30.04.2010, 14:27 Uhr
Weil wegen der Vulkanasche aus Island auch der Flugverkehr über den Kanaren brach lag, entschied sich der 59-jährige Dieter Pfaff zu einem ungewöhnlichen, aber umweltfreundlichen Trip in seine Heimat: mit dem Fahrrad von Teneriffa nach Franken.
Dieter Pfaff, der seit 1993 eine Bike- und Wanderstation auf Teneriffa führte, wollte nur noch weg und nicht auf seinen Ferienflieger warten. Pfaff hatte nämlich gerade seine Zelte auf der Insel abgebrochen: seine Bikestation in Playa de las Americas war verpachtet, das Appartement in El Medano verkauft und die persönlichen Sachen gut verpackt und verschifft. Doch der Flieger, der ihn nach 17 Jahren auf den Kanaren wieder nach Hause bringen sollte, durfte wegen der Vulkanasche nicht wie geplant landen. Kurzerhand nahm Pfaff das Fahrrad für die Heimfahrt. "Ich habe mich aufgrund der Flugsituation dazu entschlossen, meinen Trainingsplan zu ändern", schrieb Dieter Pfaff in einer Mail an Freunde in Deutschland. Er brach auf zu einem Abenteuer - mit Mountainbike, Rucksack und ein paar Radklamotten zum Schutz vor Wind, Regen und zu viel Sonne.
Pfaff buchte sich kurz entschlossen auf der Fähre von Santa Cruz nach Cadiz ein, erreichte Ende vergangener Woche die Südspitze an der spanischen Halbinsel und kämpft sich seither durchs spanische Festland. "Der Start war sehr angenehm: tolles Wetter und kaum Verkehr an der Küste", berichtete der Radler zwischendurch bei Facebook, "es geht aber viel hoch und runter!". Zuletzt hatte er 31 Kilometer am Stück bergauf mit 2.300 Höhenmetern zurückgelegt - und damit erst einen winzigen Teil seiner rund 3.000 Kilometer langen Strecke. Nur langsam kommt der Heimkehrer auf den groben Stollenreifen Richtung Nürnberg voran. Er rollt mit einem Durchschnittstempo von 20 bis 25 Kilometer pro Stunde gen Barcelona, sein nächstes großes Ziel in zehn bis zwölf Etappen. "Ich nehme die Route an der Küste entlang, weil ich glaube, dort jetzt noch bessere Möglichkeiten mit den Unterkünften zu finden", berichtet Pfaff.
Nerja und Almeria nördlich von Marbella in Südspanien hat der Radler schon passiert. Am Wochenende will Pfaff Alicante erreichen und zwei Tage später dann Valencia. In drei bis vier Wochen kann er die Gesamtstrecke durch Spanien hinter sich gebracht haben, hofft er. In Katalonien soll der Asche-Trip dann erst einmal auf den Prüfstand kommen: "Vielleicht steige ich in Barcelona doch noch in einen Flieger?" Schon vor 17 Jahren, als Pfaff sein Heimatdorf Katzwang bei Nürnberg verließ, um sich mit Mutter, VW-Bus und sechs Bikes auf den Kanaren ein neues Geschäft aufzubauen, ist er nicht mit dem Flugzeug, sondern mit der Fähre nach Teneriffa gekommen. In Nürnberg will Pfaff nun ins Geschäft der Airbrusher einsteigen. Fast so wie vor seinem Ausstieg, als er farbige Vorlagen für den Nürnberger Sebaldus-Verlag lieferte. Der Verlag hat sich inzwischen aufgelöst genauso wie die Asche, die das Bike-Abenteuer zwischen Kanaren und Katzwang anstieß.
Quelle: dapd
Deppendorfer schrieb:
am 8. Mai 2010 um 11:10:57
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Wichtigtuer
Was tut man(n) nicht alles, um sogar als Strampelhosen-Miniaturheld in den Medien zu landen. Einmal dem grauen Biker-Alltagstrott
entrinnen, um mit simpler Velo-Spleenigkeit, die gegen den Bequemlichkeits-Mainstream antritt, für einen Tag mit einem Kurzbericht in den Himmel der Ironmänneken erhoben zu werden, wo ihn andere Drahtesel-Zureiter beklatschen. Es gibt Leute, die fahren jahrelang jeden Tag 30 Km mit dem Fahrrad zur Arbeit und peilen keinen Applaus, keinen Orden an !
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Volker schrieb:
am 7. Mai 2010 um 23:40:25
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Großes Kompliment
Ich bin begeistert von solch einem Ehrgeiz. Das macht ihm so leicht keiner nach. Das würde ich auch machen, ist hier am
falschen Platz. Das würde ich jedenfalls niemals hinbekommen. Der innere Schweinehund, die Bequemlichkeit und all die gesellschaftlichen Notwendigkeiten? Ich jedenfalls ziehe den Hut!
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mtb-ler schrieb:
am 30. April 2010 um 20:06:21
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respekt
...und Anerkennung, ist eine Riesen-Nummer sowie hard & strength… good luck for a nice Tripp, Chain on right side.
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