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Schneearmut in den Alpen - Was bedeutet das im Skiurlaub?

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Schneearmut in den Alpen

02.12.2011, 11:30 Uhr | abl, Spiegel Online/dpa/dapd

Viele Skigebiete verschieben mangels Schnee ihren Start in die Skisaison (Quelle: dapd\Uwe Lein)

Viele Skigebiete verschieben mangels Schnee ihren Start in die Skisaison (Quelle: Uwe Lein/dapd)

Braune Hänge, lange Gesichter - bisher ist die Skisaison eine triste Angelegenheit: Am Himmel sind kaum Schneewolken auszumachen, die Betreiber lassen ihre Lifte länger im Sommerschlaf. Doch eine Wetteränderung ist in Sicht. Sehen Sie in unserer Foto-Show, wo kahle Hänge statt weißer Pracht herrschen.

Knapp den historischen Rekord verfehlt

Extrem trocken und sonnig - der November hat einen Rekord gebrochen: Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) hat es in keinem Monat weniger Niederschlag gegeben, an zahlreichen Messstationen im Land fiel nicht ein einziger Regentropfen. In den erstmals 1881 erstellten Aufzeichnungen sei eine derartige Bilanz bislang beispiellos, sagte DWD-Meteorologe Gerhard Lux. Auch die Zahl der Sonnenstunden schrammte demnach nur knapp an einem historischen Rekord vorbei.

Für Kunstschnee ist es zu warm

Ein Glück für Wanderer und Straßencafé-Besucher, ein Grund zur Sorge für Skifahrer und Wintersportgebiete. Denn zum Teil ist es sogar für Kunstschnee zu warm. Wer sich über Webcams einen Überblick über die Schneelage in den Alpenregionen macht, der entdeckt am Mittwoch triste Graspisten, stillstehende Lifte auf der Zugspitze und ein paar Abfahrten durch Herbstlandschaft wie in Ischgl. Das hat Folgen für die Skigebiete. Im Allgäu wurde der geplante Start der Saison am kommenden Samstag bereits um mindestens eine Woche verschoben: Auf Fellhorn und Kanzelwand in Oberstdorf wird - mit Glück - erst ab 10. Dezember gewedelt. Dann setzen sich auch auf dem Nebelhorn die Lifte in Gang, am Walmendingerhorn erst ab dem 16. Dezember. Trostlos ist die Lage auch auf der Zugspitze: Derzeit reicht die Schneedecke noch nicht aus, um den Skibetrieb zu starten, erklärt die Bayerische Zugspitzbahn auf ihrer Web-Seite.

Die Schneekanonen laufen auf Hochtouren

In Italien, Österreich und der Schweiz laufen in vielen Gebieten die Schneekanonen auf Hochtouren: Auf dem Kronplatz waren Anfang der Woche vier von 46 Pisten geöffnet, in Igschl sind 78 von 238 Abfahrtskilometer befahrbar, und auch in St. Moritz knirscht der künstliche Schnee unter den Brettern. Nur in den höheren Lagen und in Gletschergebieten ist die Skisaison gestartet, etwa im französischen Tignes und im Val d'Isère. Dennoch mussten dort nach einer Inspektion vor Ort zwei World-Cup-Rennen der Frauen am kommenden Wochenende abgesagt werden, auch ein Slalom-Wettkampf der Männer ist gefährdet.

Schneemangel gilt nicht als höhere Gewalt

Doch was sollen Wintersportler machen, die ihren Urlaub in den Alpen schon gebucht haben - aber keine herbstlichen Wanderungen unternehmen wollen? Grundsätzlich sind sie wegen fehlenden Schnees nicht zur kostenlosen Stornierung der Reise oder Umbuchung auf einen anderen Termin berechtigt, sagt Reiserechtler Ernst Führich: "Der Hotelier oder Reiseveranstalter haftet nicht für schlechte Witterungsverhältnisse." Fehlender Schnee könne auch nicht als höhere Gewalt wie zum Beispiel eine Lawine oder eine verschüttete Straße angesehen werden, meint Führich. Deshalb übernehme keine Reiserücktrittsversicherung die Stornokosten.

"Schneegarantie": Was heißt das?

Anders ist die Rechtslage, wenn der Reiseveranstalter eine Schneegarantie ausgesprochen hat. Dann müsse er die Zusage auch einhalten, wenn die Lifte und Seilbahnen nicht laufen, sagt Führich. "Schneesicher heißt aber nicht, dass eine längere Anfahrt mit dem Auto oder dem Skibus bis zur Piste unzumutbar ist." Sein Tipp: Reisende sollten bei einer Schneegarantie genau in den Prospekt schauen, da der Veranstalter die Konditionen eigenständig festlegen können.

Hoffen auf ein verschneites Wochenende

Alle bisher vom natürlichen Niederschlag vernachlässigten Gebiete schauen hoffnungsvoll auf das Wochenende: "15 Zentimeter Neuschnee meldet der Wetterbericht", sagt etwa Daniela Schusser von den Bergbahnen im Skigebiet Turracher Höhe in Kärnten. Der Deutsche Wetterdienst kündigt für Freitag schauerartige Regenfälle an - in den Hochlagen der Mittelgebirge würden sich später Schneeflocken unter den Regen mischen. Schöne Aussichten.

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Quelle: Spiegel Online

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Kommentare (22)

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Thema: "Schneearmut in den Alpen - Was bedeutet das im Skiurlaub?"

Polly schrieb: am 4. Dezember 2011 um 15:51:38
(0) (2) @Schneeflocke
Es gibt in Deutschland auch noch Skigebiete, die nicht überlaufen sind, wo keine besoffenen Chaoten andere gefährden und die
auch noch mehr als preiswert sind. Wer in die Alpen fährt ist selber schuld. Wir fahren seit über 10 Jahren in ein kleines Skigebiet im bayer. Wald und sind dort zufrieden und glücklich, auch wenn es da nur 6km Piste gibt. Uns reicht das.
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Christine schrieb: am 2. Dezember 2011 um 17:59:48
(7) (1) Schnee
Wenn es immer weniger in den Bergen schneit,sollte man sich schon einmal Gedanken machen wo das viele Wasser für die
Wasserkraftwerke,und Trinkwasser herkommen soll.Dann ist es vorbei im Frühjahr mit den rauschenden Bächen die zu Tal schießen,dann werden wohl nur noch Rinnsale herunter tröpfeln.Schlecht natürlich für die Gastronomie und Übernachtungsgewerbe,es werden dann immer weniger Turis kommen.Das ist dann genauso ein Dilemma wie im Sauerland.
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Schneeflocke schrieb: am 2. Dezember 2011 um 17:45:04
(11) (4) Schneemangel
bin früher sehr oft und sehr gerne Ski gefahren. Aber überfüllte Pisten, überteuerte Skipässe und besoffene Skichaoten
haben dazu geführt, dass ich die Berge lieber im Sommer genieße.
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