09.02.2011, 15:45 Uhr
Das Salzbergwerk Wieliczka wird jährlich von mehr als einer Million Menschen besucht (Foto: www.kopalnia.pl)
Es ist eine gute Nachricht für die jährlich mehr als eine Million Besucher von Polens unterirdischer Touristenattraktion, dem Salzbergwerk Wieliczka . Seit kurzem ist eine der auffälligsten Kammern des Unesco-Weltkulturerbes wieder geöffnet. Die Michalowice-Kammer beeindruckt vor allem mit ihren Ausmaßen; an manchen Stellen ist sie bis zu 36 Meter hoch. In den unterirdischen Kammern des Salzbergwerks Wieliczka können Besucher unter anderem eine fast 1000 Quadratmeter große Kapelle und lebensgroße Salzfiguren bewundern - sehen Sie selbst in unserer Foto-Show.
1997 begannen die Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten an der beeindruckenden Anlage, die ihren Abschluss im vergangenen Jahr fanden. Die Michalowice-Kammer wurde weitestgehend in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Aufgrund der Ausmaße der Kammer von 23.000 Quadratmetern musste sie von Anfang an technisch gesichert werden. So blieb bis heute das gewaltige über drei Ebenen reichende und aus Holzelementen bestehende Stützwerk erhalten.
Die Höhlen und Bergwerkskammern stehen für mehr als 700 Jahre Bergbaugeschichte. Damit ist Wieliczka eines der ältesten Salzbergwerke Europas. Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und bis heute wird im Bergwerk Salz gefördert. In diesen gut 700 Jahren wurden mehr als 7,5 Millionen Kubikmeter Gestein zu Gängen abgebaut, von der 64 Meter tiefen Ebene eins bis zu Ebene neun, 327 Meter unter Tage. Zum Bergwerk gehören 2350 Kammern, 240 Kilometer Gänge, 26 Oberflächen und 180 Verbindungsschächte. Die 2,2 Kilometer lange Touristenroute ermöglicht den Besuchern eine Reise in die Vergangenheit des Salzbergbaus. Bekannt ist das Bergwerk auch für die in diesen Kammern präsentierten Salzskulpturen, fast alle von Bergleuten mit künstlerischer Ader angefertigt.
Begrüßt mit dem traditionellen Bergmannsgruß "Szczesc Boze" geht es die Treppenstufen hinab. Die erste Höhle ist dem Astronomen Nikolaus Kopernikus gewidmet, der die Mine im 15. Jahrhundert besucht haben soll. Der Weg zur Janowice-Kammer aus dem 17. Jahrhundert führt zugleich zurück zu mittelalterlichen Legenden: Lebensgroße Salzskulpturen zeigen die auch als Heilige verehrte ungarische Königstochter Kinga mit polnischen und ungarischen Rittern. Weitere Kammern stellen die Arbeit der Bergleute im Mittelalter und in der frühen Neuzeit dar. Auch der Grubenpferde wird gedacht. Mehr als 500 Jahre lang wurden unter Tage Pferde eingesetzt, im 18. Jahrhundert arbeiteten mehr als 50 im Bergwerk, nach dem Zweiten Weltkrieg waren es noch 4. Das letzte Pferd verließ das Bergwerk erst 2002. Für viele Bergwerksbesucher ist die Kinga-Kapelle in einer 54 Meter langen, 18 Meter weiten und 12 Meter hohen Salzkammer schon allein wegen ihrer Größe und Ausstattung einer der Höhepunkte: Kristall-Lüster aus Salz hängen von der Decke, in den Nischen stehen von hinten angeleuchtete, seltsam transparent wirkende Heiligenstatuen. Auch ein Denkmal des polnischen Papstes Johannes Paul II. darf natürlich nicht fehlen.
Schilder in mehreren Sprachen, aber auch die Grubenführer machen darauf aufmerksam, dass dies nicht nur ein Museum, sondern eine unterirdische Kirche ist, in der sich die Besucher entsprechend benehmen sollten. Regelmäßig finden Gottesdienste statt. Die Bergwerksleitung hat sogar einen behindertengerechten Fahrstuhlschacht eingerichtet, damit ältere und behinderte Gottesdienstbesucher die Kapelle erreichen können. Nicht nur bei Bergleuten ist es beliebt, in der Kinga-Kapelle zu heiraten. Schon vor dem Einsetzen des Massentourismus zog das Salzbergwerk Besucher in seinen Bann. In der mit Sprengstoff ausgehöhlten Weimar-Kammer mit einem unterirdischen See zucken Lichtblitze entlang der Felswände, während aus Lautsprechern eine Nocturne von Chopin ertönt, verwoben mit Explosionsklängen, die an den Einsatz von Dynamit im Bergbau erinnern.
Wer bei der Grubentour hungrig oder durstig geworden ist, muss nicht auf den Fahrstuhl zur Erdoberfläche warten. In der Witold-Budrzk-Kammer, 123 Meter unter Tage, befindet sich eine urige Kneipe im südpolnisch-rustikalen Stil. Bei Barszcz - roter Rübensuppe - oder Pierogi können neue Kräfte gesammelt werden, in der benachbarten Warschau-Kammer geht es im Grubenrestaurant deutlich eleganter zu. Salzreliefs und -kronleuchter schaffen hier eine besondere Atmosphäre. Kein Wunder, dass der unterirdische Silvesterball in der Warschauer Kammer jedes Jahr über die Grenzen Krakaus hinaus als ganz besondere Art gilt, das alte Jahr zu verabschieden.
Weitere Informationen
Kopalnia Soli "Wieliczka" (Salzbergwerk Wieliczka) ul. Danilowicza 10, 32-020 Wieliczka, Polen, Auskunft und Reservierung: Tel. +48 12 278 73 02, Tel. +48 12 278 73 66, Fax: +48 12 278 73 33, E-Mail: turystyka@kopalnia.pl, www.kopalnia.pl (auch auf deutscher Sprache)
Polnisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel. 030/210092-0, Fax 030/210092-14, E-Mail: info@polen-info.de, www.polen-info.de. Das polnische Fremdenverkehrsamt vermittelt Adressen von örtlichen Anbietern, die Unterkünfte in Hotels, Pensionen, Ferienhäusern, Bauernhöfen und Förstereien offerieren.
Quelle: t-online.de , mro , dpa-tmn
umph schrieb:
am 19. Februar 2011 um 19:55:49
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Achwas
Der Kommentator der Bildshow ist ein Meister der Beschreibung des Offensichtlichen. Bravo!
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athiwsor schrieb:
am 19. Februar 2011 um 17:26:30
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wielicka
die kapelle hat eine herrliche akustik.wir haben dort ein kleines konzert gegeben. der besuch der ganzen anlage lohnt sich wirklich
.überhaupt :krakau ,diese wunderbare alte stadt und nova huta ,die moderne kirche , die kardinal woytila aufgebaut hat , sollte auf jedem reiseplan stehen .
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thueri schrieb:
am 19. Februar 2011 um 14:04:45
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ein Besuch der sich lohnt
Ich hatte 1981 die Gelegenheit Krakau für 5 Tage zu besuchen unter anderem war auch das Salzbergwerk mit auf der
Besichtigungstour und ich kann nur sagen, ein Besuch lohnt sich allemal.
Mal was ganz anderes als die Saalfelder Feengrotten oder die Drachenhöhle in Syrau/Vogtland
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