27.10.2011, 09:38 Uhr | Markus Roman
36 Stätten in Deutschland gibt es bereits, die zum Welterbe der UNESCO gehören, doch es sollen mehr werden. Wir stellen Ihnen einige Natur- und Kulturdenkmäler vor, die in der Warteschlange für die begehrte Liste stehen. Sehen Sie die Anwärter auch in unserer Foto-Show. Neben dem Artikel können Sie abstimmen, welcher Stätte Sie den Titel des Welterbes gönnen.
Dabei ist es nicht einfach, insbesondere für deutsche Orte und Städte, auf die Welterbe-Liste aufgenommen zu werden. Zunächst muss zunächst das jeweilige Bundesland einer Bewerbung zustimmen, danach die Kultusministerkonferenz, die nur zwei deutsche Projekte der UNESCO bis 2015 vorschlagen darf. Recht gute Chancen allerdings werden der Hamburger Speicherstadt eingeräumt. Die Hansestadt beabsichtigt, sich 2014 mit dem Gebäudeensemble "Chilehaus mit Kontorhausviertel und angrenzender Speicherstadt" um die Anerkennung zu bewerben. 2015 könnte eine Entscheidung fallen, sagte der Präsident von Icomos Deutschland, Michael Petzet. Icomos, der Internationale Rat für Denkmalpflege, beteiligt sich als Berater und Gutachter an der Arbeit des UNESCO-Welterbe-Komitees. Petzet gab allerdings zu bedenken, Europa sei in der Welterbe-Liste bereits überproportional stark vertreten.
Durch den Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke verlor die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal 2009 seinen Titel als Welterbe - ein bis heute einmaliger Vorgang. Doch in der sächsischen Landeshauptstadt zeichnet sich ein neuer Hoffnungsträger ab. So soll das Gartenstadt-Areal im Dresdner Norden samt den Werkstätten Hellerau neues Welterbe werden. Zwischen 1909 und 1913 entstand dort nach Plänen des Münchner Malers und Architekten Richard Riemerschmidt Deutschlands erste Gartenstadt - nach dem Vorbild fortschrittlicher englischer Arbeiterwohnsiedlungen des späten 19. Jahrhunderts. Eine Interessengemeinschaft strebt die Aufnahme der 100-jährigen Gartenstadt Hellerau fernab der Elbe in die Liste der Welterbestätten an. Doch gerade der frühere Verlust des Status könnte der Region bei einer neuen Bewerbung einen Strich durch die Rechnung machen. "Eine Wiederaufnahme in die Welterbeliste würde anderen Staaten signalisieren, dass eine Verletzung der Schutzkriterien keine negativen Folgen nach sich ziehen muss", hieß es aus den Reihen des Welterbekomitees.
Dresden ist allerdings nicht der einzige Bewerber um den Welterbe-Titel aus dem Bundesland. Am 24. Oktober begann eine sechswöchige Frist des sächsischen Innenministeriums. Danach kürt eine Expertenkommission zwei Bewerber des Bundeslandes. Für die Bewerbung haben sich neben Dresden vier Interessenten gemeldet: Meißen will mit dem berühmten Meissner Porzellan und dessen Wiege Albrechtsburg punkten, Görlitz will seine Altstadt ins Rennen schicken. Chemnitz will den 290 Millionen Jahre alten "versteinerten Wald" anerkennen lassen. Am weitesten fortgeschritten ist das Projekt Montanregion Erzgebirge. Ein Förderverein setzt sich für die einzigartige Bergbaulandschaft als Welterbe ein.
In Nordrhein-Westfallen steht Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, die Müngstener Brücke zwischen Solingen und Remscheid. Der spektakuläre 114 Jahre alte Bau ist allerdings nicht in bestem Zustand. Das Bauwerk mit seinem 107 Meter hohen Bogen ist renovierungsbedürftig, die Sanierung ist für die Bahn aufwendig. Dennoch stimmte die Bahn als Eigentümerin im August dem Vorschlag der Region zu, die Brücke als Welterbe zu nominieren. Bis zum 1. November muss der Antrag eingehen. Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith ist zuversichtlich, dass die Brücke es in die engere Auswahl schafft. "Industriekultur ist bislang eher unterrepräsentiert. Wir hätten schlechtere Karten, kämen wir mit einem romantischen Schloss an", sagte er dem Internetauftritt der Rheinischen Post.
Ein weiterer Kandidat in Nordrhein-Westfalen ist der Prinzipalmarkt in Münster. Die Stadtverwaltung entschied, den Markt und dessen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg der Landesregierung vorzuschlagen. Der Straßenzug wurde ab dem 13. Jahrhundert errichtet, im zweiten Weltkrieg dann so gut wie vollständig zerstört. Zwischen 1947 und 1958 erfolgte der Wiederaufbau. Obwohl viele Gebäude nicht in den Ursprungszustand zurückversetzt wurden, blieb der ursprüngliche Charakter des Marktes erhalten.
Nicht allein, sondern mit einer ganzen Gruppe von europäischen Kurstädten will Bad Homburg den Weg zum Weltkulturerbe nehmen. Zusammen mit dem tschechischen Marienbad, Baden-Baden, Wiesbaden und dem belgischen Spa sollen die Kur- und Modebäder des 19. Jahrhunderts Weltkulturerbe werden. In Tschechien und Belgien haben es die Kurbäder bereits auf die nationalen Vorschlagslisten geschafft. In Hessen macht sich zudem die Darmstädter Mathildenhöhe als wichtiges Denkmal des Jugendstils ebenfalls Hoffnungen, zum Weltkulturerbe aufzusteigen.
Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie ein Fan von t-online.de Reisen!
Quelle: AFP , dpa-tmn , mro , dpa
betula schrieb:
am 25. November 2011 um 17:14:32
(0)
(1)
weltkulturerbe
Hamburger Speicherstadt als Welterbe ?? Das ich mich nicht kaputtlache. Die ist doch nicht mehr authentisch. Alles verbaut und
verändert - siehe diese verkappte Elbphilharmonie. Typische Großmachtsucht der Hamburger.Kein Geld für die Bürger und besonders für die Kinder dieser Stadt, aber alles fürs Prestige ausgeben. Hamburg hat nichts von Weltrang - und wird auch zukünftig das einzige Bundesland ohne Weltkulturerbe bleiben.
mehr
Kommentar melden
M. Lenz schrieb:
am 27. Oktober 2011 um 08:06:54
(1)
(0)
Görlitz
Es ist armselig ein solches Foto als Illustration der Altstadt herauszusuchen. Ein Bild, das praktisch nichts zeigt, außer die
Plattenbauten im polnischen Teil der Stadt.. Wer Görlitz nicht kennt, glaubt, diese Klötze sollen Weltkulturerbe werden. Und das von einer Seite, von der man erwarten sollte, dass sie einige Bilder im Archiv hat.
mehr
Kommentar melden
alter Schlesier schrieb:
am 26. Oktober 2011 um 10:24:44
(0)
(1)
Görlitz
Das Foto von Görlitz zeigt im Vordergrund die Altstadt und im Hintergrund die Betonsilos Zgorzelec(jetzt poln. Teil Görlitz).
Beliebtes Tourifoto für die Teilung einer Stadt und ein Volk was angesiedelt wurde, ohne geschichtl. Bezug zu haben. Die Neiße als Grenzfluss sieht man nicht, jedoch kann man sehr genau erahnen wo sie auf dem Foto verläuft. Wie im Vordergrund sah die ganze Stadt auch hinter der Neiße aus.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Zimmer sind nach internationalen Städten benannt. zum Video