Design in der U-Bahn Station Candidplatz in München (Foto: MVG Fotoarchiv/srt)
Kunst vom Feinsten, antike Schätze und Lichtorgien - in manchen Städten ist U-Bahnfahren weit mehr als eine bequeme Art, von A nach B zu kommen. Da lohnt sich der Gang in den Untergrund umso mehr. In einigen Reiseführern werden sie sogar als Besichtigungstipp aufgelistet. Wer in der kommenden Zeit nicht die Möglichkeit hat zu verreisen, kann sich die kunstvollen U-Bahn-Stationen auch in unserer Foto-Serie anschauen.
Die "Tunnelbanan" in Stockholm ist vermutlich die längste Kunstausstellung der Welt. Hunderte von Künstler der unterschiedlichsten Stilrichtungen haben 90 der 100 U-Bahnhöfe mit Skulpturen, Gemälden, Mosaiken, Gravuren, Reliefs, Grotten, grünen Gärten, Seerosenteichen und Höhlen derart verschönert, dass einen nichts nach oben ins Sonnenlicht drängt. Besonders zu empfehlen: die "Blaue Linie".
Auch in Athen lohnt das Abtauchen in den Untergrund. In der Station Akropolis sind auf drei Ebenen über 90 antike Exponate aus der Zeit zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert vor Christus zu bewundern, die bei den Bauarbeiten der Metro entdeckt wurden. In der U-Bahnstation Syntagma beeindrucken Skulpturen des zeitgenössischen Künstlers Georgios Zongolopoulos. Blickfang am Stopp Dafni ist ein fantasievolles Relief.
Viele bezeichnen die Metro in Moskau als die schönste der Welt. 44 der 150 Stationen präsentieren sich den Fahrgästen als architektonische Kunstwerke, verschwenderisch ausgestattet mit Marmor und Granit, Mosaiken und Skulpturen. Adelspaläste wurden von den Bolschewiken geplündert, um die "Moskowskij Metropoliten" auszustatten. Neun Millionen Menschen werden täglich transportiert. Die Prunkarchitektur steht in krassem Gegensatz zu den veralteten Metro-Waggons.
Dass es im Untergrund von Wien recht ungewöhnlich zugeht, weiß man spätestens seit dem berühmten Film "Der dritte Mann". Was die U-Bahn betrifft, so fallen weniger die Stationen im Untergrund als vielmehr die wunderschönen Eingänge auf. Sie sind Überbleibsel der in den Jahren 1893 bis 1901 vom großen Jugendstil-Architekten Otto Wagner gebauten Stadtbahn, die in das heutige U- und S-Bahnnetz integriert ist. Zu den sehenswerten Stationen zählen Kettenbrückengasse, Karlsplatz, Schönbrunn, Gumperndorfer Straße Währinger Straße oder Ottakring.
U-Bahnfahrer in Lissabon begeben sich auf eine Reise durch die zeitgenössische Kunst. Beinahe die gesamte Kunstelite des Landes, aber auch internationale Stars wie Friedensreich Hundertwasser haben mit Skulpturen, Wandgemälden und Kunstwerken aus Kacheln den Untergrund in eine Sehenswürdigkeit verwandelt.
Die U-Bahn von München reiht sich mit ihren Design-Stationen in die Riege der sehenswerten U-Bahnen ein. Beispielsweise der Bahnhof Georg-Brauchle-Ring. Die farbenfrohe Wandgestaltung macht das Warten auf den Zug zum Erlebnis. Mit Licht wird dagegen am Halt Candidplatz raffiniert gespielt (beide Stopps U1). Und im U-Bahnhof Hasenbergl (U2) wird ein weißes linsenförmiges Deckensegel von Lichtelementen in Szene gesetzt.
Die Metro von Shanghai gehört zu den modernsten und am schnellsten wachsenden Metro-Systemen der Welt. Und mit ihren Spezialeffekten zur größten Sensation im Untergrund: Wenn die Waggons durch Lichtröhren und -spiralen von Stopp zu Stopp sausen, fühlt sich mancher wie in einem Fahrgeschäft im Vergnügungspark.