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Südtirol: Wandern im Pfitschertal

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Südtirol: Wanderparadies Pfitschertal

06.02.2012, 10:23 Uhr

Südtirol: Wandern im Pfitschertal (Foto: Bernd Haynold)

Der Herbst ist da und mit ihm beginnt auch die Wanderzeit Besonders schön sind Wanderungen in Südtirol: Grüne Wiesen, bunte Blätter, klare Bäche und Seen - und das alles im milden Licht des Herbstes vor Bergpanorama. Doch Vorsicht! Manchmal stiefeln wir, ohne es zu wissen, durch das Reich der Berggeister. Und in Südtirol, dem Eldorado aller Herbstwanderer, ist diese Gefahr besonders groß.

Auf der Suche nach dem "Bluadschink"

Südtirol, nicht weit weg von Sterzing. Zum Pfitschertal geht es hoch hinauf, Serpentine um Serpentine. Tankstellen, Supermärkte oder gar Diskotheken gibt es hier keine, dafür ein paar Gasthöfe, in denen es sich gut und preiswert übernachten lässt. Und natürlich gibt es hier den "Bluadschink" - neben vielen anderen Sagen- und Fabelwesen. Im Pfitscherbach, der eigentlich ein reißender Fluss ist, soll dieses mystische Wesen namens Blutschinken wohnen. Oder besser: "Da Bluadschink", wie die Einheimischen ihn nennen. Die Sagengestalt ist ein Wasserungeheuer, das nach kleinen Kindern schnappt, die sich trotz der eindringlichen Warnungen ihrer Eltern zu nah ans Wasser herantrauen. Anna Toloi, die gestandene Wirtin vom Pfitscherhof im Pfitschertal am Pfitscherbach, erinnert sich noch ganz genau: "Als Kinder haben wir von einer Brücke aus immer ins Wasser gestarrt, um den 'Bluadschink' zu sehen. Wenn ein Kind behauptete, es hätte ihn erblickt, dann ist der Geist nach und nach auch für alle anderen sichtbar geworden."

Bei wunderbarer Stille schmökern

Wer hierher kommt, der braucht Bergstiefel, ein bisschen Kondition sowie Freude an unberührter Natur und wunderbarer Stille. Die Zimmer in den Gasthöfen sind klein und bescheiden, aber sie erfüllen ihren Zweck. Aufgestanden wird, wenn die Sonne aufgeht. Abends sitzt man dann bei einem Viertel Roten auf der Bank vor dem Haus und guckt sich den gigantischen Sonnenuntergang an. Oder man liest im Gemeindebuch, einem über 700 Seiten starken Wälzer, das erst 1998 fertig geworden ist, und das die Geschichte des Pfitschertals und seiner Gemeinden dokumentiert: von der Mittelsteinzeit bis heute. Ein liebevoll zusammengetragenes Werk von Geologen, Botanik-Experten, Kennern von Sitte und Brauchtum und Chronisten für das Skurrile und Übernatürliche.

Die Geschichte der Totenkopf-Suppe

Da gab es etwa einen Pfarrer, berichtet die Chronik, der konnte das Leid eines lang dahinsiechenden Kranken gar nicht mehr mit anschauen. Der alte und kranke Bergbauer wollte sterben, konnte aber nicht. Bis ihn der Pfarrer erlöste. Er schlug ihm einfach den großen Tabernakel-Schlüssel über den Kopf. Amtlich dokumentiert und von allen für gut befunden. Und dann ist da noch die Rede von der Totenkopf-Suppe. Immer wieder gern zubereitet aus dem Kopf eines frisch Verstorbenen. Wer diese Suppe auslöffelte, so steht es geschrieben, der bekam übernatürliche Kräfte. Und die waren wichtig für die Pfitscher Buben, die sich regelmäßig mit den Sterzingern raufen mussten. "Sind die Leute im Pfitschertal immer noch so dumm?", fragt laut Chronik ein arroganter Sterzinger einen Bergbauern. "Nein", antwortet der. "Seit wir sie nicht mehr von Sterzing holen und stattdessen selber machen, ist es besser geworden." Totenkopf-Suppe steht heute nicht mehr auf dem Speiseplan der Pfitschtal-Bewohner. Dafür gibt es Schlutzkrapfen, Spinatknödel, selbst gemachte Gemüsesuppe, Räucherspeck und Bergkäse, außerdem Blaubeer-Pfannkuchen, Krapfen und viele weitere süße Verführungen.

Anspruchsvolle Wanderwege

Um die Kalorien wieder zu verbrennen, geht es in die Berge. Allerdings sind die Höhenwege im Pfitschertal für Ungeübte ziemlich anstrengend. Wenn in einem Prospekt von einem "leichten bis mittelschweren Wanderweg" die Rede ist, so muss man grundsätzlich mit einem Gewaltanstieg rechnen. Das Naturerlebnis, ob zur Hochbergalm oder zum Pfitscher Joch, versöhnt jedoch gleich wieder. Die Rundblicke über ein noch nicht zertrampeltes Stück Paradies lassen Herzen höher schlagen. Und wer ganz genau in den überall präsenten Pfitscherbach guckt, der sieht auch den "Bluadschink". Ganz bestimmt.

Weitere Informationen:

Tourismusverein Sterzing, Stadtplatz 3, I-39049 Sterzing, Tel. 0039/0472/765-325, Fax 765-441, E-Mail: info@infosterzing.com, Internet: www.infosterzing.com

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Quelle: srt

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