03.08.2011, 15:04 Uhr | Fabian von Poser, SRT
Mit dem Geländewagen durch Wüstensand zu fahren gibt dem Urlaub Abenteuerflair. (Foto: Fabian v. Poser/SRT)
Über Dünenkämme in der Sahara, am Strand entlang, durch ein naturbelassenes Gelände: Allradfahren im Urlaub erzeugt ein ganz besonderes Abenteuerflair. Doch Touren durch unwegsame Gegenden bergen selbst mit einem Geländewagen Gefahren. Wir sagen Ihnen, wie Sie heil an Ihrem Ziel ankommen. Sehen Sie tolle Bilder von Touren durch Namibia auch in unserer Foto-Show.
Abseits ausgebauter Straßen zu fahren, ist ein großes Erlebnis. Gerade im Urlaub wollen viele mit dem Wagen einfach mal raus in die Natur - und überschätzen sich dabei. Egal, ob es nur abends in Spanien an einem abgelegenen Strandabschnitt ist, auf einem einsamen Weg in Griechenland oder zwischen den mächtigen Dünen der Sahara in Ägypten, Tunesien oder Marokko: Die Gefahr stecken zu bleiben, ist für Off-Road-Neulinge groß. Nicht selten kommen Mensch und Fahrzeug dabei sogar zu Schaden. Wer bei Sandfahrten einige einfache Dinge beachtet, der kann sich den Ärger in weichem Terrain jedoch ersparen.
Schon vor der Fahrt sollte man sich vergewissern, alle wichtigen Ausrüstungsgegenstände an Bord zu haben. Wenn es durch tiefen Sand geht, sind Sandbleche, ein guter Wagenheber mit massivem Holzbrett als Auflagefläche, eine Sandschaufel, ein leistungsstarker Kompressor und ein Luftdruckmesser mit genauer Anzeige die Minimalausstattung. Das Wichtigste bei Sandfahrten sind Vierradantrieb, der richtige Reifendruck und vorausschauendes Fahren. Den Vierradantrieb sollte man vor einer Sandfahrt einschalten, egal, wie tief der Sand ist. Für den Reifendruck gilt: Vor der Einfahrt in einen sandigen Wegabschnitt oder sogar in ein Dünenfeld gilt es Luft abzulassen, um eine größere Auflagefläche zu haben und weniger schnell einzusinken. Der optimale Luftdruck liegt je nach Beladungszustand des Fahrzeugs und Sandbeschaffenheit zwischen 0,8 und 1,5 Bar. Den Luftdruck sollte man regelmäßig kontrollieren, denn die Reibung und der heiße Sand lassen ihn während der Fahrt wieder ansteigen.
Das vorausschauende Fahren schließlich lernt man mit der Zeit. Folgende Tipps können dennoch hilfreich sein: Beim Durchfahren des Sandes sollte man stets das vorausfahrende Fahrzeug beobachten - es gibt einem Auskunft über Schläge, Löcher und Senken. Weiß man nicht, was hinter einer Erhebung oder einem Dünenkamm kommt, ist es am besten, noch vor dem Sandberg oder der Düne anzuhalten und zu Fuß einen Blick auf die andere Seite zu werfen. Achtung: Hält man an einer Schräge, auf keinen Fall vergessen, die Handbremse anzuziehen.
Um über eine Anhöhe oder einen Dünenkamm zu kommen, ist die richtige Mischung aus Drehmoment und Kraft nötig - mit zu viel Kraft fliegt man über die Düne, mit zu wenig bleibt man stecken. Je nach Gefühl sollte man ganz normal im ersten, zweiten oder dritten Gang anfahren oder gleich Untersetzung einschalten. In tiefem Sand ist es besser, den Gang nicht während der Fahrt zu wechseln, da man sonst an Drehmoment verliert.
Wer in der Ebene zu einer Tiefsandstelle gerät, der sollte Vollgas geben und durchfahren. Wenn man sich mittendrin befindet und merkt, dass der Wagen langsamer wird, keinesfalls schalten oder vom Gas gehen, sondern mit schleifender Kupplung (geht meist nur wenige Sekunden) noch möglichst viele Meter fahren - vielleicht reicht es noch bis zum nächsten festen Untergrund. Sobald sich der Wagen eingräbt, sollte man sofort vom Gas gehen, sonst verschlimmerst sich die Lage. Wer nicht am Scheitel des Sandbergs stecken bleiben möchte, der sollte immer soweit über den Dünenkamm fahren, dass der Schwerpunkt des Autos bereits herüber ist. Die Grundregel lautet: Hinterräder im Kamm eingraben, nicht Vorderräder.
Bei der Abfahrt von einem Sandberg ist es ratsam, keine scharfen Kurven zu fahren, da dann das Risiko eines Überschlags droht. Auch sonst gilt es, keine waghalsigen Manöver zu machen, da ein schwach aufgeblasener Reifen schnell von der Felge rutscht. Bleibt man dennoch einmal stecken, heißt es: Mit viel Gefühl Gas geben, da sich die Räder sonst noch tiefer in den Sand eingraben. Wenn vorwärts nicht geht, dann hilft es meist, es rückwärts zu versuchen. Im Zweifelsfall kann man vorher noch einmal Luft ablassen, um die Auflagefläche der Reifen weiter zu vergrößern. Oder man benutzt gleich die Sandbleche. Hilft das alles nichts, dann gibt es nur noch eine Möglichkeit, um wieder freizukommen: schaufeln, schaufeln, schaufeln.
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Quelle: srt
Wüsti schrieb:
am 4. August 2011 um 05:34:27
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Na klar....
Jawoll - im Sand und Schlamm immer schön Luft aus den Reifen - und an der schrägen Böschung dann ein bisschen viel Gas / etwas
viel seitlicher Schub und schwupp sind die Reifen von den Felgen unten - ein bisschen Glück gleich mehrere - und dann steckt man ohne nahe Reifenwerkstatt aber so wirklich in Schwierigkeiten....und mit zu wenig Luftdruck in den Reifen zu fahren ist ja so gut für die schweineteuren Pneus. In einem - vollbeladenen Wagen - den Druck auf 0,8 runter freut den Reifenhändler
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