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Polen: Exploseum zeigt hochexplosive Kriegsgeschichte

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Polens "Exploseum" zeigt hochexplosive Kriegsgeschichte

10.05.2011, 11:21 Uhr

In der einstigen deutschen Fabrik mussten Zwangsarbeiter Munition für den Zweiten Weltkrieg herstellen. (Foto: Exploseum)

In der einstigen deutschen Fabrik mussten Zwangsarbeiter Munition für den Zweiten Weltkrieg herstellen. (Foto: Exploseum)

Hochgefährlich ging es während des Zweiten Weltkrieges in den Wäldern um Bydgoszcz (Bromberg) zu. Die "Dynamit Nobel Aktien-Gesellschaft" (DAG) produzierte hier Munition und Sprengstoff für die deutsche Wehrmacht und beutete dafür auch Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Insassen aus. Nach Kriegsende demontierte die Rote Armee die Anlagen. Im Juli öffnet in der ehemaligen DAG-Fabrik ein neues Museum – Polens erstes "Exploseum". Unsere Foto-Show zeigt erste Einblicke.

Von Sprengstoffen und stillen Helden des Zweiten Weltkriegs

Name und Ort legen es nahe: Im Exploseum dreht sich alles um die Herstellung von Sprengstoffen. Einen besseren Ort hätten sich die Ausstellungsmacher vom Stadtmuseum in Bydgoszcz dafür nicht aussuchen können. In der ehemaligen DAG-Fabrik Bromberg wurden von 1942 bis 1945 verschiedene kriegswichtige Sprengstoffe in Massenproduktion hergestellt. Erbaut wurde das rund 30 Gebäude umfassende Werk von Zwangsarbeitern, die die deutschen Besatzer unmittelbar nach Kriegsbeginn verpflichtet hatten. Zwangsarbeiter waren es auch, die gemeinsam mit Kriegsgefangenen und KZ-Insassen die Produktion am Laufen hielten. Unter Einsatz ihres Lebens verübten zahlreiche von ihnen Sabotageakte, um der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft Schaden zuzufügen. Auch daran wird im neuen Museum erinnert.

Erinnerung an den Erfinder des Dynamits

Zunächst werden sieben Gebäude für öffentliche Besucher geöffnet. Der Eingang ins Museum befindet sich im ehemaligen Verwaltungstrakt. Durch einen Tunnel gelangen die Museumsbesucher in die weiteren Gebäude mit der ständigen Ausstellung. Ein Großteil ist der Geschichte des Geländes sowie der DAG und ihrem Gründer Alfred Nobel, dem Erfinder des Dynamits, gewidmet. In einer multimedialen Installation erfährt man beispielsweise, wie die Produktion von Nitroglycerin im Werk Bromberg ablief.

Historie der Feuerwaffen und bewegende Zeitdokumente

Im größten Gebäude des Komplexes erwartet die Besucher eine Ausstellung, die die Geschichte der Feuerwaffen vom einfachen Handrohr bis hin zu den Maschinengewehren des 20. Jahrhunderts nachzeichnet. Zwei weitere Ausstellungsteile sind den Zwangsarbeitern sowie deren Sabotageaktionen gewidmet. Zu sehen sein werden auch der Originalbefehl des KZ-Kommandanten von Stutthoff zum Bau eines KZ-Außenlagers im nahe gelegenen Łęgnowo sowie eine Liste mit den Namen von 1000 jüdischen Insassinnen, die für die Patronenbefüllung "bereitgestellt" wurden. Während der Grabungs- und Instandsetzungsarbeiten auf dem Gelände wurden zahlreiche Gegenstände gefunden: Vom DAG-Suppenteller über Laborgeräte bis hin zu Waffen und Munition werden in der Ausstellung gezeigt.

Weitere Informationen:
Das Exploseum ist bis Anfang 2012 nur über das Gelände des Chemiewerks Zachem am östlichen Stadtrand (Al. Wojska Polskiego 65) zu erreichen und zunächst nur für Gruppen zugänglich. Später soll die Ausstellung erweitert und auch für Individualbesucher geöffnet werden. Führungen werden in Polnisch, Englisch und Deutsch angeboten. Öffnungszeiten: Di. bis So. von 10 bis 18 Uhr. Infos (in polnischer Sprache) unter: www.exploseum.pl. Bydgoszcz liegt im Norden Polens und ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Kujawsko-Pomorskie. Die Stadt mit fast 400.000 Einwohnern verfügt über ein gutes Übernachtungs- und Kulturangebot. Infos unter www.visitbydgoszcz.pl. Allgemeine Auskünfte über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel.

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Quelle: t-online.de

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Kommentare (107)

zum Forum

Thema: "Polen: Exploseum zeigt hochexplosive Kriegsgeschichte"

Louiggi01 schrieb: am 14. Mai 2011 um 19:27:19
(1) (0) Exploseum
Hallo, habe mir im Harz die Anlage in Nordhausen angesehen, war in Polen im Riesengebirge, wo auch so eine unterirische Fabrik
war, ok, war schrecklich, nur, ich kann es nicht ändern und trage auch keine Schuld, was da in frühere Zeiten passiert ist. Es war sicherlich schrecklich und viel Elend, aber war das nun meine Schuld, die Schuld meiner Kinder und Enkelkinder und was noch alles danach kommt?. ich sage Nein. Wer sich schämt, Deutscher zu sein, soll unser Land verlassen, ich bin Deutscher!
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willywinzig schrieb: am 14. Mai 2011 um 18:32:21
(2) (0) Johannes schrieb. am 11.Mai 2011 23:00:29
Ja und die guten Demokraten haben danach hunderte Städte in Deutschland aus Wohltätigkeit für
die Deutschen Kinder und Mütter, selbst einige Tage vor dem totalen Zusammenbruch, wo keinerlei Widerstand mehr vorhanden war, aus Motiven,welche ihnen angeblich Fremd waren, total zerbombt! Sowas kann man wirklich als Super menschenfreundlich bezeichnen! Übrigens die ersten KZ`s hatten die Engländer bzw. Briten in Indien errichtet. War Vorbild für die Nationalsozialisten!!! Alles Verachtenswert!!!
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Izan schrieb: am 14. Mai 2011 um 18:21:09
(1) (1) Bewältigung
HB schrieb: am 11. Mai 2011 um 17:19:46 Exploseum Wer so redet wie einge von Euch will daran nicht mehr erinnert werden. Auch
wenn die meisten meinen Ihnen wäre so etwas nicht passiert, falsch. Die meisten Deutschen hatten damals keine Wahl. Niemand von heute kann sich in die Zeit von damals hineinversetzten. Aber alle sind wir die KindesKInder und tragen Verantwortung für die Geschichte was unsere Eltern oder Großeltern erleben mussten.
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