30.11.2010, 14:13 Uhr | Susanne Ewald
Sydney, Australien: Surferparadies mit Großstadt-Flair (Foto: Montage, t-online.de, Bilder: imago/Susanne Ewald)
Einmal surfen am weltbekannten Bondi Beach und der rauen Wildnis des australischen Buschs ausgesetzt sein - mit allem was dazu gehört. Möglich ist das nur eine Autofahrt von der Millionen-Metropole Sydney entfernt. Die australische Großstadt ist vor allem durch die architektonisch außergewöhnliche Oper bekannt, gibt aber auch über die Stadtgrenzen hinaus ein gutes Bild ab. Nicht nur die Blue Mountains locken die Urlauber aus dem Großstadtdschungel in den Busch - ganz in Stadtnähe zieht es viele zum Surfen an die schönen Strände, darunter auch der unter Surfern legendäre Bondi Beach. Sehen Sie sich Sydney und Umgebung in unserer Foto-Show an.
Wo alles begann: Die Geschichte Sydneys ist ungewöhnlich und eine Tour durch die Gegend am Ufer gegenüber des weltbekannten Opernhauses gibt Aufschluss über die Anfänge als Strafgefangenenlager. 1788 kamen die ersten Gefangenen aus England, sogenannte "Convicts". Insgesamt wurden bis 1868 160.000 Gefangene ans Ende der Welt nach Sydney gebracht. Heute erinnert ein altes Tante Emma Lädchen, eine Siedlung und eine Statue an die alten Zeiten. Für Geschichtsinteressierte lohnt eine "Rocks Walking Tour", die in 2,5 Stunden durch das alte Sydney führt. Eine Jugendherberge befindet sich ebenfalls auf dem "The Rocks" genannten historischen Areal. Highlight ist die Bauweise: Das ganze Gebäude berührt auf nur circa 50 Quadratmetern den Boden, der Rest schwebt förmlich über dem geschichtsträchtigen Boden. Infotafeln im ganzen Haus geben Aufschluss über die Geschichte und geologischen Gegebenheiten. Tipp: Begeben Sie sich auf die Besucherterrasse; von dort hat man einen atemberaubenden Blick auf das Opernhaus und die Skyline von Sydney mit der Harbour Bridge.
Ein Muss ist ein Abstecher zum Bondi Beach, nur 30 Autominuten von der Innenstadt entfernt. Einmal auf dem wackeligen Brett über die Wellen gleiten - ein Traum, nicht nur für Fans der Surfgemeinde. Bis zu 70.000 Menschen tummeln sich hier zur Badesaison an einem Tag. Die meisten kommen um zu surfen, oder zumindest den Surfern zuzusehen. Eine Stunde mit professioneller Anleitung in der Bondi Surfschule wirkt wahre Wunder. Selbst totale Anfänger schaffen es doch mindestens einmal im Stehen auf einer Welle bis an den Strand zu surfen. Nach dem Erfolgserlebnis lässt es sich die Beine prächtig am Küstenweg von Bondi bis nach Coogee vertreten. Der angelegte Pfad führt an traumhaften Buchten mit Meeresschwimmbädern und an einem imposanten Friedhof vorbei. Busse verkehren regelmäßig von Coogee zurück in die Stadt. Im November ist der Pfad mit Skulpturen von Künstlern aus aller Welt gesäumt.
Kontrastprogramm zum Städtetrip ist ein Ausflug in die Blue Mountains. Nur 60 Kilometer von Sydney entfernt beginnen die ersten Ausläufer der blauen Berge. Der Nationalpark erhielt seinen Namen von den Blättern der Eukalyptusbäume, die ein Ätherisches Öl verdunsten, dessen feiner Nebel über den Bergen liegt und bei Tageslicht oft einen blauen Schimmer verursacht. Große Teile der Blue Mountains wurden 2000 zum Welterbe der Unesco ernannt. Die Berge sind seit fast 14.000 Jahren Heimat der Aborigines, der Ureinwohner Australiens. Am Aussichtspunkt in der Nähe von Katoomba, dem Echo Point, kann man die "Three Sisters" bewundern, drei massive Felsen aus Sandstein. Ganz in der Nähe befindet sich die "Scenic World", die Fahrten mit einer Seilbahn mit Glasboden, einer sehr steilen Schienenbahn oder einer Schwebebahn anbietet (Kombitickets ab 20 Euro). Das richtige Wildlife erlebt man aber am besten direkt im Busch. Auf Luxus muss aber trotzdem noch lange nicht verzichtet werden. Mit einer privaten Tour in die Blue Mountains, inklusive Bewirtung und Safari kommen auch Camping-Anfänger voll auf Ihre Kosten. Das Basiscamp befindet sich direkt am Woolandilly River. Lagerfeuer am Fluss, Schlafen unter dem Sternenhimmel, Tierwelt hautnah erleben - der Trip in die Ausläufer der Blue Mountains lohnt. Erfahrene Reiseführer pirschen sich mit den Besuchern per Kanu an die Schnabeltiere ran, können jeden noch so seltenen Vogel benennen und erläutern die Spuren der Koalas in den Bäumen. Der Natur auf der Spur - das geht nur wenige Kilometer von der Millionenmetropole Sydney entfernt.
Weitere Informationen:
Klima: Sydney im Bundesstatt New South Wales liegt in der gemäßigten Klimazone der südlichen Hemisphäre. Im australischen Sommer können die Temperaturen am Tag über 30°C erreichen.
Beste Reisezeit: Oktober bis März
Anreise: Sydney wird täglich von vielen internationalen Airlines angeflogen, unter anderem von der australischen Fluggesellschaft Qantas täglich von Frankfurt nach Sydney: www.qantas.com
Einreise: Für die Einreise nach Australien ist neben einem gültigen Reisepass ein Visum erforderlich, das vor Reiseantritt beantragt werden muss. Weitere Informationen unter den folgenden gebührenpflichtigen Nummern:
030/700 129129 Mo bis Do 13 bis 17 Uhr, Fr 13 bis 16 Uhr, Internet: www.germany.embassy.gov.au
Währung: Ein australischer Dollar (AUD) = 0,72 europäische Cent (EUR) (Stand: November 2010)
Zeitverschiebung: New South Wales ist der mitteleuropäischen Zeit acht Stunden voraus. Während der australischen Sommerzeit (vom letzten Sonntag im Oktober bis zum letzten Wochenende im März) sind es zehn Stunden.
The Rocks Walking Tours: www.rockswalkingtours.com.au
Let's go surfing, Bondi Beach: www.letsgosurfing.com.au
Scenic World, Katoomba: www.scenicworld.com.au
Private Safaris in den Blue Mountains: www.bluemountainsprivatesafaris.com
Susanne Ewald
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