10.05.2011, 11:27 Uhr
Atemberaubendes Naturschauspiel: Ein Geysir spritzt bei Andernach Wasser in die Höhe. (Foto: Vulkanpark GmbH)
Wandern und dabei in dem mittelalterlichen Flair längst vergangener Tage schwelgen. Wer der Ruinenroute folgt, kann erahnen, wie einst Ritter und Burgfräuleins in Deutschland gelebt haben. Denn der Rheinburgenweg wird seinem Namen gerecht: Auf der Strecke von Bingen bis nach Rolandseck im unteren Mittelrheintal liegen mehr als 20 Burgen und Schlösser. Dazu können Wanderer eines der beeindruckendsten deutschen Naturwunder erleben, den größten Kaltwasser-Geysir der Welt. In unserer Foto-Show gönnen wir Ihnen die atemberaubenden Aussichten auch ohne anstrengenden Aufstieg.
Auf dem Rheiburgenweg kommen nicht nur Geschichtsbegeisterte auf ihre Kosten: Ein Höhepunkt für Naturliebhaber ist der größte Kaltwassergeysir der Welt. Alle 100 Minuten schleudert er von Andernach eine 60 Meter hohe Wasserfontäne in die Luft. Ein Schiff fährt die Besucher nach einem Rundgang durchs Besucherzentrum zum Namedyer Werth, einer Halbinsel im Rhein. Das Infozentrum in Plaidt informiert Besucher über die Vulkane der Eifel.
Es ist ein schweißtreibender Aufstieg. Doch wer es bis auf den Aussichtsturm der Burg Rheinstein geschafft hat, wird entlohnt. Denn wer seinen Blick über den Rhein schweifen lässt, erhascht einen der schönsten Ausblicke der Welt - dafür hat sich jede Anstrengung rentiert. Burg Rheinstein ist jedoch kein seltenes Juwel am Rhein. Denn von Rolandseck am nördlichen Ende des Rheinburgenweges bis zum südlichen Ende bei Bingen reihen sich mehr als 20 Burgen und Schlösser wie Perlen an einer Schnur aneinander. Und so geraten Wanderer, die die Strecke wegen ihrer atemberaubenden Landschaft gewählt haben, auch noch ganz nebenbei auf Spurensuche nach Rittern und Burgfräuleins. Die historische Pracht beeindruckte auch den Deutschen Wanderverband, der nun das linksrheinische Pendant zum Rheinsteig als Qualitätsweg ausgezeichnet hat. Auf rund 200 Kilometern führt der Rheinburgenweg in Rheinland-Pfalz durch das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Die 13 Tagesetappen durch Wiesen, Wälder und Weinberge sind zum Teil recht anspruchsvoll. Immer wieder entlohnen sie den Wanderer jedoch mit fantastischen Ausblicken auf das Rheintal und weitere Burgen auf der rechten Rheinseite.
Bevor die Wanderer den Blick von der Burg Rheinstein aus genießen können, führt sie ein schmaler, steiler Eselspfad über felsigen Grund durchs Morgenbachtal. Das ist nicht immer einfach - selbst für geübte Wanderer. Deshalb helfen Seilsicherungen über die schwierigsten Passagen hinweg. Endlich angekommen macht eine Raubritterburg, wie sie im Bilderbuch stehen könnte, alle Mühen wieder wett. Burg Rheinstein thront auf einem 90 Meter hohen Felsen, der aus einem schroffen Berghang ragt. Seit dem 13. Jahrhundert hält die Burg dort oben schon Wind und Wetter stand. Neben Burg Reichenstein und dem Mäuseturm bestimmt sie die letzte Etappe des Rheinburgenwegs im Süden zwischen Trechtingshausen und Bingen.
Im Norden beginnt der Rheinburgenweg an der Burg Rolandseck im gleichnamigen Ort. Wanderer müssen nur dem weinroten "R" mit den Burgzinnen folgen. Von der stolzen Burg ist im Vergleich zu den anderen, gut erhaltenen historischen Gebäuden der Strecke wenig übrig geblieben: Nur der berühmte Rolandsbogen ist noch erhalten - ein Burgfenster, das den Lauf der Zeit überlebt hat und das nun Efeu umrankt. Die Ruine gilt als ein Wahrzeichen der Rheinromantik. Von hier aus können Besucher eine Aussicht auf das Rheintal, die Insel Nonnenwerth und das Siebengebirge genießen, die schon Alexander von Humboldt als "einen der sieben schönsten Ausblicke der Welt" rühmte.
