03.11.2010, 16:03 Uhr
Bucht von Cala Mondragó im Süden Mallorcas (Foto: Imago)
Last-Minute-Reisen sind für viele die beste Möglichkeit, schnell und unkompliziert in den Urlaub zu kommen. Viele Urlauber glauben, damit auch ordentliche Schnäppchen machen zu können. Doch nicht jedes Last-Minute-Angebot ist ein Schnäppchen, warnen die Verbraucherzentralen. Während es vor rund 25 Jahren den Fluggesellschaften noch darum ging, freie Plätze kurz vor Abflug zu Sonderpreisen zu verkaufen, werden heute Komplettreisen angeboten. Voraussetzung für die Bezeichnung "Last Minute" ist, dass eine Buchung nicht länger als 14 Tage vor Reisebeginn möglich ist und das Angebot günstiger ist als der reguläre Preis - doch eventuell findet man bei anderen Anbietern bessere Schnäppchen.
"Ob ein Angebot tatsächlich besonders günstig ist, können Verbraucher nur durch einen relativ mühsamen Preisvergleich herausfinden", sagt Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er rät, die Angebote verschiedener Veranstalter zu vergleichen. Es sei beispielsweise möglich, dass beim einen der reguläre Preis niedriger ist als bei dem anderen das Last-Minute-Angebot. Man sollte sich das Komplettpaket sowie die einzelnen Leistungen ansehen und seine eigenen Prioritäten beachten. So kann es sich lohnen etwas mehr zu bezahlen, wenn zum Beispiel die Verpflegung oder Ausflüge im Preis enthalten sind.
Schwierig wird der Vergleich, wenn es sich um so genannte Ultra-Last-Minute Angebote handelt. "Bei diesen kann man am Flughafen Restplätze erwerben und im Prinzip sofort los fliegen", erläutert Gollner. Mit großer Auswahl sei in der Regel nicht mehr zu rechnen, man sollte also möglichst flexibel sein. Ratsam sei, die geschnürten Reisepakete kritisch zu prüfen, sich verschiedene Angebote und die ursprünglichen Katalogpreise zeigen zu lassen: "Möglicherweise stellt sich ein vermeintliches Schnäppchen dann als teuer heraus.
Last-Minute-Bucher haben die gleichen Rechte wie Urlauber, die eine Reise langfristig gebucht haben, betont der Reiserechtsexperte. Bei vielen Angeboten werden nur allgemeine Daten wie Zielort, Kategorie der Unterkunft und Art der Verpflegung angegeben. Das kann eine Reklamation schwierig machen. Man sollte deshalb auf eine möglichst detaillierte Beschreibung achten, in der unter anderem Angaben über die Ausstattung und Lage des Hotels gemacht werden. So kann man am Urlaubsort besser beurteilen, ob versprochene Leistungen auch erbracht werden.
Zu überlegen wäre der Abschluss einer Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung. Dies sei grundsätzlich auch bei Last-Minute-Buchungen möglich, sagt Gollner: "Allerdings kann eine Versicherung möglicherweise den Abschluss so kurz vor Abflug nicht mehr intern realisieren." Es sei daher ratsam, selbst den ordnungsgemäßen Abschluss zu überprüfen, indem man mit dem Versicherer Kontakt aufnimmt. Wie bei allen anderen Pauschalreisen muss auch bei einer Last-Minute-Reise ein Sicherungsschein vorliegen. Dieser dient als Nachweis einer bestehenden Versicherung gegen Veranstalterpleiten. Auch wenn die Zeit noch so drängt: Die gebuchte Reise sollte nur bezahlt werden, wenn gleichzeitig der Sicherungsschein ausgehändigt wird.
Ratgeber: Die Vor- und Nachteile einer Last-Minute-Reise
Quelle: dapd , t-online.de
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