23.03.2011, 11:10 Uhr | A .Faude
Sechs Hotels, 490 exklusive Wohnungen in 42 Häusern und 25 Villen; dazu ein Golfplatz und moderne Skiliftanlagen - das alles bekommt das schweizerische Andermatt in den nächsten Jahren. "Ein eher kleines Projekt", sagt Franz Egli, Sprecher der Orascom-Developmet Holding. Keine Untertreibung: Die Investment-Gruppe hat unter anderem das Ferienresort El Gouna in Ägypten aus der Taufe gehoben, weitere Projekte in Cornwall und Montenegro sind in der Planung. In unserer Foto-Show zeigen wir, was hinter der Idee "Andermatt Swissalps" steckt und wie Gutbetuchte dort künftig residieren werden.
Die Dimensionen sind groß und die Bagger schaufeln schon fleißig. Andermatt in der Schweiz erweitert sich und zwar gewaltig. Rund 1300 Einwohner zählt das Städtchen im Schweizer Kanton Uri derzeit. Tourismus ja, das gibt es in Andermatt. Schließlich liegt der Ort zentral im Land, von Zürich im Norden und Lugano im Süden ist es jeweils in knapp zwei Stunden Autofahrt erreichbar. Im Winter geht's auf die umliegenden Skipisten, im Sommer laden die Alpenpässe zum Wandern oder Klettern ein. Doch die Konkurrenz ist groß, andere Orte sind bekannter und breiter vermarktet. Das wird sich ändern. Der Ägyptische Milliardär Samih Sawiris "griff" in Andermatt zu und baut mit seiner Hotelgruppe Orascom Hotels & Development (OHD) ein riesiges Tourismusresort der exklusiven Art.
Der Spatenstich für das größte Tourismusprojekt in der Schweiz erfolgte schon im Herbst 2009. Laut FAZ-Recherche erwarb der Investor OHD ein ehemaliges Militärgelände, genauer einen Armeeschießplatz, für rund 19 Millionen Schweizer Franken. Es grenzt direkt an den Ort Andermatt und ist gut 1,44 Millionen Quadratmeter groß. In diesem Frühjahr laufen die Hauptbaumaßnahmen richtig an. In einer ersten Phase wird ein so genanntes Podium gebaut, erklärt Sprecher Franz Egli gegenüber t-online.de. In einer unterirdischen Garage soll das Ver- und Entsorgungssystem für "Andermatt Swissalps" untergebracht werden. Auch 1970 Parkplätze sind geplant, schließlich soll das Tourismusresort autofrei sein. Mittels Erdwärme will man einen Teil beheizen und so CO2-neutral bleiben. Erst wenn das Podium fertig gestellt ist, startet der Bau von geplanten sechs Hotels, allerdings nur, wenn alles zuvor verkauft wurde.
Die Chancen auf ein großes neues Tourismusdorf stehen gut: Bereits im vergangenen Jahr wurden laut Sprecher Egli Wohnungen für 100 Millionen Schweizer Franken an den Mann gebracht. Ziel für dieses Jahr ist ein Verkaufserlös von 120 Millionen Schweizer Franken anvisiert. Europäische Kunden sichern sich hier offenbar ihr Feriendomizil, 40 Prozent der Kunden seien Schweizer, der Rest gut betuchte Deutsche. Italiener und Engländer. Für eine Wohnung liegt der Quadratmeterpreis bei 15.000 Schweizer Franken, für eine Villa muss ein zweistelliger Millionenbetrag Schweizer Franken gezückt werden. Damit die "Schönen und Reichen" in Andermatt ihr Geld anlegen können, liegt an der Aussetzung der "Lex Koller". Normalerweise nämlich ist der Erwerb von Immobilien von Nichtschweizern beschränkt; anders in Andermatt: Hier können Nichtschweizer eine Unterkunft kaufen und diese auch an Ausländer weiter veräußern.
Rund zehn Jahre wird der Neubau des Tourismusdorfes wohl dauern. Neben den geplanten Luxushotels, Villen und Wohnungen ist ein Sport- und Freizeitzentrum, ein Golfplatz und eine Kongresshalle vorgesehen. Die Skiliftanlagen werden modernisiert und bereits im Winter 2013/14 sollen hier die ersten Gäste ihre Skier anschnallen und im Hotel "Grand Chedi" residieren. Auch der 18-Loch-Golfplatz ist laut Planung dann fertig. Andermatt steht dann ein wahrer Boom bevor; die Zahl der Gästebetten wird von derzeit gut 1300 auf 4300 erhöht. Klappen die Planungen, findet womöglich mancher aus den umliegenden Ort dort einen Job. Schließlich müssen all' die neuen Betten frisch bezogen und die Gäste bewirtet werden - etwa 1800 Stellen dürften dann besetzt werden.
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A .Faude
Auslandschweizer schrieb:
am 24. März 2011 um 16:50:27
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Andermatt
Wir bleiben Zermatt treu als Urlaubsziel, hat es doch viel zu bieten..... Auch für die Kinder ein Paradies unsere Kids haben viele
Freundschaften da geschlossen die bis heute noch bestehen. Neid ist überall, aber warum muss man über die shweiz herziehen?? Ich bin AUslandschweizer und ich LIEBE MEINE HEIMAT
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rwi schrieb:
am 24. März 2011 um 16:40:13
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Andermatt
Was unternimmt man nicht alles in der Schweiz um an das Geld zu kommen. Bei Projekten wie dieses geht eine Menge der Schönheit und
Natur der Schweiz den Bach runter. Ich glaube nicht dass es ein 2. Moritz geben wird. In wie weit man auf Umwelt Rücksicht nimmt muß abgewartet werden. Ich frage mich wie sich das Kanton dazu stellt.
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Alfons schrieb:
am 24. März 2011 um 16:27:13
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Andermatt
Ich unterscheide nicht zwischen Arm und Reich. Auch Reiche haben eine Daseinsberechtigung - auch wenn ich selbst nicht dazu
gehöre. Die entscheidende Frage hierbei ist, inwiefern dieses Tourismuskonzept aus ökologischer und sozialer Sicht zum Wohle der Region nachhaltig umgesetzt werden kann. Es gibt genügend Beispiele, wo die Einheimischen abgewandert sind und sich Enklaven gebildet haben, in denen nur noch das Geld eine Rolle spielt. In dem Fall hätte man wohl erneut einen Fehler gemacht...
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