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Floatarien bieten Wellness im Tank
18.01.2008, 17:03 Uhr
Wellness einmal anders: So sieht ein Floating-Tank aus (Foto: Floataway Ltd)Fotomotive von Reisen ans Tote Meer gleichen sich insofern, als dass sie meist die ungebremste Faszination von an der Wasseroberfläche treibender Menschen einzufangen versuchen, wahlweise auf dem Rücken Zeitung lesend oder Trinkbecher auf dem Bauch abstellend. Das Prinzip des "Sichtreibenlassens" im Floating- bzw. Isolationstank funktioniert ähnlich, wenngleich die Salzkonzentration hier deutlich höher, der Nassbereich entscheidend kleiner und die Anreise viel kürzer ist. Denn die Floatarien kommen auch in Deutschland in Mode.
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Floating-Trend in deutschen Städten
Vor mehr als 50 Jahren in den
USA entwickelt, schwappt der Floating-Trend gerade massiv in deutsche Innenstädte: Von
Berlin über
Leipzig bis
München öffnen so genannte Floatarien ihre Pforten respektive Tankdeckel. Sie sehen aus wie Pyramidenspitzen, Muscheloberhälften oder wohlgeformte Kühlerhauben und im schlimmsten Fall sogar wie Sargdeckel. Dementsprechend Überwindung kostet meist auch der erste Floatbesuch. Wenn sich auf Knopfdruck der Deckel über der rund 2,25 Meter langen und etwa 1,50 Meter breiten "Badewanne" schließt und den von Kleidungstücken und Nebengeräuschen befreiten Entspannungswilligen in sanftes Rotlicht oder in komplette Dunkelheit hüllt, könnte das bei so manchem Unbehagen hervorrufen.
Süße Entspannung
Atem-Übung
Testen Sie sich!
Wie ein Korken im Wasser
Die meisten jedoch lassen sich schon wenige Momente später komplett fallen. Der Körper treibt dank hochgesättigter Epsomitsalze wie ein Korken auf dem nur 25 bis 30 Zentimeter tiefen und rund 35 Grad warmen Wasser. Binnen kürzester Zeit findet man sich in einem sehr meditativen und bis zu zwei Stunden andauernden Zustand der Schwerelosigkeit, von dem nicht nur der amerikanische Gehirnforscher und Float-Tank-Erfinder John C. Lilly behauptet, dass an keinem anderen Ort eine derart tiefe Entspannung für alle Muskelgruppen zu erreichen wäre wie hier. Schließlich, so die Logik der Floating-Befürworter, verwendet das menschliche Gehirn tagsüber mehr als 80 Prozent seiner Kapazität dazu, Außenreize zu verarbeiten und diese gedanklich zu reflektieren. Innerhalb des Tanks entfallen jedoch diese Gehirntätigkeiten, und dies ermöglicht so neuen Raum für Kreativität und Selbsterfahrung.
Sanftes Herumtreiben als Alternative zu Massagen
Auch wenn sich nicht bei jedem Menschen und erst recht nicht bei jeder Sitzung meditative Höhenflüge, nie gekannte Geistesblitze und schillernde Tagträume einstellen: Das sanfte Herumtreiben und das Dahinschlummern stellen eine interessante Alternative zu Massagen und anderen Entspannungsmöglichkeiten dar, erst recht für Menschen, die sich im Wasser wohl fühlen. Im Idealfall löst es sogar eine euphorische Stimmung aus, die noch Stunden oder sogar Tage lang anhält. Angesichts dieser Tatsache wird es wahrscheinlich nicht lange dauern, bis die ersten Wellnesshotels separate Floatingräume inklusive eigener Umkleide, Dusche und Toilette einrichten.
Keine Angst vor geschlossenen Tanks
Nach wie vor skeptisch ob der Enge des Tanks? Vielleicht beruhigt die Tatsache, dass darin genügend Raum und Luft vorhanden sind. Ebenfalls vorhanden ist ein Waschlappen, mit dem sich die Augen befeuchten lassen, falls etwas Salzwasser hineingerät. Und für den Ernstfall existiert sogar ein Notfallknopf, der sofort das Personal im Nachbarraum alarmiert. Alternativ zum geschlossenen Tank lässt sich auch ein bis zur Decke hin offenes Becken wählen - oder eine Begleitung, die neben einem treibt. Doch egal, ob solo oder zu zweit: Auf Kaffee, schwarzen und grünen Tee sowie schwere Mahlzeiten vor dem Floaten sollten Schwebewillige verzichten, sonst wird die Entspannung nämlich deutlich gehemmt. Ein mit Koffein vollgepumptes Nervenbündel wird es im Tank keine zehn Minuten aushalten - genauso wenig wie im Rasulbad oder auf der Massagebank.
Eine Auswahl an Adressen
Float Berlin, Dunckerstr. 12, 10437 Berlin, Tel. 030/44036500, Internet: www.float-berlin.de;Floatzone Leipzig, Trufanowstr. 33, 04105 Leipzig, Tel. 0341/5611024, Internet: www.floatzone.de;
Float München, Feilitzschstr. 26, 80802 München, Tel. 089/33039699 sowie in der Lothringer Str. 2, 81667 München, Tel. 089/62189678, Internet: www.float.de;
Float Tübingen, Doblerstr. 1, 72074 Tübingen, Tel. 07071/5654099, Internet: www.float.de;
Preise: 30 Minuten kosten zwischen 20 und 30 Euro, 60 Minuten zwischen 40 und 60 Euro, meist werden erhebliche Preisrabatte für Neueinsteiger gewährt. Es gibt auch zweistündige Sitzungen, die jedoch nicht für den ersten Floatbesuch zu empfehlen sind. In der Regel werden zusätzlich zum Floating Massagen angeboten.
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Quelle: srt