Jens Niemeyer, der Sprecher der "Romantischer Rhein Tourismusgesellschaft" weiß, welche Etappen Wanderer auf keinen Fall auslassen dürfen. Ein Besuch der Burg Rheinfels in St. Goar sei "ein absolutes Muss", behauptet er. Bei einem Rundgang durch die riesige Burganlage fühle man sich direkt ins Mittelalter versetzt. Und ein Stück weiter können Wanderer vom Aussichtsplatz Maria Ruh einen Blick auf die sagenhafte Loreley genießen, der laut Legende schon so einige Seefahrer nicht widerstehen konnten und ertranken.
Von dem Aussichtsturm oberhalb von Trechtingshausen lassen sich ganze sieben Burgen und Burgruinen erspähen: Burg Sooneck, Burg Hohneck, Burg Stahleck und die Ruine Fürstenberg auf der linken sowie die Ruine Nollig auf der rechten Rheinseite - und mit etwas Glück auch die Ruine Waldeck und die Sauerburg. Einige der Bauten sind in Privatbesitz und daher nur von außen zu besichtigen. Durch die sehenswerte Burg Sooneck können sich die Besucher führen lassen. Burg Stahleck wird als Jugendherberge genutzt.
Wer sich weniger für den kulturellen Hintergrund und mehr für den sportlichen Aspekt des Wanderns begeistert, für den gibt es auf dem Rheinburgenweg zwei angelegte Klettersteige. Gesichert mit Stahlseilen und Trittbügeln bezwingen Wanderer auf dem Oelsbergsteig zwischen St. Goar und Oberwesel die Klippen der Schieferfelsen. Etwas anspruchsvoller gibt sich der Mittelrhein Klettersteig bei Boppard. Auf dem Rundkurs muss unter anderem eine Steilwand horizontal überwunden werden. Doch nicht nur dort sollten Wanderer besondere Vorsicht walten lassen. Auch auf der letzten Etappe, in der Steckeschlääferklamm, sollten sie aufpassen, wo sie hintreten. Ein schmaler Pfad führt die Wanderer über Stege mal links, mal rechts des Hasselbachs. Doch an einer sicheren Stelle lohnt es sich auch, ab und an den Kopf zu heben: In die Bäume haben Künstler Gesichter und Fratzen geschnitzt.
In Bingen endet der Rheinburgenweg. Zurück zum Ausgangspunkt geht es auf entspannte Weise: per Schiff auf dem Rhein. Langsam ziehen die geleisteten Kilometer vorbei. Und die Wanderer genießen den Ausblick vom Wasser auf Mäuseturm, Burg Rheinstein und all die anderen Burgen.
Weitere Informationen:
Romantischer Rhein Tourismus GmbH, Loreley Besucherzentrum, 56346 St. Goarshausen (Tel.: 06771/95 93 80, E-Mail: info@romantischer-rhein.de)
Rheinburgenweg www.rheinburgenweg.com
Romantischer Rhein Tourismus www.romantischer-rhein.de
Burg Rheinstein www.burg-rheinstein.de
Burg Rheinfels http://dpaq.de/kSEjE
Geysir Andernach www.geysir-andernach.de
Vulkanpark Infozentrum http://vulkanpark.com
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Quelle: dpa
Thomas schrieb:
am 13. Mai 2011 um 11:54:45
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immer noch wunderschön !!!
Ich bin 40 Jahre und komme aus Mainz..aber der Abschnitt des Rheins zwischen Bingen und Koblenz zieht mich immer
noch in den Bann! Es wirkt auf mich immer noch so als hätte ich dieses wunderschöne Tal zum ersten mal gesehen....man spürt den Hauch der Vergangenheit ...einfach zeitlos ...wunderschön :-)
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Karin schrieb:
am 13. Mai 2011 um 11:19:02
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Rheinburgweg
Ich wohne zwichen Bonn und Koblenz und bin jedesmal wenn ich mit dem Auto von Neuwied (B9)nach Bonn zur Arbeit fahre begeistern
und denke
wo ich wohne machen Andere Urlaub. Ich liebe dieses stückchen Erde.
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gnusmas schrieb:
am 13. Mai 2011 um 10:10:55
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Man sollte speziell
mal die Burg Rheinstein besuchen, sehr persönlich und liebevoll geführte und gepflegte Burg mit interessanter Geschichte !!
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