
15.12.2011, 08:19 Uhr | Tim Tolsdorff, Spiegel Online
Rasen wie die Profis! Wenn auf den legendären Rennstrecken der Ski-Weltcups keine Wettkämpfe stattfinden, dürfen Hobbyfahrer ran. Auf Planai-, Kandahar- und Lauberhorn-Abfahrt ist der Oberschenkel-Muskelkater garantiert - und neuer Respekt für die waghalsigen Schussfahrten der Könner. Sehen Sie die Weltcup-Abfahrten auch in unserer Foto-Show.
Mit den Ski-Übertragungen im Fernsehen ist das so eine Sache. Am Bildschirm ist nur schwer zu erahnen, welche Leistungen die Protagonisten des Ski-Weltcups tatsächlich vollbringen, wenn sie in Kitzbühel, Wengen oder Cortina mit Vollgas haarsträubende Steilhänge bezwingen. Wenn sie zu Dutzende Meter weiten Flugeinlagen abheben oder sich mit allen Fasern ihrer durchtrainierten Körper den Fliehkräften in Speed-Kurven entgegenstemmen. Dabei geben die Sender sich alle Mühe, die mit Helmen und Protektoren plastikgepanzerten Gladiatoren spektakulär in Szene zu setzen: Kameras an Schlüsselstellen vollführen schwindelerregende Drehungen, um die Steilheit des Geländes zu betonen. Ex-Rennfahrer wie Markus Wasmeier rasen Lauberhorn oder Streif herunter und filmen ihren Ritt mit der Handkamera. Geschwindigkeitsmessungen sollen beweisen, dass die Rennläufer mitunter jenseits der auf deutschen Autobahnen angezeigten Richtgeschwindigkeit von 130 km/h ins Tal jagen. Doch trotz all des technischen Aufwands gilt nach wie vor: Probieren geht über Studieren. Nur am eigenen Oberschenkel ist spürbar, welches Brennen eine Minute in der Schusshocke in den Muskeln erzeugt. Nur die eigenen Emotionen geben Auskunft darüber, was im Gehirn bei der Einfahrt in den freien Fall über Garmisch passiert, wo einem die Steilheit des Geländes die Skier unter den Beinen wegzieht.
Viele Pisten-Piloten träumen davon, einmal selbst die Hänge ihrer rasenden Vorbilder zu bezwingen. Tatsächlich stehen viele Rennstrecken den Touristen offen. SPIEGEL ONLINE stellt fünf lohnende Kurse vor und orientiert sich dabei vor allem an zwei Kriterien: Wir haben Pisten ausgesucht, auf denen vergleichsweise lange Strecken zurückzulegen sind, damit der Spaß nicht nach wenigen Sekunden vorüber ist. Außerdem verzichten wir bei der Auswahl auf jene Hänge, die für den Dauerbetrieb über Gebühr entschärft wurden. Deshalb fiel etwa die Familienstreif in Kitzbühel durch das Raster. Ach ja: Bei aller Ambition sollte man immer Vorsicht walten lassen und seine Fähigkeiten nicht überschätzen. Denn wer weiß, was sich an einem normalen Pistentag hinter den Kamelbuckeln der Saslong oder der Hundschopf-Kante am Lauberhorn verbirgt.
Auf dem Hosenboden ins Tal: die Saslong in Gröden
Raser-Strecke für die WM 2013: die Planai in Schladming
Vereist, steil und sauschnell: die Kandahar in Garmisch
Zickenkrieg an der Tofana: die Olympia-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo
Die "Streif" der Schweizer: die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen
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Quelle: Spiegel Online
Michael861 schrieb:
am 12. Dezember 2011 um 16:40:45
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Nicht noch mehr Unfälle
Ich stehe 50 Tage im Jahr auf den Skiern, und sehe immer und immer wieder, wie sich Hobbyfahrer mit Material und
Körper überschätzen, nur um mal auf einer "echten" Abfahrtsstrecke gestanden zu haben. Lieber einen Gang zurück, und die Heimfahrt im eigenen PKW!!! Mit 2 Skitagen im Jahr hat man auf einer schwarzen Piste nichts verlorgen, man ist da nicht nur für sich alleine verantwortlich, sonder auch für denjenigen, den man "rammt"!!!
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