04.03.2011, 11:24 Uhr | Sybille Boolakee/srt
Entbehrungsreich und hart war das Leben der Menschen vor mehreren tausend Jahren zur Jungsteinzeit nördlich der Alpen. Die Sippen lebten in kleinen Siedlungen, ihr Leben wurde bestimmt von der Jagd, aber auch von Ackerbau und Viehzucht. Besucher können heute in nachgebauten Steinzeitdörfern urgeschichtliche Handwerkstechniken ausprobieren, lernen wie mühsam es ist, ein Feuer zu entzünden und aus Getreidebrei nahrhafte Brote zu backen. Schauen Sie sich die Steinzeitdörfer auch in unserer Foto-Show an.
Bereits vor 14.000 Jahren haben Menschen rund um den Federsee in Zelten und Hütten gelebt und später mit Palisaden befestigte Dörfer errichtet. Viele Originalfunde aus prähistorischer Zeit liegen heute im Museum in Bad Buchau, rund 60 Kilometer südlich von Ulm. Im angrenzenden archäologischen Freigelände sind zwölf authentisch rekonstruierte stein- und bronzezeitliche Häuser und Hütten, Schaubeete mit historischen Kräutern, Getreide- und Gemüsesorten zu bestaunen. In der Kinderwerkstatt werden sonn- und feiertags steinzeitliche Fertigkeiten ausprobiert. Aus Feuerstein und Birkenpech werden prähistorische Messer gefertigt, Muschelschmuck gebastelt und aus Lehm kleine Tongefäße getöpfert. Wagemutige dürfen mit einem Einbaum auf dem Museumsteich paddeln. Am Federsee können Familien sogar in einer jungsteinzeitlichen Hütte übernachten. Vom 9. auf den 10. Juli schlafen sie - betreut von einem fachkundigen Archäologen - in einem jungsteinzeitlichen Holzhaus und kochen am selbst entzündeten Lagerfeuer ihr Abendessen.
Eine Reise in die Steinzeit bietet das Archäologisch-Ökologische Zentrum Albersdorf in seinem Steinzeitpark an. Zwischen archäologischen Grabdenkmälern und Steinzeithäusern verfolgt der Steinzeitpark das Ziel, eine Kulturlandschaft der Jungsteinzeit wiedererstehen zu lassen. Von April bis Oktober finden dort jeden Sonntag ab elf Uhr fachkundig geführte "Wanderungen in die Steinzeit" sowie Vorführaktionen im Steinzeitdorf statt. Kinder und Erwachsene lernen bei verschiedenen Mitmachaktionen unter fachlicher Anleitung beispielsweise wie spannend und unendlich mühsam es ist, nur mit Flint und Pyrit ein Feuer zu entfachen, sie fertigen mit Naturfarben Wandmalereien an, lernen Bogenschießen, töpfern auf prähistorische Art und sie können unter Anleitung einer Pädagogin nach steinzeitlichen Rezepten kochen. Besonders spannend sind die "Steinzeittage", an denen Kinder bei Ausgrabungen mithelfen können.
Das größte und besterhaltene Mammutskelett Mitteleuropas begrüßt die Besucher des Naturkunde- und Mammut-Museums in Siegsdorf im oberbayerischen Chiemgau. Im Museum werden Besucher durch 250 Millionen Jahre Erdgeschichte geführt und entdecken die Schätze des Chiemgaus: versteinerte Fische, Saurierknochen und den Siegsdorfer Höhlenlöwen. Direkt neben dem Museum liegt der Steinzeitgarten mit großer Feuerstelle, Lehmbackofen, Fossilienkiesgrube und lauschigen Schattenplätzen. Aus einer Vielzahl steinzeitlicher Angebote können individuelle Programme zusammengestellt werden. Außerdem werden dort jeden Donnerstag von Mai bis Oktober unter fachkundiger Anleitung verschiedene steinzeitliche Aktivitäten angeboten. Dann klebt an kleinen Händen noch der Lehm vom Töpfern, Kinder präsentieren stolz aus Speckstein geschnitzte Amulette und handgefertigte Pfeilspitzen. Das Lagerfeuer brennt den ganzen Tag und um die Mittagszeit werden im Lehmbackofen Brote gebacken.
