16.03.2011, 13:30 Uhr | Markus Roman
Ganz tief hinab muss, wer in diesem Hotel nächtigen will. Die Sala Silvermine Underground Lounge im schwedischen Sala, etwa 120 Kilometer nordwestlich von Stockholm, bietet in einer stillgelegten Silbermine das nach eigenen Angaben "tiefste Hotelzimmer der Welt". 155 Meter unter der Erde befindet sich die Minen-Suite, die Versorgung mit Frühstück und Erfrischungen erfolgt von der Erdoberfläche. Günstig ist das unterirdische Vergnügen nicht - dafür aber garantiert etwas besonderes. Sehen Sie die Untergrund-Suite auch in unserer Foto-Show.
Bevor das Zimmer bezogen werden kann, bekommen Besucher eine Führung durch die Grubenebene Ulrica Eleonora in 155 Metern Tiefe. Neben der Suite gibt es einiges zu entdecken, wie etwa den zauberhaften Christinasee, den sogenannten Echosaal oder einen Festsaal, der auch gemietet werden kann. Für die etwa anderthalbstündige Führung empfehlen die Veranstalter warme Kleidung, schließlich ist es so tief unter der Erde ziemlich kalt: Das ganze Jahr über herrschen hier drei Grad. In der Festhalle und im Zimmer wird jedoch geheizt, hier ist es 18 Grad warm. Durch die niedrigen Temperaturen ist allerdings ein spontaner nächtlicher Toilettengang etwas unangenehm. Eine einfache Toilette gibt es etwa 50 Meter vom der Suite benachbarten Festsaal entfernt, eine Dusche findet sich nur im Gasthaus an der Oberfläche. Im Zimmerpreis der Untergrund-Suite von umgerechnet 450 Euro enthalten sind außerdem ein Erfrischungspaket und ein Frühstück. Außerdem können die Minen-Hotel-Bewohner die ganze Zeit mit einem Funkgerät mit einem Angestellten an der Oberfläche Kontakt aufnehmen.
Wem der unterirdische Aufenthalt zu teuer ist, der kann sich auch überirdisch einbuchen. Das 1920 erbaute Gästehaus STF Sala Silvergruva kostet gerade mal ein Zehntel der Untergrundsuite, ist geschmackvoll eingerichtet und bietet alle modernen Annehmlichkeiten. Auf die Grubenerfahrung muss keiner verzichten: Verschiedene Touren durch die verschiedenen Ebenen des historischen Bergwerks dauern zwischen einer und drei Stunden und kosten je nach Umfang zwischen 15 und 50 Euro. Das Bergwerk ist nach Betreiberangaben eines der besterhaltenen historischen Bergwerke der Welt. Seit Beginn des 16 Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhundert bauten Bergleute hier Silber und Blei ab. Wer lieber in die Luft geht, hat im angeschlossenen Hochseilgarten Gelegenheit dazu.
Weitere Informationen:
Sala Silberbergwerk, Dr. Christinas Väg, 733 36 SALA, www.salasilvergruva.de
Markus Roman
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