31.01.2012, 10:46 Uhr
Im Filmklassiker "Der dritte Mann" von 1949 rast ein Taxi mit dem Helden Holly Martins durch die ausgebombten Straßen Wiens. Der griesgrämige Fahrer nimmt dabei keine Rücksicht auf seinen Passagier. Mehr als 60 Jahre später hat sich in der österreichischen Hauptstadt für den durchschnittlichen Taxi-Fahrgast offenbar kaum etwas verbessert - häufig dürfte er sich noch immer fühlen wie einst Holly Martins. Die Erkenntnis, dass Taxifahren nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit Komfort, hat die Behörden zu einer ungewöhnlichen Strategie bewogen: Sie wollen Privatdetektive anheuern, die ein Auge auf die Taxifahrer der Donaumetropole haben.
Als Taxi-Detektive kommen Andreas Curda von der Wiener Wirtschaftskammer keine Amateure in Frage: Als Spürnase ins Taxi einsteigen soll nur ein Profi - jemand, der "das gewerbsmäßig macht, der auch die Lizenz hat, als Berufsdetektiv tätig zu sein". Taxifahrer derweil, die ihre Sache schlecht machten, wollten die Behörden gleich "aus dem Verkehr ziehen", kündigt Curda an. Es war unter anderem eine Studie im Auftrag des Wiener Fremdenverkehrsamts, die die Missstände in Wiener Taxis ans Licht brachte. 133 Taxi-Touren wurden kontrolliert und die Fahrer und ihre Wagen rundum bewertet. Dabei ging es um die Dienstbeflissenheit des Chauffeurs ebenso wie um sein Fahrverhalten oder den Geruch im Taxi. Die Ergebnisse waren niederschmetternd: Demnach akzeptierte rund ein Drittel der Fahrer keine Kreditkarten, zwölf Prozent wurde mangelnde Körperpflege vorgeworfen, weitere zwölf Prozent hatten keine Ahnung, wo sich der Zielort befand, oder fuhren auf dem falschen Weg dorthin. Weitere zehn Prozent verletzten derweil Verkehrsregeln und neun Prozent schließlich fuhren ohne Rücksicht auf ihre Fahrgäste. Außerdem war mehr als jeder fünfte Taxi-Innenraum schmutzig und unordentlich, in 17 Prozent der Taxis roch es unangenehm, knapp 60 Prozent hatten keine Klimaanlage.
Eine ADAC-Studie kam vor einigen Monaten zu einem ähnlich verheerenden Ergebnis für Wiens Taxifahrerzunft: Hier schnitt die Stadt an der Donau als fünftletzte von 22 Metropolen ab. Zwei der zehn vom Automobilclub getesteten Wiener Taxifahrer fuhren demzufolge bei Rot über Ampeln und telefonierten während der Fahrt mit dem Handy, einer sogar bei hohem Tempo auf der Autobahn. Einer der Fahrer hielt das Blinken für überflüssig und kollidierte deshalb fast mit einem Bus. Am härtesten dürfte es die Wiener wohl getroffen haben, dass acht der Fahrer keine einzige Sehenswürdigkeit einfiel, die sie ihren Fahrgästen hätten empfehlen können. Und sieben Fahrer lehnten es ab, auf Nachfrage einen Restaurant-Tipp zu geben.
Aus Sicht der Wiener Taxifahrer ist die drohende Überwachung nur ein Grund mehr, demotiviert zu sein. Sie berichten, auch ohne Inkognito-Kontrolleure im Wagenfond sei ihr Job schon hart genug, dabei wenig einträglich, oft gefährlich und ein steter Konkurrenzkampf - nach städtischen Schätzungen gibt es derzeit tausend Taxis zu viel auf Wiens Straßen. Die Taxifahrer legen Wert darauf, dass sie ein ehrlicher Berufsstand seien und auch nur ihren Lebensunterhalt verdienen wollten. Gleichwohl räumen sie ein, dass es natürlich schwarze Schafe unter den Kollegen gebe. Einem Fahrer, der seinen Namen lieber nicht nennen will, fällt auch gleich ein Beispiel ein: "Ich habe von jemandem gehört, der eine Dame vom Westbahnhof zu einem Hotel im dritten Bezirk fahren sollte", berichtet er. Dies sei eine Entfernung von etwa sieben Kilometern: "Er hat ihr 70 Euro abgeknöpft, hat sie durch die ganze Stadt chauffiert - so was fördert nicht gerade den guten Ruf der Taxifahrer."
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Quelle: AFP
Dreckspatz schrieb:
am 16. Februar 2012 um 13:29:55
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Taxi
in Deutschland sind Grundkenntnisse der Stadt erforderlich. Wird auch geprüft. Scheint ja nicht überall so zu sein. Wien ist auch
nicht gerade klein. Alles kann man nicht wissen. Da wären Navis wirklich hilfeich. Zuviele Fz? Man kann sich ja sein Taxi aussuchen. Wird keiner gezwungen, Taxi zu fahren. Viele Schreiber hier sind einfach nur arrogant und eingebildet. Fahrt Bus! Ich hatte noch nie Probleme.
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Frankfurter schrieb:
am 2. Februar 2012 um 15:33:43
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Nicht schlecht!
Wieso Wien? In Frankfurt ist man schon froh, wenn der Taxifahrer überhaupt einen Führerschein hat - außer dem aus seiner
Heimat, den er dort gekauft hat - und die Landessprache einigermaßen beherrscht. Vom Einhalten der Verkehrsregeln mal ganz abgesehen. Na ja, dafür zahlen sie auch keine Steuern, weil sie ohnehin nicht hier bleiben wollen....
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Kbernd schrieb:
am 1. Februar 2012 um 20:58:53
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Taxifahren
richtige taxifahrer giebt es kaum noch,die höflich,zuvorkommend,ehrlichund stadtkunde besitzen.ein großer teil von sogenannten
unternehmern kümmern sich um krankenfahrten die bringen das geld.alles andere ist egal.seit neuem gibt es eine taxi-app superding,ladet euch die app runter und ihr könnt euch fahrer aussuchen,fahrpreis und fahrstrecke vorher anschauen.viel spass
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