Gut verborgen in der Erde ruhten in der Fluss- und Auenlandschaft der Elbe südlich von Magdeburg rund 4500 Jahre lang die Reste eines jungsteinzeitlichen Pfostenhauses. Vor zehn Jahren wurde mit der Rekonstruktion des Steinzeitdorfes mit weitestgehend historischen Techniken begonnen, und heute sind Häuser aus drei verschiedenen steinzeitlichen Epochen zu besichtigen. Besucher lernen, wie eine Sippe von rund 30 Personen zusammen mit ihrem Vieh auf engstem Raum in einem fensterlosen Lehmhaus lebte. Ab 30. April werden an jedem ersten Samstag im Monat Aktivitäten angeboten wie Feuer machen nach Steinzeitmethoden, Spinnen mit der Handspindel, Weben, Steine schleifen und durchbohren, aber auch die Herstellung von Jagdwaffen mit den damaligen Werkzeugen und Hilfsmitteln wird erklärt. Kinder können aus verschiedenen altersgerechten Angeboten auswählen, ob sie Steine und Knochen bearbeiten, Korn mahlen und backen, Schmuck herstellen oder Bogenschießen möchten.
Im Norden Deutschlands nahe der Ostseeküste trotzt das kleine Steinzeitdorf Wind und Wetter. Auf einem historischen Siedlungsplatz wurden in den vergangenen Jahren jungsteinzeitliche Häuser und mittelsteinzeitliche Hütten liebevoll rekonstruiert und die Besucher dürfen die nachgebauten Werkzeuge unserer Vorfahren ausprobieren. Zu besichtigen sind dort aber auch ein Kräutergärtchen und ein Acker auf dem im Sommer bis zu 10.000 Jahre alte Getreidesorten gedeihen. In einem dreistündigen Programm bekommen Besucher ein Video zu sehen und eine Führung durch die Siedlung. Anschließend können Groß und Klein unter Anleitung Weben, Bogenbauen und Bogenschießen, Flechten und verschiedene Lehmarbeiten herstellen. Kinder ab zehn Jahren dürfen dort auch das Speerschleudern üben. Und wenn am Abend junge Steinzeitforscher Hunger bekommen, braten sie sich über der offenen Feuerstelle eine neuzeitliche Wurst am Stock.
Weitere Informationen:
Federseemuseum Bad Buchau, August-Gröber-Platz, 88422 Bad Buchau, Tel. 07582/8350, Fax 933810, info@federseemuseum.de, www.federseemuseum.de; Lage/Anfahrt: In Baden-Württemberg, zwischen Ulm und Friedrichshafen, etwa 60 Kilometer südlich von Ulm. Öffnungszeiten: Vom 1. April bis 1.November täglich von zehn bis 18 Uhr, vom 2. November bis 31.März nur sonntags von zehn bis 16 Uhr; Kinderwerkstatt Sonn- und Feiertag von 13.30 bis 16.30 Uhr. Eintrittspreise: Erwachsene fünf Euro, Schüler/Studenten vier Euro, Familien elf Euro; Kursgebühren für die Übernachtung: Erwachsene 80 Euro, Kinder 60 Euro inklusive Verpflegung;
Steinzeitpark Dithmarschen/Archäologisch-Ökologisches Zentrum Albersdorf, Förderverein AÖZA e.V., Süderstr. 47, 25767 Albersdorf , Tel. 04835/971097, Fax 04832/9597377, info@aoeza.de, www.aoeza.de, www.steinzeitpark-dithmarschen.de; Lage/Anfahrt: In Schleswig-Holstein zwischen Heide und Itzehoe an der A 23, Abfahrt Albersdorf. Öffnungszeiten/Eintrittspreise: Ohne Vorführungen/Aktionen: Dienstag bis Samstag von elf bis 17 Uhr, Erwachsene 3,50 Euro, Familien 7,50 Euro, Kinder sechs bis 18 Jahre 1,50 Euro. Mit Vorführungen/Mitmachaktionen: Sonn- und Feiertage von elf bis 17 Uhr, inklusive Führung um 14 Uhr, Erwachsene 5,00 Euro, Familien 11,00 Euro, Kinder sechs bis 18 Jahre 1,50 Euro.
