das Paradies trägt den russischen Namen "Rai", hinter dem sich Moskaus Tanztempel überhaupt verbirgt. In schwindelerregend hohen Absätzen und extrem kurzen Röcken wird hier die Nacht zum Tag gemacht. So stellt sich wohl so mancher Mann den Himmel auf Erden vor! Allerdings: Wer mit einem alten, klapprigen Lada vorfährt und dabei noch eine No-Name-Sonnenbrille aufsetzt, ist selbst schuld, wenn er am Eingang nicht die Gesichtskontrolle besteht. Schließlich ist es in der russischen Hauptstadt kein Vergehen, konsumorientiert zu sein, sondern vielmehr ein Muss.

Die Gebäude sollen Luxus-Wohnungen weichen

Die "Roter Oktober"-Räumlichkeiten sind zwar bei den feierfreudigen Moskauern sehr beliebt, dennoch hegen die Stadtväter andere Pläne. Die großflächigen Gebäude sollen luxuriösen Appartements weichen. Schließlich sind Bauplätze im Zentrum kaum vorhanden, die Lage am Moskwa-Ufer zudem sehr begehrt. Wann und ob dies tatsächlich realisiert wird, steht noch in den Sternen. Doch eins ist sicher: Solange geht das süße Leben auf der "Schokoladeninsel" garantiert weiter.

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Zeljka Tomsic  

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Kommentare (2)

zum Forum

Thema: "Moskau: Süßes Nichtstun auf der "Schokoladeninsel""

Kolja schrieb: am 2. Januar 2012 um 16:47:06
(0) (0) War schon oft im "Rai"
kann es nur bestätigen.Ich habe eine russische Frau und lebe seit 17Jahren in Deutschland,hier kann ich als
Ingineur viel Geld verdienen aber so schöne Mädchenaber eine so tolle Disko habe ich in Deutschland und Nachbarländer noch nicht gefunden.Hier sind die Frauen oft eingebildet, überspannt und hochnäsig, dort sind sie wunderschön und auch herzlich.Sie haben ein anderes Verhältnis zum Mann, das wissen wir dort geborenen sehr zu schätzen.Die sogenannte Emanzipation in D ist gründlich mißlungen
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Friedrich schrieb: am 28. Dezember 2011 um 00:17:06
(0) (0) War schon dort
Da sieht man mit Abstand die schönsten Frauen der Welt, ein Wunder das es die Modellsucher noch nicht gefunden haben.Solch
schöne Frauen habe ich weltweit noch nicht gesehen, ich war beruflich 40 Jahre auf allen Kontinenten unterwegs.Bin begeistert und wenn es meine Arbeit zu lässt gehe ich immer dort hin,Moskau ist eine schöne Stadt und die Schokoladeninsel ist ein Paradies, das jeder Besucher kennen lernen sollte.Auch in Sachen Menschlichkeit und Toleranz könnten die Westeuropäer etwas lernen.
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