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Spaziergang in 1300 Metern Höhe

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Spaziergang in 1300 Metern Höhe

20.08.2008, 08:25 Uhr | M. Roman

Die Aussichtsplattform ragt 25 Meter über den Canyon hinaus. (Foto: Destination Grand Canyon)Die Aussichtsplattform ragt 25 Meter über den Canyon hinaus. (Foto: Destination Grand Canyon)

Erstbesuchern schlottern fast immer die Knie, wenn sie durch das Glas 1300 Meter in die Tiefe blicken. Nach kurzer Eingewöhnung trauen sich die meisten mehr Bewegung zu auf einer der ungewöhnlichsten Aussichtsplattformen der Welt: dem "Grand Canyon Skywalk". Allein schon die Zahlen sind schwindelerregend: 25 Meter ragt die hufeisenförmige Brücke aus Glas und Stahl über den Grand Canyon, ein zehn Zentimeter dicker Glasboden und ein brusthohes Geländer verhindern den Absturz in 1300 Meter Tiefe.

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Vor über einem Jahr spazierten die ersten Besucher über die Plattform, seitdem genossen mehr als 300.000 Menschen den spektakulären Ausblick auf die natürliche Schönheit des Canyons. Gerechnet hatten die Betreiber allerdings mit 600.000 Besuchern pro Jahr, für den Tourismus am Grand Canyon ist der "Skywalk" trotzdem ein Gewinn: Sprecherin Kathrin Berns sprach von täglich 2000 Besuchern der Region Grand Canyon West seit der Eröffnung der Plattform am 28. März vergangenen Jahres. Im Vergleich zur Zeit davor habe sich die Zahl der Besucher vervierfacht.

Adrenalin-Kick auch für Rollstuhlfahrer

Trotz des Erfolges schlug man zum einjährigen Geburtstag des "Grand Canyon Skywalk" im März ruhige Töne an. Eine große Geburtstagsfeier gab es nicht, lediglich eine Aktion "Buy one-Get one free" (Kauf eine Karte, krieg eine umsonst). Die große Feier soll nachgeholt werden, wenn das im Bau befindliche Besucherzentrum voraussichtlich Ende 2008 fertig gestellt wird. Dann wird es direkt am "Skywalk" auch einen Shop, ein Restaurant und sogar ein Casino geben. Eine Neuerung gab es dann doch zum Geburtstag, die noch mehr Menschen die luftige Aussicht ermöglicht: Seit kurzem gibt es eine Rollstuhlrampe auf den "Skywalk". Neu sind außerdem Unterkünfte für Besucher auf der Hualapai Ranch, etwa zehn Kilometer von der Glasbrücke entfernt. In den sogenannten Cabins, Holzhäusern im Wildwest-Stil, kommt man pro Person und Nacht für 130 Dollar (etwa 80 Euro) im Doppelzimmer unter. Dafür ist der Eintritt in das Gebiet Grand Canyon West bereits inbegriffen.
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Unübersichtliche Kostenstruktur

Etwas unübersichtlich sind die Kosten für einen Ausflug auf den "Skywalk". Neben dem eigentlichen Eintritt von 30 Dollar (etwa 19 Euro) für die Glasbrücke kommen noch eine Reihe weiterer Kosten hinzu. Dazu zählen der Eintritt ins Gebiet Grand Canyon West (30 Dollar) der Hualapai-Indianer und Parkgebühren von 20 Dollar bei Anfahrt mit eigenem PKW. Zudem kann man im Gebiet weitere Touren buchen, wie einen Helikopterflug zum Grund des Grand Canyons oder ein Rafting-Trip auf dem Hualapai-River. Doch das Highlight ist unbestritten die Glasbrücke. Und auf der wird man nicht gedrängt: Einmal betreten, gibt es keine zeitliche Beschränkung für den Aufenthalt. Wenn man allerdings Erinnerungsfotos mit nach Hause nehmen möchte, muss man noch einmal in die Tasche greifen. Denn eigene Kameras sind auf dem Skywalk nicht erlaubt - nach Angaben des Stammes, um das Glas vor Kratzern zu schützen. Kritiker merken an, dass dadurch auch der Verkauf von Postkarten und offiziellen Fotos gesteigert werden soll.

Baukosten von 30 Millionen Dollar

Der Bau des teils umstrittenen Projekts kostete 30 Millionen Dollar (etwa 20 Millionen Euro), die ein Investor aus Las Vegas aufbrachte. Dafür bekommt er für die nächsten 25 Jahre die Hälfte der Einnahmen. Die andere Hälfte erhält der Stamm der Hualapai-Indianer, auf dessen Hoheitsgebiet die imposante Glasbrücke steht. Das sorgte während der Bauzeit und nach der Eröffnung für Diskussionen, doch führende Stammesmitglieder sahen im "Skywalk" und dem damit verbundenen Tourismus schließlich eine Perspektive. "Unsere Leute haben jahrelang unter Armut und Arbeitslosigkeit gelitten", sagte damals Sheri Yellowhawk vom Wirtschaftskomitee des Stammes.

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Quelle: t-online.de

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