Steinzeitgarten Siegsdorf angrenzend am Naturkunde- und Mammut Museum Siegsdorf, Auenstraße 2, Ortsmitte, 83313 Siegsdorf, Tel. 08662/13316, Fax 6687800, hanni.steigelmann@museum-siegsdorf.de, www.steinzeit-siegsdorf.de. Lage/Anfahrt: In Bayern östlich des Chiemsees an der A 8, etwa sieben Kilometer südlich von Traunstein. Öffnungszeiten: Von Mai bis Oktober täglich außer Montag von 10 bis 18. Eintrittspreise: Erwachsene fünf Euro, Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahre 3,50 Euro, Familien zehn Euro, plus Materialkosten je nach Aktion; Baukasten-Programme ab 40 Euro plus Eintritt plus Materialkosten.
Steinzeitdorf Randau, Müllerbreite 40, 39114 Magdeburg, Tel. 03928/469580, Fax 01803/551850006, info@steinzeithaus.de, www.steinzeithaus.de, www.steinzeitdorf-randau.de. Lage/Anfahrt: In Sachsen-Anhalt, rechtselbisch zwischen Magdeburg und Schönebeck etwa zehn Kilometer südöstlich von Magdeburg. Öffnungszeiten: Vom 30. April bis 3. Oktober, Montag bis Freitag von neun bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von zehn bis 17 Uhr. Eintrittspreise: Erwachsene zwei Euro, Kinder bis zwölf Jahre haben kostenlosen Eintritt.
Steinzeitdorf Kussow, Kussower Weg 9, 23948 Kussow, Tel. 03881/715055, Fax 716126, steinzeitdorf.kussow@gmx.de, www.steinzeitdorf-kussow.de. Lage/Anfahrt: In Mecklenburg-Vorpommern zwischen Wismar und Lübeck etwa 25 Kilometer südlich von Rostock.
Öffnungszeiten: 1. April bis 31. Oktober täglich von zehn bis 18 Uhr (im April und Oktober nur bis 17 Uhr), im März Montag bis Donnerstag von neun bis 15 Uhr. Eintrittspreise: Erwachsene drei Euro, Kinder zwei Euro, Familien sieben Euro, Programm mit Führung 3,50 Euro pro Person.
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Quelle: srt
Cliff Mc Lane schrieb:
am 21. Juli 2011 um 18:05:23
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Steinzeit
Woher kommen eigentlich diese vielen Zukunfts negativ Vorhersager ?
Das Öl geht aus, das Licht geht aus - kehret um so lang ihr
noch könnt Mönche - selbsternannte Propheten, die die Welt nicht braucht und noch nie gebraucht hat. Das Klima erwärmt sich auch überproportional, leider hat es in Deutschland nur 15 Grad im Juli und es ist für die Jahreszeit viel zu kalt. Egal- vieleicht ist die nächste Eiszeit schon nahe und zusätzlich geht noch das Öl aus und die Grünen und die SPD bauen St
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Vorzeit schrieb:
am 8. März 2011 um 14:02:49
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Endzeit
Eins ist klar, unsere Gegenwart wird in 14000 Jahren in der Geschichte des Menschen nicht auftauchen. Diese Zeitspanne wird im
Dunkeln bleiben. Sozusagen ein Schwarzes Loch.
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Neander schrieb:
am 8. März 2011 um 13:48:22
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Taler
Ob der Knilch damals auch schon gelacht hat. Garantiert. Mit der Keule beim Nachbarn die Frau geklaut an ihrem langen Zopf. Muß recht
lustig gewesen sein, wenn nach neun Monaten nur rothaarige auf die Welt kamen. Und die Rothaarigen hatten schon in früher Vorzeit immer Steine in der Tasche. Das war die erste Weiterentwicklung immer Steine dabei zu haben.
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