02.08.2011, 13:03 Uhr
Was passiert, wenn der Animateur plötzlich eine neue Freundin hat? (Foto: imago)
Rund 63.000 Beschwerden erhält die TUI pro Jahr, das ist eine Reklamationsquote von zwei Prozent der Gäste. In der Hauptreisezeit der Deutschen von Juni bis Oktober hat auch die Beschwerdestelle Hochsaison. Und da gibt es so manche Beschwerden, die einen zum Schmunzeln verleiten. Die peinlichsten Beschwerden deutscher Urlauber gibt es hier zum Durchklicken.
Frau H. sitzt in einer Badewanne, komplett bekleidet und schaut unglücklich in die Kamera. "Wir bekommen immer wieder Beschwerdeschreiben mit Fotos, die die Mängel des Urlaubs illustrieren sollen", erklärt Judith Rott, Leiterin der TUI-Beschwerdestelle in Hannover. Einige Tage nach dem Urlaub von Frau H. landet ihr Foto im Postfach von Europas größtem Reisekonzern. Die Badewanne im Hotelzimmer fand sie einfach viel zu klein. "Die meisten Beschwerden kommen inzwischen per E-Mail bei uns an", sagt Rott. Zwei Drittel der Urlauber haben Beanstandungen rund um das Hotel. "Hier verbringen die Gäste schließlich die meiste Zeit", erklärt Rott. Manchen seien die Hotelmöbel zu alt oder die Zimmerpflanze habe zu wenig Blätter, mal sei das Personal zu unfreundlich, die Küche nicht landestypisch genug oder das Restaurant biete kein deutsches Schnitzel an.
So skurril manche Beschwerde auch sein mag, der Reiseveranstalter prüft, ob sie berechtigt ist und fordert gegebenenfalls Stellungnahmen vom Hotel, der Fluglinie oder dem Reisebegleiter an. "Jede Reklamation bedeutet für uns auch eine Chance, das Kundenvertrauen wiederherzustellen", sagt Rott. Denn: "Fühlt sich der Kunde bei seiner Beschwerde ernst genommen, bucht er auch im nächsten Jahr wieder bei uns."
Legendär ist inzwischen der Brief zur "Wurstspirale". Ein Ehepaar beschwerte sich über das Frühstücksbuffet in seinem Hotel auf Madeira: Auf die Wurstplatte sei erwiesenermaßen keine frische Ware gelegt worden. "Meine Frau hat sich das Muster der fünften und neunten Scheibe gemerkt und festgestellt, dass die Scheiben am nächsten Tag immer noch da lagen", schrieb der Urlauber aufgebracht. In der Mitte der Wurstspirale seien die Wurstscheiben womöglich schon Wochen alt.
Bei einer solchen Beschwerde handele es sich maximal um eine "Unannehmlichkeit", erklärt Rott. Dann muss sich der TUI-Urlauber mit einer Entschuldigung oder einem Geschenk wie einer Weinflasche, einer CD oder einem Kochbuch zufriedengeben. Finanzielle Entschädigung gebe es nur bei erwiesenem Reisemangel. Das seien zum Beispiel mehr als vier Stunden Flugverspätung oder ein Zimmer mit Blick auf eine Bauruine, obwohl eines mit Meerblick gebucht war.
Über zwei andere kuriose Fälle muss Rott besonders schmunzeln: In ihrem Cluburlaub habe sich eine Frau in einen Animateur verliebt. Als sie im nächsten Jahr wieder in dasselbe Hotel reiste, hatte ihr Angebeteter eine neue Freundin. Die Schlussfolgerung: "Sie hat von uns verlangt, dass wir den Animateur entlassen."
In einem anderen Fall war das Schuhplattlern Grund einer Beschwerde. "Für ihre Prellungen an den Oberschenkeln haben die Urlauber von uns Entschädigung verlangt." Die blauen Flecke an den Oberschenkeln hatten sie sich bei dem Versuch zugezogen beim Schuhplattlern mitzumachen. "Allgemeines Lebensrisiko", nennt das Rott.
Sind die Deutschen besonders pedantisch? "Zumindest ist der Anteil der lächerlichen Beschwerden bei den Deutschen überproportional hoch", meint Karl Born, Professor für Tourismusmanagement an der Hochschule Harz. In Sachen abwegiger Reklamationen kämen andere Nationen kaum mit. "Holländer, Engländer und Österreicher versuchen es mehr mit Charme", sagt Born. Die Deutschen dagegen drohten gern mit dem Anwalt. "Es gibt dieses Klischee: Ein Deutscher geht durchs Hotel und schaut, weshalb er klagen könnte." Und an dem sei auch etwas dran.
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Quelle: dpa-AFX
Wer eine schrieb:
am 17. Oktober 2011 um 18:35:54
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Reise..........
TUI hat einen Rechtsanwalt,da kostet das Papier mehr wie der Streitwert. Fast,da geht es nicht um die Sache sondern nur um zu
Gewinnen.Es wird alles abgestritten,nach der Masche Zeit heilt alle Wunden.Ich hab Zeit.
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Marty schrieb:
am 9. August 2011 um 16:20:27
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giraffina@gmx.biz
Ich bin schon oft mit TUI verreist und hatte bislang nie Gründe um eine Beschwerde einzureichen. Natürlich ist das unterm
Strich auch eine Glücks- bzw. Pechsache, aber bei uns hat bislang immer alles gepasst.
Dass, wie User Alexia geschrieben hat, beispielsweise in Ägypten das Leitungswasser nicht in Ordnung sein kann, kann passieren. Aber dafür kann ja der Reiseveranstalter nichts dafür. Trockenheit etc. ist als höhere Gewalt einzustufen. ;-)
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alexia schrieb:
am 9. August 2011 um 11:30:52
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Urlaub mit tui
Ich sehe das bisschen anders, hab vor kurzem meinen Ägypten Urlaub in Magic Life Club gemacht und dort mit vielen deutschen
Urlaubern gesprochen, die einfach den Club nur loben und sagen, dass sie noch nie irgendeine Beschwerde einreichen mussten, weil alles immer top war. Weiß nicht, ich war das erste Mal jetzt in Ägypten, aber da war wirklich alles super organisiert, das einzige Manko war das Leitungswasser, aber da kann TUI nix dafür :-).
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