31.01.2012, 16:03 Uhr | Hans-Werner Rodrian, srt
So also lebte und arbeitete der meistgehasste Mann der DDR: Stasi-Chef Erich Mielkes Schreibtisch ist wie stets aufgeräumt, sein Telefon steht exakt ausgerichtet im rechten Winkel auf der glänzenden Platte. In der Zimmerecke leuchtet eine SED-Fahne. Auch Jahrzehnte nach dem Ende der DDR ist dies noch ein unheimlicher Ort. Über 30 Fußballfelder groß breitet sich in Berlin-Lichtenhain der Komplex des berüchtigten Museums für Staatssicherheit aus. Viele Gebäude stehen leer, Besucher kamen bislang nur ganz vereinzelt. Das soll sich jetzt ändern, seit der Bund das denkmalgeschützte "Haus 1" mit Mielkes Büro zur Gedenkstätte gemacht und für elf Millionen Euro saniert hat. Sehen Sie Eindrücke des Stasimuseums auch in unserer Foto-Show.
Die Stasi-Zentrale war eine geheime Stadt in der Stadt. Von hier ging die Belauschung eines ganzen Volks aus, es roch nach Angst, Unterdrückung und Repression. Jetzt riecht es vorwiegend nach Farbe. Um die richtige Form der Gedenkstätte wurde lange gerungen: Wie viel Renovierung verträgt der Erinnerungsort? Und wie viel vom oft Laienhaften, aber immer Authentischen der alten DDR-Bürgerrechtlerausstellung schafft es in die neue Multimedia-Präsentation? Die soll bis Mitte 2013 zeitgemäß und interaktiv überarbeitet werden. So lange wird wohl weiter gerungen, derzeit ist eine Interimslösung zu sehen.
Und die gibt durchaus unerwartete Einblicke: zum Beispiel in Erich Mielkes Privatbad, in die Küche und in das ganz in "Hellerau (glänzend)" eingerichtete Wohnzimmer mit der Couch, auf der der Stasi-Chef oft übernachtete, wenn ihm der Weg in die Dienstvilla nach Wandlitz zu weit war. Hinter den Plüschgardinen kann man die lichtundurchlässigen Verdunkelungsvorhänge bewundern. Auch der Siemens-Computer und das Tonbandgerät der Marke Smaragd stehen noch da wie 1989, als aufgebrachte Bürger das Ministerium stürmten, um zu verhindern, dass die 7000 Stasi-Mitarbeiter in den Tagen nach der Wende alle Akten vernichten. Das Kasino, in dem früher die hohen Herren der Stasi das Mittagessen einnahmen, ist heute die Cafeteria des Museums.
Bereits 2011 hat Roland Jahn, der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, vorgeschlagen, aus dem Gelände einen "Campus der Demokratie" zu machen - mit Kino, Bibliothek und Führungen durch die Akten des Grauens. "Schließlich kann man hier sehen, hören und fühlen, wie Diktatur funktioniert hat", begründet er den Vorstoß. Bei einzelnen "Bürgertagen" zeigt er schon mal, wie er sich das vorstellt. Und lässt keinen Zweifel daran, dass ihm ein Lernort wichtiger ist, als ob es durchs Dach regnet.
Stasi-Museum Berlin, Normannenstr./Ruschestr., 10365 Berlin, Tel. 030/5536854, www.stasimuseum.de, geöffnet Mo.-Fr. 11-18 Uhr, Sa., So. 14-18 Uhr
Quelle: srt
ÖD Ost schrieb:
am 9. März 2012 um 18:42:21
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2 mal entgauckt...
... und wann ist mal der Westen mit einer gründlichenÜberprüfung dran? Wie viele der 8.000 HVA-Spitzel im Westen sind
bis jetzt belangt worden?
Warum hat der Bundestag den Schalck im Nacken?
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Nobbi schrieb:
am 29. Februar 2012 um 14:35:25
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Stasimuseum
Das Stasi- Museum befindet sich im Berliner Bezirk Lichtenberg.
Lichtenhain gibt es nicht.
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CRISTA schrieb:
am 3. Februar 2012 um 19:12:12
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WIE BITTE, FÜR 11 MILLIONEN SANIERT !!!
wer will das denn sehen ? Auch kann man mal sehen,wie Steuergelder von der Regierung, Länder und
Kommunen verschwendet wird, man sollte doch mal genauer überprüfen, und bewusster drüber nachdenken wo es NÖTIG ist und wo NICHT, so wie dieses Museum, was absolut nicht hätte sein müssen, Steuergelder müssen besser verteilt und ausgegeben werden, in der HEUTIGEN Zeit können WIR bestimmt auf viele BAUTEN verzichten ,-so wie auch das Berliner Schloß für 460 Millionen, WAHNSINN !!!!
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