03.08.2010, 10:56 Uhr
Von einem Strafgefangenenlager in Australien bis zu einem Atombombentestgebiet auf dem Bikini-Atoll reicht die Liste der neuen UNESCO-Welterbe-Stätten. Das Welterbekomitee setzte auf seiner diesjährigen Tagung in Brasilia insgesamt 21 Stätten neu auf die Liste. Sehen Sie die neuen Welterbestätten auch in unserer Foto-Serie.
Neu dazu kommt auch der Amsterdamer Grachtengürtel. Die Kanäle wurden im 17. Jahrhundert als Fließbänder des Warenverkehrs angelegt - Boote transportierten Gewürze, Wein oder Porzellan direkt zu den Speicherhäusern. In Frankreich wurde der Welterbestatus der Bischofsstadt Albi zuerkannt, die ihr mittelalterliches Stadtbild noch unangetastet bewahrt hat. Über dem Zentrum thront die festungsartige Kathedrale Sainte-Cécile, eines der größten Backsteingebäude der Welt. Ebenfalls neu sind exemplarisch elf historische Strafgefangenenlager an der Küste von Sydney, auf Tasmanien, auf der Norfolkinsel und an der Westküste bei Fremantle in Australien. Hier lebten im 18. und 19. Jahrhundert Männer, Frauen und Kinder die in Großbritannien verurteilt worden waren. Mit dem Bikini-Atoll auf den Marschallinseln wurde auch ein erschreckendes Zeitzeugnis in die Liste aufgenommen. Das Atoll diente von 1946 bis 1958 als amerikanisches Atombombentestgebiet und steht stellvertretend für den Beginn des nuklearen Zeitalters und Kalten Kriegs.
Insgesamt stehen nun 911 Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste: 704 Kulturerbestätten und 180 Naturerbestätten. 27 Stätten sind sowohl Kultur- als auch Naturerbe. Der Status erleichtert den Zugang zu Fördergeldern und gilt als Touristenmagnet. Außerdem soll dadurch die Erhaltung bedeutender Stätten gewährleistet werden, denn wenn eine Stadt nicht genug dafür tut, kann sie den Status auch wieder verlieren. Nicht immer ist Schönheit das ausschlaggebende Kriterium bei der Vergabe: Es geht auch um die Einzigartigkeit eines Ortes. So gehört in den Niederlanden eine Insel, die jetzt nicht mehr vom Wasser, sondern vom Land umgeben ist, zum Weltkulturerbe.
Das Welterbekomitee hatte auf seiner Sitzung auch die Harzer Wasserwirtschaft zum Kulturwelterbe erklärt, ein ausgeklügeltes System kleiner Stauseen, Gräben und Stollen, das den Bergleuten zur Energieerzeugung diente. Dies gilt aber nicht als neue Welterbestätte, sondern als Erweiterung der Welterbestätte "Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar", die bereits seit 1992 zum UNESCO-Welterbe gehört. Als Erweiterungen bereits bestehender Weltkulturerbestätten wurden auch Felsmalereien in Spanien, das Schloss Eggenberg in Österreich und eine rumänische Klosterkirche anerkannt. Zudem wurde das Naturerbe Pirin Nationalpark in Bulgarien erweitert.
Die UNESCO-Experten befassten sich auch mit Anfragen, ob geplante Baumaßnahmen mit bestehenden Weltkulturerbestätten im Einklang stehen. So gaben sie grünes Licht für den umstrittenen Bau der Mittelrheinbrücke in der Nähe des weltberühmten Loreleyfelsens. Das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal sei dadurch nicht gefährdet. Die Wirtschaft forderte seit langem eine Rheinquerung bei St. Goar und St. Goarshausen, denn zwischen Koblenz und Mainz gibt es auf rund 85 Kilometern weder Brücke noch Tunnel. Keine Entscheidung gab es jedoch vorläufig über die in Regensburg geplante Donaubrücke. Die Stadt hatte eine Studie zum Bau einer Bustrasse eingereicht, die als Ersatz für die gesperrte Steinerne Brücke gedacht ist. Möglicherweise müssen die Planungen nun für ein Jahr bis zur nächsten Sitzung des Komitees auf Eis gelegt werden.
Das Komitee entschied außerdem über gefährdete Denkmäler des Welterbes. So strich sie in einer durchaus umstrittenen Entscheidung die Galápagos-Inseln von der Liste. Neu auf die Rote Liste kamen dafür zwei Denkmäler in Georgien, die Bagrati-Kathedrale und das Gelati-Kloster. Hier würden Restaurierungsarbeiten die Denkmäler bedrohen. Als gefährdet wurden auch der Nationalpark Everglades im US-Bundesstaat Florida wegen sinkenden Wasserstandes und Verschmutzung sowie die Regenwälder von Atsinananain in Madagaskar wegen illegalen Holzeinschlags eingestuft. Der Inka-Ruinenstadt Machu Picchu in Peru blieb der Eintrag auf der Roten Liste erspart, aber die UNESCO mahnte dort eine bessere Kontrolle der Touristenströme an.
Quelle: dpa
ichfindsauchnichttoll schrieb:
am 4. August 2010 um 14:19:19
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Kultur ist was schönes?
Kultur ist doch nicht automatisch immer auch was Schönes. Man muss doch anerkennen, dass die Nukleartechnik ein
ziemlich großer Schritt war und von daher kann es durchaus zum Weltkulturerbe gezählt werden. Dass es nicht besonders toll ist ist klar.
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??? schrieb:
am 4. August 2010 um 13:12:17
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an sofabaer
hallo natürlich ist das weltkulturerbe....die menschheit muss an die sachen erinerrt werden
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Oswald schrieb:
am 4. August 2010 um 12:33:35
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Unesco
Diese schwachsinnige Organisation braucht niemand !
Lauter Wichtigtuer !!
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